Kein Lockdown und keine Übersterblichkeit: Beneidenswerte Schweden

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Schwedische Corona-Lockerheit: Anderswo unvorstellbare Freiheiten in der Pandemie (Foto:Imago/TT)

Die Kontroverse, ob Schweden mit seiner Totalabsage an einen Lockdown, selbst auch nur an einen „Shutdown Light“ im Frühjahr nicht die klügere Entscheidung traf, ist eigentlich längst beantwortet – statistisch war zwar die „Todesrate“ dort höher (was vor allem an Ausbrüchen in Altenheimen lag) – doch insgesamt dürfte die Politik des skandinavischen Landes erheblich weniger Opfer verursacht haben als die in Deutschland. Denn, so ein angesehener Experte aus Schweden: „Der Lockdown kann mehr Todesfälle verursachen als Corona“.

Es ist der schwedische Epidemiologe des renommierten Karolinska-Instituts, Jonas F. Ludvigsson, der die Entscheidung seines Landes, keinen Lockdown zu verhängen, verteidigt – und das mit Recht. Die extrem niedrigen aktuellen Infektions- und Todeszahlen in Schweden sprechen für sich –  während gerade in den Staaten mit relativ harten Maßnahmen, Spanien, Frankreich und auch Österreich, die Fallzahlen wieder nach oben gehen.

Eines ist jedenfalls sicher: Auch wenn im statistischen Vergleich während der pandemischen Hochphase im Frühjahr die Schweden mehr Tote zu beklagen hatten – außer diesen Opfern gab es sonst keine. In Deutschland und anderswo auf der Welt waren hingegen die Kollateralschäden des Maßnahmen bei weitem größer als die Covid-Opfer selbst: Suizide. Gewaltopfer. An Einsamkeit und Isolation verstorbene Heimbewohner.

Zahllose nicht oder nicht angemessen medizinisch Versorgte sonstige Erkrankte. Dazu kommt, dass trotz ihrer angeblich „hohen Todesraten“ (die hierzulande von Lockdown-Apologeten stets als abschreckendes Gegenargument zum schwedischen Kurs anführten) die Schweden keine Übersterblichkeit hatten. Ludvigsson verweist darauf, dass etwa im Juni 2020 in Schweden die exakt selbe Sterblichkeit wie im gleichen Zeitraum im Jahr 2015 bestand. Er hat auch eine plausible Erklärung dafür: „Viele Menschen sind dieses Jahr an Covid-19 gestorben, aber viel weniger an der Grippe.“

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Keine nachhaltigen Maßnahmen

Lockdowns hält der Wissenschaftler, so  „Bild„, für „nicht nachhaltig“ und sogar potenziell für gefährlicher als das Virus selbst. Es sei unmöglich, das „perfekte Timing“ zu wissen, wann ein Lockdown verhängt und wann er aufgehoben werden soll, doch eines sei unbestritten: „Der Preis, den eine Gesellschaft für einen harten Lockdown zahlt, ist zu hoch!“. Inzwischen mussten bekanntlich sogar in Deutschland führende Regierungspolitiker einräumen, dass das Herunterfahren des gesamten sozialen und öffentlichen Lebens über Monate aus heutiger Sicht, mit dem nunmehr vorhandenen Wissen nie nötig gewesen wäre.

Über die gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen und Langzeitfolgen des Lockdowns ist im übrigen noch gar nichts bekannt – doch es wird angenommen, dass hier noch eine unbekannte Zahl an Todesopfern resultiert, die um ein Vielfaches über den Opferzahlen der Pandemie selbst liegen dürfen. Ludvigsson: „Eine Schwächung der Wirtschaft wird auch die Sterblichkeit beeinflussen. Es ist bekannt, das die Todeszahlen mit jedem zusätzlichen Prozentpunkt der Arbeitslosigkeit steigen.“

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