Hallervorden vs. Lauterbach: Scherzkeks macht Witzfigur platt

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Karl Lauterbach (SPD) (Foto: Imago)

Am Montag kam es für den Dauertalker und berufsmäßigen Corona-Paniker Karl Lauterbach (SPD) knüppelhart. Frei nach dem Motto „sechs gegen einen“ bekam er nicht nur von Dieter Hallervorden den Vorwurf, gezielt Panik zu verbreiten, um die wichtigtuerischen, sozialistischen Ohren gehauen. 

Es vergeht so gut wie keine Woche, wo der vermeintliche „Gesundheitsexperte“ der SPD, Karl Lauterbach, nicht seinen fliegebefreiten Hals – er erhofft sich durch den geöffneten Hemdkragen witzigerweise eine höhere Akzeptanz beim jungen Publikum – in einer der öffentlich-rechtlichen Talkshowrunden präsentiert. Der selbsternannte „Godfather of Corona“ war – zwar sicherlich nicht unvermeidlicherweise – somit auch wieder  zu Wochenbeginn – dieses Mal am Montag bei Frank Plasbergs „Hart aber Fair“ Politshow in der Runde vertreten.

Neben dem 57-jährigen Mediziner Lauterbach, der nie als Arzt tätig war und erst 2010 die Approbation als Arzt erwarb, in Parteikreisen auch als „Karlchen Überall“ und als „die begnadetste Ich-AG des Bundestages“ bekannt, nahmen in der Corona-Plauderrunde mit dem Thema „Rücknahme der Corona-Einschränkungen in Fußballstadien, Theater- und Kinosälen“ weitere „Corona-Experten“ Platz. So der Schauspieler und Theaterintendant Dieter Hallervorden (Berliner Schlosspark Theater), der Ex-Fußballnationalspieler und heutiger Geschäftsführer von Herta BSC, Michael Preetz, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, Springer-Redakteurin Susanne Gaschke (Welt) und Karoline Preisler, Kommunalpolitikerin bei der FDP und Ex-Corona-Erkrankte.

Alle Geladenen einte der Applaus in Richtung der Merkel-Regierung, mit der „Corona-Pandemie“ toll umgegangen zu sein und uns alle mehr oder minder gerettet zu haben. Auffällig jedoch, dass bereits sehr früh klar wurde: Karl Lauterbach ist nicht wirklich gut gelitten. Und Lauterbach legt in altbekannter Besserwisser und Volksbevormundermanier los: Er findet es unmöglich, dass Menschen auf Fußballtribünen mit den Nachbarn gesprochen hätten, denn das führe ja bekanntlich zu Tröpfcheninfektionen. Wenn die „Zahlen“ jetzt wieder steigen, „werden wir die Stadien wieder zuschauerfrei machen“, so Lauterbach. Und es werde sich ganz sicher, sobald sich das Wetter ändern und kühler wird, Schlimmes tun. Wie Spanien und Österreich dies schon jetzt erfahren, nämlich eine Zunahme der Belegung von Intensivbetten, würde auch Deutschland Probleme bekommen. Besonders verheerend werde es nach Ansicht des Apokalyptikers für die Kinder in der Schule.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, reicht es als Erstem in der Runde. Gassen hatte bereits in der vergangenen Woche vor zu viel Panikmache in Sachen Corona gewarnt und Gestalten wie Lauterbach oder Markus Söder aufgefordert, endlich mehr Gelassenheit walten zu lassen, da permanenter Stress den Gesundheitszustand der Menschen massiv schädige, eventuell in einem Ausmaß, wie es Covid-19 nicht vermag. Gassen zeigte sich verwundert, dass die Deutschen eine Reihe von Einschränkungen so klaglos haben über sich ergehen lassen, „das hat es in Deutschland seit über 80 Jahren nicht gegeben“.

„Was man befürchtet, was man vermutet, was vielleicht erschreckenswerterweise kommen kann“ –  auch die Journalistin Susanne Gaschke kann die skandalösen Lauterbachklagen nicht mehr hören. Für Gaschke, ehemalige Zeit-Redakteurin und aktuell für Welt und Welt am Sonntag tätig, ist Lauterbachs Panikmache nichts weiter als die anhaltende Legitimation der Einschränkungen. Er als Parlamentarier habe die verdammte Aufgabe, die Maßnahmen immer neu zu hinterfragen. Gaschke nennt das „Grundrechte einschränken auf Vorrat“ und wundert sich, dass das Parlament nicht täglich tagt und darüber spricht, wie lange die Einschränkungen eigentlich noch andauern sollen. Gaschke trat im Mai 2020 aus der SPD aus und begründete den Schritt unter anderem mit „ehrlosem Verhalten“ der Partei gegenüber ihrem Ehemann Hans-Peter Bartels, der in seinem Amt als Wehrbeauftragter nicht wieder nominiert und durch die als winkender Teletubbie bekannt gewordene SPD-Frau Eva Högl ersetzt worden war. Gaschke kritisierte laut und vernehmlich den „volkspädagogischen  Ansatz“ ihres Ex-Genossen Lauterbach.  „Präventives Einschränken von Grundrechten“ á la Lauterbach kam bei der FDP-Kommunalpolitikerin und Ex-Corona-Erkrankten Karoline Preisler ebenfalls ganz schlecht an.

Als Karl Lauterbach dann auch noch verkündete, er möchte private Feiern zukünftig auf 25 Personen beschränken, geht auch dem 85-jährigen Dieter Hallervorden die Contenance verloren. „Das sind ja keine Warnungen mehr, das ist Panikmache. Ich kann es nicht mehr hören. Da hilft man den Leuten auch nicht mit. Man muss doch irgendwo eine Hoffnung haben, dass es besser wird.“

Das anschließende Gejammer des selbsternannten Corona-Warriors Lauterbach, er sei gegen jegliche Panikmache, wurde mit Gelächter quittiert. (SB)

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