Die Streeck-Connection: Lobbyismus durch das Schlafzimmer?

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Hendrik Streeck (Bild: Frank Burkhard, siehe Link, CC BY 2.5)

Das Muster „Mitte dreißig, gleichgeschlechtlich verheiratet, kinderlos, extrem ehrgeizig, hochvernetzt“ scheint sich in der Corona-Pandemie als dominierende Stanze für einflussreiche Personen des Gesundheitswesens zu entpuppen: Nach den „hochinteressanten“ Seilschaften um Gesundheitsminister Jens Spahns werden nun zunehmend auch fragwürdige Beziehungen um den prominenten Virologen Professor Hendrik Streek bekannt, Chef der Bonner Virologie und dort Amtsnachfolger von Christian Drosten.

Anders als der zuletzt ins Zwielicht geratene talentierte Dr. Drosten, dessen sphinxhafte Doppelsinnigkeit und Neigung zu Widersprüchen seinem Renommee einige Eintrübungen erlitt (leichter wäre es wohl einen Pudding an die Wand zu nageln, als diesen Top-Berater der Regierung auf eine verbindliche Aussage zu Corona festzulegen!), erfreute sich Streeck bislang eher einer „Credibility“ als liberaler, zurückhaltender Realist, der sich gegenüber harten Corona-Maßnahmen und der Gesamteinschätzung einer katastrophalen Viruspandemie sehr zurückhaltend gab.

Streecks Studien zu Gangelt und vor allem Heinsberg nährten erste wissenschaftliche Zweifel am Panikgebäude von Medien und Politik, und als er dann noch die Studie von Christian Drosten zur Infektiosität von Kindern methodisch kritisierte (was von den Medien zum „Virologen-Zoff“ aufgebauscht wurde), flogen ihm die Herzen der hoffenden Deutschen zu, die des Beschränkungswahnsinns überdrüssig waren.

Doch leider bekommt nun auch Streecks makelloser Lack einige unschöne Kratzer – und diese betreffen, anders als bei den anderen TV-Prominenten dieser Krise wie Drosten oder RKI-Tierarzt Lothar Wieler, nicht seine wissenschaftliche Valenz oder irgendwelche konfusen Aussagen oder Prognosen – sondern sein persönliches Umfeld und damit die ureigene Motivlage hinter seinen vertretenen Positionen. Grund sind die Verbindungen seines Ehemanns Paul Zubeil, der als Diplomat in Brüssel für den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) tätig ist.

Lauwarme Gespanne

Der UNFPA ist der weltweit größte Fonds zur „Finanzierung von Bevölkerungsprogrammen“. Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bestätigt freimütig auf seiner Webseite: „Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (United Nations Population Fund, UNFPA) beschäftigt sich mit Fragen der reproduktiven Gesundheit und der Bevölkerungsentwicklung in den Entwicklungsländern. Seine Aufgabe ist es, weltweit das Bewusstsein für diese Themen zu fördern. UNFPA unterstützt Programme, die Frauen, Männern und jungen Menschen bei der Familienplanung helfen und ungewollte Schwangerschaften verhindern.

Mit dieser Agenda verfolgt der Fons praktisch dieselben Interessen wie die weltgrößte, finanzstärkste Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung, die für Impfungen, Geburtenkontrolle und Sterilisationen eintritt. Da ist es kaum überraschend, dass zwischen UNFPA und Gates-Foundation diverse Kooperationsabkommen bestehen und letzterer einer der wichtigsten Geldgeber diverser Einzelprojekte ist, die von dem Fonds begleitet, unterstützt oder ermöglicht werden, was der UN-Fonds selbst öffentlich bewirbt. Die bestens informierte alternative Bloggerin Franzi Proske legte die Hintergründe auf ihrer gleichnamigen Seite unter dem Titel „Die Spur des Geldes“ offen.

Die Beziehungen erinnern auf gewisse Weise an die (lau)warmen Verflechtungen im Umfeld von CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn – dessen Ehemann Daniel Funke, erstaunlicherweise wenige Monate, ehe sein Gatte dann dank Corona zum mächtigsten Politiker der Republik aufstieg – gegen fürstliches Salär als Medien-Lobbyist des Burda-Verlags (u.a. „Focus“) für die Beziehungspflege zur Berliner Politcréme eingesetzt wurde. Wer sich wundert, warum „Focus“ zu den alarmistischsten Katastrophenmedien der Pandemie gehört, findet hier die Antwort. Die Erfolgsdynamik hinter diesem schwulen Power-Paar ist echtes Teamwork: Der eine trommelt für die Krise, die dem anderen Macht, Profilierung und politische Aufstiegschancen sichert.

Gates-Nähe als Schlüssel?

Inwieweit dies nun beim Ehepaar Streeck ähnlich laufen könnte, bleibt abzuwarten. Proske kommt jedenfalls zu dem Schluss, dass  Zubeil als stellvertretender UNFPA-Geschäftsführer somit in unmittelbarer geschäftlicher Nähe zum weltweit größten Bevölkerungsfonds steht und „...mit Bill Gates und dessen fragwürdigen Interessen verbunden“ ist. Durchaus drängen sicher  Fragen auf, inwieweit die berufliche Tätigkeit von Streeck als Virologe von dieser Nähe zu Gates, der im Zuge der Corona-Pandemie eine eindeutige Agenda verfolgt und größter Einzelgeldgeber der WHO ist – deren Einschätzung als „Pandemie“ die rechtliche Grundlage für den rechtlichen und gesetzlichen Ausnahmezustand in den meisten Ländern darstellt, etwa auch in Deutschland, wo die „epidemische Notlage von nationaler Tragweite“ der direkten WHO-Empfehlung folgt.

Seit Beginn der Pandemie, schreibt Proske, „laviert sich der Virologe Prof. Hendrik Streeck nonchalant als everybody’s Darling durch die Talkshows. Mal kritisiert er seinen Vorgänger und Starvirologen Prof. Drosten, mal wendet er sich gegen die regierungsseitig betriebene Panikmache. Immer höflich-zurückhaltend und wenig Angriffsfläche bietend.“ Auffallend jedoch sei, dass sich Streeck seit einigen Tagen in mehreren Interviews und Stellungnahmen auffallend deutlich und ungewöhnlich scharf gegen all jene positioniert, die die Verhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen in Frage stellen – von fachlich fundierten Skeptikern bis hin zu „Querdenkern“. Vor allem Panikformate wie „n-tv“ griffen diesen bemerkenswerten Sinneswandel natürlich begierig auf.

Mit Blick auf das in die „heiße Phase“ eintretende Rennen um den Impfstoff, für dessen Akzeptanz die Beschwörung und „Aufrechterhaltung“ der Pandemie durch anhaltende Verunsicherung der Bevölkerung natürlich zwingende Voraussetzung ist – einem Rennen, bei dem sich der wichtigste Kooperationspartner seines Ehemanns die führende Rolle und entsprechende Patente erhofft – macht Professor Streecks plötzliches Einschwenken auf die „Staatsräson“ natürlich Sinn. Man könnte auch von einem klassischen Ziel- und Interessenkonflikt sprechen. Proske: „Offenbar hat sich Streeck nun zugunsten der prosperierenden Geschäfte seines Ehemannes mit Bill Gates entschieden.“ Sollte dem tatsächlich so sein, dann bliebe zu konstatieren: Auch in dieser Krise kommt wieder einmal das Fressen vor der Moral – selbst bei Medizinern. (DM)

 

 

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