Hat die Pandemie dem Söder den Kopf verdreht? Coronavirus „ist wohl noch ansteckender als früher“

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(Bild: Bayerische Staatsregierung)

Man weiß wirklich nicht mehr, ob der eine oder andere Politiker in der Pandemie seine Tassen im Schrank kaputt gemacht hat.

Folgende Aussage muss auf jeden Fall jeden klar denkenden Menschen erschüttern:

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt davor, die Pandemie weniger ernst zu nehmen. „Corona kann man nicht ausblenden. Fakt ist, dass Corona nie weg war und nun sogar mit voller Wucht zurückkehrt“, sagte Söder der „Welt“ (Freitagausgabe).

Das Virus sei „genauso gefährlich wie vorher, und es ist wohl noch ansteckender als früher“. Die Eindämmung der Pandemie sei die einzige vernünftige Maßnahme. „Die Durchseuchung kann für uns keine Strategie sein“, sagte der CSU-Chef.

Ein zweiter Lockdown müsse unbedingt verhindert werden. Söder warnte, dass die Überbrückungshilfen des Staates für die Wirtschaft endlich seien. Es sei daher wichtig, weitere Nachfrageanreize zu schaffen.

„Wir werden eine massive Senkung von Unternehmenssteuern und Energiepreisen benötigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagte der Ministerpräsident. „Wir müssen einzelne Nachfrageelemente schaffen, zum Beispiel im Luftverkehr beim Austausch von Flugzeugen oder durch Recyclingprogramme für Verbrennerautos.“

Wahrscheinlich meint er die „Fallzahlen“, die in die Höhe schießen. Doch er müsste auch wissen, dass diese NUR wegen des erhöhten Testaufkommens zustande kommen und das weiterhin nicht mal 300 Intensivbetten belegt sind – höchstwahrscheinlich mit sehr alten und vorerkrankten Patienten.

Wieso ist dann diese Virus immer noch gefährlich und sogar noch ansteckender?

Wer solche Sprüche raushaut, ohne einen einzigen Beleg vorzuweisen, handelt unverantwortlich. Es ist jetzt Sache der Bayern, diesen Pandemie-König in seine Schranken zu weisen.

Etwas differenzierter will Armin Laschet den Testrausch behandeln:

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident strebt jetzt endlich eine neue Art der Risikobewertung in der Corona-Pandemie an. „Mit Corona leben lernen bedeutet in erster Linie, alle Entwicklungen genau im Blick zu haben. Dabei dürfen wir nicht nur auf die reinen Infektionszahlen schauen“, sagte Laschet dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe).

Vor der nächsten Videoschalte von Bund und Ländern am kommenden Dienstag fordert er, die Kapazität der Krankenhäuser und die Zahl der intensivmedizinisch behandelten und beatmeten Covid-19-Patienten stärker in die Lagebewertung einfließen zu lassen. „Gleiches gilt für den Anteil zurückverfolgbarer Infektionen, die Anzahl der Tests und den Anteil positiver Testergebnisse“, so Laschet. Der Ministerpräsident übernimmt damit einen Vorschlag seines Corona-Expertenrates, der für eine „differenzierte Sichtweise“ auf das Virus im Herbst und Winter plädiert.

Als Beispiel für ein Frühwarnsystem führt der Expertenrat in seiner Stellungnahme Österreich an, das ein auf mehreren Kennziffern beruhendes Modell zur regionalen Steuerung der Corona-Maßnahmen eingeführt hat, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf das Dokument. Die Vorschläge sieht Laschet auch als Blaupause für den Bund. „Wir brauchen für ganz Deutschland ein standardisiertes Corona-Monitoring, das die Pandemieentwicklung kommunenscharf abbildet“, sagte er.

Nach Informationen des „Handelsblatts“ unter Berufung auf Regierungskreise gibt es im Bundesinnenministerium ebenfalls Gedankenspiele, eine bundesweite „Ampel“ zur Risikobewertung in der Pandemie einzuführen.

Und auch Jens Spahn scheint etwas zurück zu schrauben:

Der Bundesgesundheitsminister hat sich nun doch gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. Aus seiner Sicht mache es Sinn, dass eine solche Pflicht zum Maskentragen auf öffentlichen Plätzen „lokal, regional, nach dem Infektionsgeschehen“ beschlossen werde, sagte Spahn am Donnerstag den ARD-Tagesthemen. Es komme immer darauf an, was die Quelle für erhöhte Infektionszahlen sei, sagte der CDU-Politiker.

In den meisten anderen Fällen größerer Infektionsausbrüche bedürfe es anderer Maßnahmen als etwa in Berlin und München, wo das erhöhte Infektionsgeschehen vor allem mit Feiern zusammenhänge, das man nicht einer einzigen Quelle zuordnen könne und das mit dem zu tun habe, „was draußen auf den Plätzen und öffentlichen Orten stattfindet“. Spahn bekräftigte, dass ab Mitte Oktober neue Quarantäneregeln für die Rückkehr aus Risikogebieten gelten sollen. Wer nach einem Aufenthalt von mehr als 48 Stunden Länge aus einem Risikogebiet zurückkehre, müsse demnach anschließend in Quarantäne.

Generell gelte dies für zehn Tage. Bereits nach fünf Tagen könne man sich jedoch testen lassen „und wenn der Test negativ ist, kann die Quarantäne beendet werden“.

Irre aber bleibt die ganze Sache trotzdem und ob wir jemals aus diesem Albtraum erwachen werden, ist mehr als fraglich. (Mit Material von dts)

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