„Koran gefährlicher als Corona“: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen FPÖ-Chef Hofer

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Norbert Hofer (Foto: Imago)

Österreich – Weil FPÖ-Chef Norbert Hofer bei einer Wahlkampfveranstaltung geäußert hatte, sich vor dem Koran und nicht vor dem ungefährlichen Corona zu fürchten, hat die Staatsanwaltschaft Wien die Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität gefordert. 

„Ich fürchte mich nicht vor Corona. Corona ist nicht gefährlich. Da ist der Koran gefährlicher“. Diese Ansicht vertrat der FPÖ-Chef Norbert Hofer in Juni bei einer Kundgebung der Freiheitlichen. In altbekannter Manier kamen die muslimischen Gemüter daraufhin in Wallung. Gleich mehrere Vertreter der muslimischen Community haben sodann den ehemaligen Bundespräsidentschaftskandidaten wegen Verhetzung anzeigen.

An vorderster Front hierbei die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ). Dessen Präsident bezeichnete Hofers Aussage als „unfassbare Entgleisung“. In einer Pressemitteilung zeigten sich die ATIB, Mitglied in der IGGÖ, überzeugt davon, dass „die Aussagen des Herrn Hofer gefährlicher als Corona sind. Die Heiligtümer einer staatlich-anerkannten Religion zu beleidigen, um Stimmen zu erzielen, ist eine billige und niveaulose politische Strategie“, so die „Rechtgläubigen“.

Mit an Bord der Entrüster und Islam-Verteidiger: die Kleinpartei „Soziales Österreich der Zukunft“ sowie die FPÖ-feindliche Gruppierung „FPÖ-Fails“. Auch sie erstatteten Anzeige wegen Hofers Äußerung.

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Die SPÖ zeigte sich einmal mehr in Hochform und forderte Hofer auf, sich vor den Islamvertretern in den Staub zu schmeißen und sich zu entschuldigen. „Hofers herabwürdigende Aussagen und skandalösen Vergleiche gegenüber der islamischen Religionsgemeinschaft sind vollkommen inakzeptabel“, sagte SPÖ-Geschäftsführer Christian Deutsch. Hofer müsse sich für seine „diffamierenden Provokationen“ entschuldigen.

Rückendeckung bekommt Hofer – für den Kurier „wenig überraschend“ –  vom Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp. Dieser richtet IGGÖ, Atib „und den weiteren überflüssigen Gruppierungen“ aus, man möge doch vor der eigenen Tür kehren. Die Genannten würden „tief im Islamistensumpf stecken“ und „jegliche westliche Grundwerte wie Meinungsfreiheit oder Gleichberechtigung von Mann und Frau ignorieren“.

Die FPÖ regte ein Verbot der IGGÖ an. Aussicht auf Erfolg hat diese  Forderung – und hier zeigen sich die Parallelen zu Deutschland – allerdings nicht.

Der IGGÖ – die sich als Körperschaft öffentlichen Rechts in Österreich als offizielle Vertretung und zuständig für die Verwaltung der religiösen Belange der in Österreich lebenden Muslime präsentieren kan – wird – wie die Ditib in Deutschland – von der Türkei als „außenpolitische Organisation der Türkei“ gesehen. Ebenso üben die Muslimbrüder auf die IGGÖ einen massiven Einfluß aus. Zudem wurde durch die Recherche-Plattform Addendum aufgezeigt, dass der, von der IGGÖ organisierte Islamunterricht an österreichischen Schulen durch die politisch-islamische Ideologie geprägt ist. Der Religionspädagoge Mouhanad Khorchide kritisiert vor allem die Fokussierung der IGGÖ auf das Kopftuch, wodurch eine sehr stark konservative Leseart des Islams dominiere, die nicht integrationsfördernd sei.  (SB)

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