Kreditkarte im Supermarkt verloren: Quarantänebrecher Heiko Maas?

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Foto: Heiko Maas (über dts Nachrichtenagentur)

Nicht schlecht staunten gestern Abend aufmerksame Zeitungsleser und „Newsfeed-Addicts“, die zwei widersprüchliche Meldungen zu Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) lesen durften: Der einen zufolge gilt die Quarantäne des Ministers – die nach dem Positivtest eines seines Personenschützer Anfang vergangener Woche angeordnet wurde – noch bis zum 4.Oktober. In der anderen stand zu lesen, Maas habe in einem Berliner Supermarkt seine Kreditkarte verloren.

Zwar wurde Maas inzwischen schon zweimal negativ getestet, dennoch hat er in Absprache mit dem Gesundheitsamt, laut Aussagen einer Sprecherin des Auswärtigen Amtes, die 14tägige Quarantäne zu absolvieren – bis einschließlich kommenden Sonntag. Maas selbst hatte sich bereits salbungsvoll mit seiner Fürsorgebereitschaft und Rücksichtnahme auf andere, insbesondere seine Lebensgefährtin Natalia Wörner, wichtig gemacht und den vorbildlichen Corona-Bürger markiert, der andere schützt und „Regeln einhält“.

Wie allerdings kann es dann sein, dass sich Maas trotz striktem Ausgehverbot offenkundig aus der Quarantäne entfernte – und in einem Dahlemer Rewe-Markt shoppen ging? Gab Maas etwa seine Kreditkarte aus der Hand und war gar nicht selbst einkaufen – oder hält er es wie seine Parteigenossen seit eh und je nach der Devise „Wasser predigen, Wein trinken“?

Vorbildlich Regeln einhalten – und geheim shoppen gehen?

Seit der verunglückten (und dank Kandidatenniederlage ihres Feieranlasses beraubten) „Wahlparty“ der Kölner SPD vom Wochenende weiß die Republik ja hinlänglich, wie sehr die Genossen unter sich die Abstands- und Maskenregeln respektieren: Nämlich überhaupt nicht. Da würde es auch nicht überraschen, wenn ein Außenminister für sich selbst eine andere Regeltreue praktiziert, als er sie von den Bürgern verlangt.

Eine andere Erklärung wäre die, dass die Kreditkarteneskapade vor Maas‘ Quarantäne erfolgte. Dann jedoch passt das Datum der gestrigen Veröffentlichung nicht dazu. Außerdem ließ Maas dem Supermarktverkäufer, der die Karte gefunden hatte, sowie der „sehr hilfsbereiten“ Polizei von einer Mitarbeiterin seines Ministeriums in Briefform danken – und ausgerechnet in diesem  an die Presse weitergegebenen Brief, über den unter anderem die „B.Z.“ berichtete, wurde das Datum unkenntlich gemacht; dafür ist eigentlich die einzige denkbare Erklärung, dass Maas offenbar sehr wohl gegen seine die Quarantäneauflagen verstoßen hatte. (DM)

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