Karrierefrauen machen auf Emanze: Hat Sawsan Chebli etwa keinen G-Punkt?

0
Sawsan Mohammed Chebli, Foto: Imago

Drama, Baby: Ein kurzer Rückfall vom „BLM“- in den „Metro“-Modus gab es gestern in der Bonner Ludwig-Erhard-Stiftung – ausgelöst durch einen „Sexismus“-Alarm, für den Stiftungsvorsitzender Roland Tichy verantwortlich gemacht wurde: Als Herausgeber seines liberal-konservativen Magazins „Tichy’s Einblick“ (TE) verantwortete er den Abdruck eines Beitrags, der sich unter anderem um den G-Punkt der SPD-Staatssekretärin Sawsan Chebli drehte. Grund genug für CSU-Staatsministerin Dorothee Bär, der Stiftung aus Protest den Rücken zu kehren.

In der aktuellen Ausgabe von TE thematisierte der Autor Stephan Paetow in seinem „etwas anderen Monatsrückblick“ die Absicht Cheblis, dem Regierenden Bürgermeister Berlins, ihrem Parteigenossen Michael Müller, Konkurrenz um den Listenplatz für ein Bundestagsmandat zu machen. Dabei fand er bekanntlich wenig schmeichelhafte Worte:

(Screenshot Ausriss: Tichys Einblick)

Weil der Artikel „frauenverachtende und in höchstem Ausmaß sexistische Äußerungen gegenüber meiner Kollegin Sawsan Chebli enthält„, kündigte Bär laut „Handelsblatt“ die Mitgliedschaft in der Ludwig-Erhard-Stiftung; eine reichlich überzogene und zudem fehlgerichtete Reaktion nach dem Motto „Man drischt den Sack und meint den Esel“ – denn die auf Förderung der Sozialen Marktwirtschaft ausgerichtete Einrichtung, gegründet von und benannt nach dem Wirtschaftswundersinnbild und zweiten Bundeskanzler der Bundesrepublik, ist nicht das Privateigentum von Roland Tichy, sondern wird von diesem nur kuratiert.

Die feministische Solidarität zwischen der palästinensischstämmigen Fremdschäm-Genossin, die von Peinlichkeit zu Peinlichkeit, von Stilblüte zu Stilblüte schlittert, und der Digitalisierungsministerin im Kanzleramt, Bär, ließ parteipolitische Differenzen in den Hintergrund treten. Hier waren wohl eher die Gemeinsamkeit zwischen den beiden ausschlaggebend: Bär und Chebli sind Karrierefrauen in Merkels Polit-Hühnerstall, die zu den attraktiveren weiblichen Erscheinungen der großen Koalition zählen, politisch jedoch beide alles andere als eine Erfolgsbilanz vorzuweisen haben und sich deshalb seit jeher dem Vorwurf ausgesetzt sehen, sie verdankten ihren Aufstieg alleine ihrer Rolle als inoffizielle „Quotenfrauen“, im Falle von Chebli zusätzlich als „Quotenmigrantin“. Beide weisen diese Vorhaltungen vehement von sich, Chebli klagt zumeist sogleich. Als „Staatssekretärin für Dingsbums“ hat sie dafür viel Zeit – sie bekannte ja auch, pro Woche  „bis zu 30 Strafanzeigen“ zu schreiben.

Immerhin: Die wenig charmante, aber keinesfalls justiziable Volte in TE bescherte Chebli wieder einmal die Gelegenheit, in ihre Paraderolle zu schlüpfen – die des Opfers. Diesmal nicht von „Rassismus“, von „Fremdenfeindlichkeit“ oder „Islamophobie“, sondern mal wieder von „Sexismus“:

(Screenshot:Twitter)

Das Kreisen um ihren G-Punkt eignet sich für dieses Stigma deutlich besser als frühere, von ihr ebenfalls als unterschwellige Frauenfeindlichkeit ausgemachte Berichte über ihre Präferenzen als Rolexträgerin oder als SPD-Luxusweibchen. Wobei wir uns schon wundern, was Chebli an dem Beitrag eigentlich so auf die Palme brachte: Die Behauptung, dass sogar Journalistinnen an ihr kein anderes Eignungsattribut als ihre Weiblichkeit (hier pars pro toto auf die Gräfenberg-Zone im Schambereich reduziert) für ihre Politkarriere ausfindig machen konnten? Oder fühlt sich Chebli womöglich diskriminiert, weil ihr diese erogene Zone fehlt? Das wäre dann immerhin eine Gemeinsamkeit mit den innerparteilichen Chauvi-Genossen. (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram