Nach Regionalwahlen in Italien: Mitte-Links behält die knall-rote Toskana

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Matteo Salvini (Foto:Von Marco Aprile/shutterstock)

Italien – Die Regionalratswahlen in sieben italienischen Regionen haben ein Patt gebracht: Dreimal siegte Mitte-Rechts, dreimal Mitte-Links. Der große Gewinner: Der amtierender Präsident der Region Venetien, der Lega-Politiker Luca Zaia holte in Venetien 76 Prozent der Stimmen. Der deutsche Mainstream zeigt sich erleichtert, dass der befürchtete „Rechtsruck“ ausgeblieben sei und erklärt das Mitte-Links-Lager kurzerhand zum Sieger.

In sieben Regionen – Venetien, Ligurien, Toskana, Marken, Kampanien und Apulien – wurde am Wochenende einschließlich bis Montag ein neuer Regionalrat gewählt. Insgesamt 35 Kandidaten waren im Rennen um die Posten des Präsidenten der Regionen. Zudem haben die Italiener in einer verfassungsändernden Abstimmung dafür gestimmt, ihr Parlament um rund ein Drittel zu verkleinern.

Die Mitte-Links-Koalition musste Rückschläge hinnehmen, verteidigte aber die ultralinke Toskana. Auch in Apulien und in Kampanien lagen die Links-Kandidaten vorne und verteidigten ihr Amt, jubelt nicht nur der Spiegel. Konkret jedoch stürzten die Zustimmungswerte der linken Fünf-Sterne-Bewegung in allen der sieben italienischen Regionen ins Bodenlose. Nur in Apulien und Kampanien konnte die Partei überhaupt zweistellige Werte erreichen und erhielt den Hochrechnungen zufolge 11,2 und 12,5 Prozent.

In den bisher von der links-liberalen PD regierten Regionen setzte sich der Mitte-Rechts-Kandidat Francesco Acquaroli durch, der für „Fratelli d’Italia“ („Brüder Italiens“), von den Mainstreammedien als „rechtspopulistisch bis rechtextrem“ titulierte Partei, antrat. „Fratelli d ́Italia ist die einzige Partei, die von Nord- bis Süditalien wächst“, erklärte Parteichefin Giorgia Meloni.

Der große Sieger des Abends war aber der Präsident Venetiens, Luca Zaia. Der 52-Jährige, der sich während des Coronavirus-Lockdowns durch gutes Management profiliert hat, wurde mit fast 76 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Auch in Ligurien verteidigte der zum Mitte-Rechts-Lager gehörende Präsident Giovanni Toti sein Amt.

Lega-Chef Matteo Salvini zeigte sich zufrieden. Einen ungewöhnlich hohen Triumph feierte Salvinis Lega dabei im Veneto. „Die Mitte-Rechts-Koalition mit der Lega ist die Mehrheit in Italien. Sie regiert in 15 der 20 italienischen Regionen“, kommentierte er das Wahlergebnis, und er hob hervor, dass der Movimento Cinque Stelle in vielen Regionen von den Wählern schwer bestraft worden sei. Sie sei auf regionaler Ebene von der Parteienlandschaft verschwunden, so der Lega-Chef. (SB)

 

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