Wenn Rekers Armlänge nicht mehr ausreicht: Polizeiempfehlungen, wo Frauen nicht allein hingehen sollen

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Eine Armlänge reicht da nicht mehr (Bild: shutterstock.com/Von Burdun Iliya)

NRW/Köln – Die Polizei hat deutliche Empfehlung herausgegeben, welchen Orte für Frauen besonders gefährlich sind, wenn sie unterwegs sind. Die Gefahren, die dort lauern, gehen von aufdringlichen Sprüchen bis hin zu sexuellen Übergriffen. Hier scheint Der von Kölns Oberbürgermeisterin Reker empfohlene Amlängen-Abstand längst schon nicht mehr auszureichen.

Eine Umfrage der Kinderhilfsorganisation Plan International Deutschland e.V. zeigt, dass sich kaum eine Frau sicher fühlt, wenn sie in Hamburg, Berlin, Köln oder München unterwegs ist. Das ist das Ergebnis der von Plan International von Januar bis März dieses Jahres durchgeführten Befragung „Safe in the City?“ zur gefühlten Sicherheit in deutschen Großstädten. Knapp 1.000 Teilnehmerinnen setzten dazu auf interaktiven Städtekarten so genannte “Pins“ (Markierungen) an Orte, die sie als sicher oder unsicher erlebt hatten. Von den insgesamt 1.267 gesetzten Ortsmarkierungen wurden 80 Prozent als negativ eingestuft.

Die Einstufungen wurden Beispiel mit aufdringlichen Sprüchen beim Joggen im Park, mit schlecht beleuchteten Straßen auf dem Heimweg, Verfolgungen oder unsittlichen Berührungen durch Männer begründet. „Unsere Umfrage zeigt, dass Mädchen und Frauen sich in ihrer Stadt nicht wirklich sicher und frei bewegen können“, so Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. Im Schnitt hat jede der Teilnehmerinnen einen unsicheren Ort in ihrem Umfeld markiert. Jede vierte Frau hat sexuelle Belästigung erlebt und jede fünfte wurde schon mal verfolgt, beschimpft und bedroht.

Der Umfrage zufolge wurden in Köln folgende Straßen und Orte häufig als Problemplätze genannt. Die Polizei gibt eine deutliche Empfehlung an Frauen aus, hier lieber nicht allein hinzugehen:

  • Venloer Straße: „Häufig sexuelle Übergriffe“
  • Ebertplatz: „Sexuelle Belästigung und Übergriffe“
  • Innerer Grüngürtel: „Keine Beleuchtung“
  • Hohenzollernring: „Männergruppen, die Frauen belästigen, vor allem am Wochenende“
  • Haltestelle Friesenplatz: „Belästigungen durch Obdachlose und betrunkene Männer“
  • Christophstraße/Mediapark: „Riesige Tiefgarage, sehr unübersichtlich. Viele Drogenabhängige, die offen konsumieren. Hier braucht es Sicherheitspersonal und Kameras.“
  • Bereich Hansaring: „Zwielichtige Klientel. Abends viele Männergruppen, die sexistische Kommentare abgeben. Kein Sicherheitspersonal“

Polizeisprecher Thomas Held betont jedoch gegenüber dem Express, dass trotz der genannten Problembereiche man natürlich bedenken müsse, dass Köln als deutsche Großstadt sicher sei. In den aller-allermeisten Fällen wird beim Entlangehen der Straßen nichts passieren, so die eigentlich nur noch als Bankrotterklärung zu bezeichnende Möchte-gern-Beruhigung der Polizei. Und für alle Sexualstraften gilt: Es kann immer und überall passieren, da kommt es nicht auf Hotspots an. Na dann. (SB)

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