Orientalische Superspreader-Events – Für deutsche Medien bei uns kein Thema

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Muslimische Hochzeit (Foto:Imago/ITAR-Tass)

Das bringen nur deutsche Qualitätsmedien fertig: Ein Reportage über die ausgelassene und (aus „Corona-Blickwinkel“ rücksichtslose) Feierkultur im Orient und der arabischen Welt, wo exaltierte Hochzeiten trotz geltender Pandemiebeschränkungen weiterhin als der Tagesordnung sind – ohne auch nur mit einer Silbe den Bogen zu Deutschland zu schlagen, wo die Vertreter dieses Kulturkreises genau dasselbe tun.

Was in den Herkunftsländern der arabischen und vorderasiatischen muslimischen Ethnien geschieht, die sich längst in Deutschland breitgemacht haben, vollzieht sich natürlich auch bei uns. Und wo sich die dortige Mehrheitsgesellschaft (deren Abkömmlinge hierzulande eine Gemeinschaft von Parallelmilieus bilden) einen feuchten Kehricht um staatliche Bestimmungen schert, sofern die eigenen religiösen und sozialen Traditionen betroffen sind, da kommt es dann eben auch zu „Superspreader-Events“.

Interessant ist, dass es die „Welt“ fertig bringt, dieses Problem mit dem kulturell-interessierten und doch distanzierten Auge des ambitionierten Auslandskorrespondenten für Saudi-Arabien, Palästina (Westjordanland und Gaza) oder Ägypten zu schildern, aber nicht auf den Gedanken kommt, dass dieselbe Traditionsverhaftung und Ignoranz gegenüber Corona-Restriktionen auch in Deutschland unter Angehörigen des fraglichen Kulturkreises besteht. Während sich die autochthone „biodeutsche“ Bevölkerung ganz überwiegend an die Vorgaben hält, tun es diese Soziotope bei den neuralgischen Zusammenkünften eben nicht: „Familienfeiern“, Beerdigungen, türkischen Hochzeiten, Moscheegemeinschaften.

Verschämte Übertragungsweigerung

Kommt es dann bei uns zu „Ausbrüchen“ (im Sinne von durch Testreihen ermittelter positiver Fallzahlenanstiege), dann wird meist entweder komplett verschwiegen, welcher Form „kultureller Eigenständigkeit“ wir die sich anschließenden Konsequenzen zu verdanken haben – oder es wird allenfalls verschämt von „Gottesdiensten“ oder „Großfamilientreffen“ geschrieben. Deutsche Großfamilien gibt es praktisch nicht mehr, die Wollnys und Mehrgenerationenhaushalte sind die absolute Ausnahme, und christliche Gottesdienste krankten auch schon vor Corona an massivem Teilnehmerschwund. Gemeint sind hier in Wahrheit: Moscheegebete und Clan-Meetings.

Wenn die „Welt“ dann für den Westjordan von einer „Party mit etwa 500 Leuten, ohne irgendeinen Schutz“, schreibt oder berichtet, dass die palästinensischen Behörden Dutzende Feste auflösen müssen und „Geldbußen, Festnahmen und Infektionen halten entschlossene Paare nicht davon ab, sich das Jawort zu geben und mit hunderten Gästen zu feiern“, oder dass in arabischen Familien „…große und üppige Hochzeitsfeste den sozialen Status hervorheben“, dann wäre die eigentlich interessante Frage, was dies für Deutschland bedeutet, wo nicht nur bereits Millionen Menschen aus diesen Ländern leben, sondern allmonatlich Zehntausende neu dazukommen. (DM)

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