Warum mauern Sie bei den Selbstmordzahlen, Herr Spahn?

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Selbstmord (Symbolbild:Imago/ITAR-Tass)

Unfassbare Ahnungslosigkeit – oder dreiste Lüge? Dem Bundesgesundheitsministerium liegen angeblich keine Erkenntnisse zur Entwicklung der Suizidrate in Deutschland im Jahr 2020 vor. Dies ergab eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine entsprechende parlamentarische Anfrage der AfD-Abgeordneten und JouWatch-Kolumnistin Nicole Höchst. Der Vorgang bestätigt den Verdacht, dass der vielbeschworene Lebens- und Gesundheitsschutz der Bevölkerung nur als Vorwand dient, um eine tiefgreifende politische Agenda umzusetzen.

Die Monofixierung auf das Thema Corona bei zugleich praktisch völliger Vernachlässigung der regelmedizinischen Versorgung inklusive aller sonstigen Krankheiten und Todesursachen ist seit Beginn des Lockdown als massives Problem bekannt. Doch dass nun sogar die mit hoher Wahrscheinlichkeit DURCH die Corona-Politik erst verursachten Todesfälle nicht motinoriert werden, ist schlier unglaublich. Hunderte Milliarden Euro werden für die Virusbekämpfung und die Folgenbewältigung lockergemacht – doch wichtigen Fragen über Schäden der Maßnahmen, die die zur Bewertung von deren Verhältnismäßigkeit unerlässlich sind, wird nicht nachgegangen, sondern stattdessen wird auf die turnusmäßige jährlich rückwirkende Berichterstattung des Statistischen Bundesamtes gewartet („voraussichtlich 2021“)?

Screenshot:Höchst

Es ist tatsächlich kaum zu fassen. Wie kann es sein, dass die Bundesregierung nicht mit höchster Priorität alles daran setzt, schadhafte Nebeneffekte, Auswirkungen und gesundheitspolitische Folgen der Pandemie zu erfassen, engmaschig und zeitlich kurzgetaktet zu überwachen und ständig zur Grundlage für Anpassungen ihrer Corona-Politik zu machen?

Die alternative Erklärung wäre die, dass das Gesundheitsministerium hier dreist lügt – und die wahren Zahlen schlicht verschweigt. JouWatch weiß von einem Berliner Seelsorger, der alleine für März von mehr Suiziden in der Hauptstadt berichtet als im gesamten Vorjahr. Lokführer teilen in vertraulichen Gruppen mit, dass es signifikant mehr Schienenselbstmorde gibt. Grundsätzlich werden außerdem in Deutschland alle ausgestellten Totenscheine registriert und kategorisiert – sonst wüsste die Regierung ja gar nicht, wie viele angeblich „an oder mit Corona“ gestorben sind.

Dass detaillierte Zahlen zu Verkehrstoten (mit Details, ob Motorradfahrer, Fussgänger, Beifahrer betroffen waren…), zu Badeunfällen/Ertrunkenen, zu Bergabstürzen und Tod durch jede Form von Gewalteinwirkung erfasst wird, ist auch Folge davon, dass im Normalfall bei Unklarheit obduziert wird. Tot ist tot und normalerweise wird anschießend schnell aufgeklärt, wie und an was die Betreffenden verstorben sind. Insofern kann man mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen: Die Zahlen liegen vor. Und selbst wenn nicht, hätte ein Anruf bei Berlins Polizei genügt, die die Detaildaten mit Sicherheit hat. Offenbar wollen Spahns Ministeriale damit schlicht nicht rausrücken. Warum wohl?

Auch steigende Zahlen Sterbewilliger

In diesem Zusammenhang lässt noch eine weitere Meldung vom Wochenende aufhorchen: Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Liberalisierung der Sterbehilfe bemühen sich Patienten verstärkt um eine behördliche Genehmigung für tödlich wirkende Mittel. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Parlamentsanfrage der FDP hervor, über die der „Tagesspiegel“ berichtete. Demnach haben sich allein seit dem Karlsruher Urteil Ende Februar mehr als 50 Sterbewillige beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn gemeldet.

Das Urteil fiel mit der Ausbruchsphase von Corona zusammen, so dass sich nicht klar abgrenzen lässt, inwieweit sich die Interessenten auf Grundlage bereits lange gefasster Beschlüsse meldeten – oder ob die Lebensmüdigkeit auf die Pandemie zurückzuführen ist.

Für die Betreffenden spielt es keine Rolle, sie kommen vorerst sowieso nicht zum Zuge: Auf Weisung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), einem erklärten Gegner der Sterbehilfe, werden sämtliche Anträge abgelehnt. Spahns Haltung könnte jedoch bald ins Wanken geraten, so „dts Nachrichtenagentur“: Wie das Kölner Verwaltungsgericht auf Anfrage der Zeitung bestätigte, haben im Juni erstmals zwei Antragsteller ein gerichtliches Eilverfahren gegen die Ablehnung angestrengt. Eine erste Entscheidung dazu könnte bereits in den nächsten Wochen fallen. Deshalb erwartet die FDP-Abgeordnete Katrin Helling-Plahr, dass Minister „kurzfristig Farbe bekennen“ muss: Wenn die anhängigen Klagen entschieden seien, könne Spahn sich nämlich „nicht mehr hinter der Behauptung verstecken, er wolle erst einmal laufende Verfahren abwarten“.

So wie er sich nicht ewig mit ihm angeblich fehlenden Selbstmordzahlen fürs laufende Jahr herausreden und auf die öffentlich bekanntgegebenen Daten von DeStasis warten kann. Früher oder später wird Spahn auch Farbe bekennen müssen, zu wievielen Toten die von ihm maßgeblich mitzuverantwortende Restriktionspolitik der vergangenen 180 Tage wirklich geführt haben. Wenn ihre Zahl die der „kausalen“ Covid-Toten übersteigt – in einem ähnlichen Maß wie die Kollateralopfer nichtbehandelter Krebspatienten, Infarkt- und Schlaganfallpatienten als Folge des heruntergefahrenen Klinik-Normalbetriebs -, dann werden wir wissen, dass die Medizin weitaus tödlicher war als die Krankheit. (DM)

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