Corona und kein Ende: Diesem Land ist nicht mehr zu helfen

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Auf dem Weg zur Schutzimpfung (Symbolfoto: Von Couperfield/Shutterstock)

Wenn die Krankenhäuser gähnend leer sind, wenn niemand ernstlich krank ist, wenn Kerngesunde in Quarantäne gesteckt werden und selbst kleine Kinder bizarren Maskenritualen unterworfen werden – und wenn mit Begriffen hantiert wird, die eigentlich  gesundheitspolitischen Ernstfällen und echten Notfällen vorbehalten sein müssten, zu denen diese Virusinfektion DEFINITIV nicht gehört, dann weißt du, dass du in der offenen Corona-Psychiatrie Deutschland lebst. Wenn gehorsame Richter Grundrechte beugen, wenn Schülern durch Gehirnwäsche schon in der Grundschule natürliches Sozialverhalten ausgetrieben wird – und wenn Städte Corona-Alarm schlagen, wenn ein 97-jähriger mit Vorerkrankungen stirbt. 

Man hält den Wahnwitz stets für nicht mehr steigerungsfähig, doch jeder Monat übertrifft den vorangegangenen. Regionale Häufungen von durch künstlich ausgeweitete Tests ermittelten Fällen heißen jetzt „Hot Spots“, auch wenn keiner der Betroffenen überhaupt Symptome zeigt. Auf Grundlage massiv fehlerbehafteter Testverfahren positiv Getestete heißen unterscheidungslos „Neuinfizierte“. Verdoppelt sich die Zahl der an einem bestimmten Ort ermittelten Personen mit Antikörpern gegen Sars-Cov2 im Körper, weil die Tests ebenso verdoppelt wurden, und bleibt die relative Inzidenzrate somit exakt gleich, dann nennt man dies neuerdings „Ausbruch“. Sind diese Begriffe erst in einmal in den Köpfen verankert, dann erübrigt sich jede kritische Reflexion, jedes Innehalten zum Zwecke der Vergegenwärtigung, was man sich noch bis vor sechs Monaten unter der Terminologie eigentlich vorgestellt hätte, die uns jetzt täglich um die Ohren gehauen wird – oder was man sich auch noch in der Anfangszeit der Pandemie an Angstbildern ausgemalt hatte, die uns bevorstehen oder nur mit viel Glück abgewendet werden könnten.

Anders als in der Spanischen Grippe vor 100 Jahren oder auch in späteren, ohne globale Hysterie „laufengelassenen“ Pandemien wie etwa der Hongkong-Grippe oder den großen Influenza-Wellen sehen wir hier NICHTS von dem, was für eine gefährliche, potentiell für jeden kritische Infektionskrankheit normal wäre: Nirgends werden Menschen in provisorischen Zelten notversorgt, werden Sterbenskranke oder gar Leichen aus den Häusern getragen, kollabieren Leute auf der Straße oder zuhause, sind Kliniken und Behelfslazarette überfüllt und arbeiten die Ärzte am Leistungslimit. Zum Glück ist das so – und war selbst in den uns im Frühjahr gezeigten Szenen aus dem Ausland stets nur die Ausnahme, NICHT die Regel, wie wir heute wissen. Das ist kein Anlass zur Verharmlosung, doch es sollte die Verhältnisse endlich wieder zurechtrücken: Hier wird pausenlos „Feuer“ gebrüllt, doch es brennt nicht. Und wehe, wenn es irgendwann wirklich brennt.

Irrende Experten, irre Laien

Doch unverdrossen ziehen die Verantwortlichen ihren Stiefel durch. Zum täglichen Irrsinn, der uns zugemutet wird, gehört etwa, dass sich Experten pausenlos selbst widersprechen, aber dennoch die exklusive Autorität innehaben, als Regierungsberater über Maßnahmen mitzubestimmen, die uns letztlich alle in unserer Freiheit beschneiden. Virologe Drosten etwa, der in Sachen Unkenrufen Söder und Lauterbach inzwischen kaum noch nachsteht und mehr Fehleinschätzungen zu verantworten hat als der FC Köln Fehleinkäufe – etwa seine Prognose, in Deutschland sei mit knapp 280.000 Toten zu rechnen oder in Afrika bräche zwischen Juni und August die Apokalypse aus; oder Kinder seien hochgradig Corona-infektiös, weshalb die Schulen dichtmachen müssten. Nichts von alledem erwies sich als wahr. Ausgerechnet die Maskenpflicht jedoch verteidigt Drosten bis aufs Messer, nachdem er sie selbst zuvor für unsinnig und nutzlos erklärt hatte.

Zu welchen verstörenderen, teilweise protofaschistischen und psychopathischen Folgen diese gängelnde Symbolpolitik führen kann, beschreibt Boris Reitschuster aktuell gerade in einem lesenswerten Beitrag. Und jetzt, wo sich deutsche Kommunen von Hamm über Dingolfing-Landau bis Eutin gegenseitig den Rang ablaufen, wer als schlimmster Corona-Brennpunkt den Auftakt zur „zweiten Welle“ stellen und zum Testlauf des zweiten Lockdowns taugt (einzelne Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sind bereits erlassen) – da wurde Drosten vorgestern zitiert, die Pandemie werde „jetzt auch bei uns richtig losgehen“. Auf massive Kritik in den Netzen (unter anderem auch von Prominenten wie Jörg Pilawa) ruderte Drosten gegenüber der ZDF zurück, die Aussage sei nicht aktuell – er habe sie bereits vor zwei Monaten getätigt. Was es allerdings nicht besser macht – denn weil seither bekanntlich nichts „richtig losging“, ist der Gehalt auch dieser Drosten-Warnung entzaubert.

Das Pendant zu irrenden Virologen, die es eigentlich besser wissen müssten, ist dann das des fachfremden Politikers, der zwar keine Ahnung hat, sich aber trotzdem Urteile anmaßt: So fühlt sich ausgerechnet der CDU-Vorsitzbewerber Norbert Röttgen, Außen- und Sicherheitsexperte seiner Partei, berufen, mit einem „neuen Lockdown“ zu drohen, sollten die „Corona-Zahlen im Herbst weiter ansteigen“. Auch CSU-Panikpapst Markus Söder hatte diese Woche in seiner zornigen Suada gegen feiernde Jugendliche mit einem Lockdown gedroht.

Drohungen mit zuvor für sinnlos erklärten Lockdowns

Hatte nicht Gesundheitsminister Jens Spahn vor drei Wochen erst erklärt, „mit dem Wissen von heute“ hätte man den Lockdown nicht gebraucht? Wie können dann profilierungssüchtige medizinische und epidemiologische Laien unter den Politikern diese Möglichkeit zur Verunsicherung der Bevölkerung abermals in Feld führen= Nicht einmal „Psycho-Benchmark“ Karl Lauterbach (der derzeoit seinen Beitrag zum kollektiven Irrsinn leistet, indem er für eine generelle Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen trommelt) möchte da noch mitgehen: „Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal so einen Lockdown wie vor ein paar Monaten zu erleben, halte ich für gleich null“.

Lauterbach selbst muss sich derzeit gegen Vorwürfe wehren, er würde Panik verbreiten; Komikerlegende Dieter Hallervorden hatte ihn am Dienstag bei „Hart aber fair“ entsprechend tituliert. Naiv erwiderte Lauterbach gestern laut „dts Nachrichtenagentur“, er wüsste gerne, „womit genau ich Panik verursachen würde. Denn ich beschreibe Möglichkeiten, wie wir eine zweite pandemische Welle beherrschen können – und zwar mit dem Ziel, die Ruhe bewahren zu können.“ Ein guter Gag: Niemand hatte mehr Ängste angefacht und Horrorszenarien in der Debatte heraufbeschworen als er.

Was in dieser nach wie vor surrealen Ausnahmelage ebenfalls auffällt, ist einerseits die ausgeprägte Bereitschaft, die einheimischen, biodeutschen „Untertanen“ möglichst kompromisslos und drakonisch zu gängeln – durch hohe Bussgelder für „Regelverweigerer“ in öffentlichen Verkehrsmitteln, durch Isolationen und Zwangsquarantänen und sogar unangemeldete häusliche Kontrollen. Andererseits wird dann kein Wort darüber verloren, dass tatsächlich die meisten sogenannten „Superspreader-Events“ von Muslimen oder Migranten als Angehörigen von Parallelgesellschaften zu verantworten sind – Moscheegemeinden, Großfamilien, Hochzeiten oder Beerdigungen, deren Teilnehmer sich auch in Nicht-Coronazeiten schon an keine staatliche Regeln halten und es jetzt auch nicht. Ausbaden darf dann aber die „regeltreue“ autochthone Bevölkerung die Folgen, wenn die willkürlichen „Ampeln“ anspringen.

Es ist alles nur noch verrückt. Da erklärt die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, gestern, dass die – mit Werbeausgaben über 100 Millionen Euro teure – Corona-Warn-App laut Amtsärzten „nur einen geringen Nutzen in der Bekämpfung der Pandemie“ habe und „in der alltäglichen Arbeit der deutschen Gesundheitsämter so gut wie keine Rolle“ spiele. Es komme „äußerst selten“ vor, dass sich ein App-Nutzer wegen eines entsprechenden Warnhinweises bei den Ämtern melde. Wie auch schon beim Masseneinkauf sündhaft überteuerter, fehlerhafter und nicht vernünftig distribuierter Schutzmasken durch Spahns Ministerium im Frühjahr interessiert sich auch hier niemand für Geldverschwendung und -vernichtung. Und die Regierung, die uns solche Flops beschert, reklamiert für sich die Weisheit, das richtigen Augenmaß bei Freiheitseinschränkungen zu besitzen. (DM)

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