Irren ist menschlich – bei Drosten ist es die Regel

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Christian Drosten (Bild: Pressebild Deutscher Radiopreis)

Die Platte hat einen Sprung, doch wir alle sind gezwungen sie weiterzuhören, weil der DJ sich weigert, sie auszutauschen: Christian Drosten, die virologische Offenbarung Deutschlands, „warnt“ mal wieder. Was er in schöner Regelmäßigkeiten auf allen Kanälen seit März verkündet, ist immer dieselbe Leier. Seine Prophezeiungen zeichnen sich vor allem durch eines aus – dass sie praktisch nie eintreten. Auch jetzt meldet sich der Charité-Experte wieder zu Wort – und erklärt mal wieder, dass uns „der aktuelle Anstieg eine Warnung“ sein müsse. 

Das Problem bei Drosten ist, ganz anders als bei Söder, Lauterbach oder öffentlich-rechtlichen Studioredakteuren, dass er mit einer (ungebrochenen) wissenschaftlichen Autorität spricht und weiterhin wichtiger Berater der Regierung ist. Umso schwerer wiegen eigentlich Fehlprognosen – doch es scheint, als perlten diese alle an ihm ab. Weder seine – auf durchaus kritikwürdiger Studienbasis erfolgte – frühzeitige Empfehlung zum totalen Lockdown aller Schulen und Kitas, noch seine Zukunftsvisionen vom apokalyptischen Corona-Massensterben in Afrika diesen Sommer, noch seine Wellen-Ankündigungen traten bislang ein. Hier zum Beispiel ein „echter Drosten“ vom 1.6.2020:

(Quelle:Merkur)

Es lief tatsächlich überhaupt kein Ausbruch. Hätten deutsche Journalisten und ihre Rezipienten nicht die Aufmerksamkeitsspanne von Eintagsfliegen, müssten sie nach solchen offensichtlichen Fehleinschätzungen eigentlich bei jeder weiteren, fast gleichlautenden Warnung aus dem Hause Drosten stutzig werden. Doch nichts dergleichen geschah und geschieht. Übrigens lag der Herr Superfachmann auch mit seinen Projektionen fürs deutsche Infektionsgeschehen und dessen Folgen nicht nur schief, sondern quer, und das ganz zu Beginn der Pandemie: Am 5. März hielt er für Deutschland bis zu 278.000 Corona-Tote für möglich. Wir wissen: Es kam anders – doch Drosten´s monströse Fehleinschätzung hat ihm nie geschadet.

Jedenfalls deutet NICHTS darauf hin, dass es diesmal anders sein wird, wenn Drosten wieder einmal seine neuesten Unkenrufe absetzt: Weil heute nun die Zahl der Corona-Infektionen (übrigens als Folge kumulierter Testmeldungen durch die Labore) an einem Tag „die Schwelle von 2000“ überschritten hat, erklärt der Professor laut „Tagesspiegel„, dass im Vergleich zum August diese Zahlen „nun nicht mehr auf aus dem Ausland importierte Fälle zurückzuführen sind„, sondern dass die jetzt neu diagnostizierten Fälle „in Deutschland aufgetretene Infektionen und in erster Linie Hinweise auf unerkannte Cluster im Hintergrund“ darstellen würden.

Den entscheidenden Grund für den Anstieg der aktuellen Zahlen verschweigt Drosten natürlich weiterhin (und dies ist bei einem angeblich seriös arbeitenden Wissenschaftler eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit) – nämlich die weiterhin von Woche zu Woche ansteigende Zahl der durchgeführten Tests. Die EINZIGE wirklich relevante Zahl – das Verhältnis zwischen durchgeführten Tests insgesamt und den positiv Getesteten – ist eben weiterhin praktisch unverändert, und lag in der KW 37 bei 0,86; ein minimaler Anstieg gegenüber der Vorwoche, aber deutlich unter dem Wert von beispielsweise vor vier Wochen. Wenn Drosten – und andere Stimmen des Alarmistenkartells – hier von einer „Bedrohung“ sprechen, so ist dies eine völlig unverantwortliche Fehlinterpretation, hart an der Grenze zur vorsätzlichen Lüge.

Screenshot:RKI

Und auch die folgende – wiederum auf Datenbasis des RKI erstellte  – Grafik zur 1000-Personen-Fallinzidenz zeigt, wie unbegründet und verantwortungslos Panikmache und Gerede vom „bedrohlichen Anstieg“ wirklich sind:

Screenshot: auf Datenbasis RKI

Es ist ebenso bedauerlich wie unbegreiflich, mitansehen zu müssen, wie ein mittlerweile leider vor allem durch Irrtümer und Fehler profilierter Spitzenvirologe auch weiterhin im Trüben fischt und auf Basis höchst eigenwilliger Interpretationen zur weiteren Verunsicherung der Öffentlichkeit beiträgt. Der zum Posterboy der Pandemie gewordene Wuschelkopf, der auch den ersten massentauglichen Test entwickelt hat, verdankt Corona so einiges (obwohl sein Lack Kratzer bekommen hat; in den USA laufen gegen sein Test Schadenersatzklagen) – etwa die Verhundertfachung seiner Twitter-Follower und eine „Systemrelevanz“ als Ratgeber von Politikern, die wie Blinde ohne Stock im Nebel tappen.

Die populärwissenschaftlich aufbereiteten Corona-Fakten seines anfangs noch sehr hörenswerten, mittlerweile enervierenden NDR-Podcasts, für den Drosten bereits mit Medienpreisen überschüttet wurde, stiften dabei ebenfalls mehr Verwirrung als Erleuchtung. Und wann immer sich Drosten, sobald er mit Fehlern konfrontiert wird, damit herausredet, „so funktioniert Wissenschaft nun einmal„, dann ist dem klipp und klar entgegenzusetzen: Genau so funktioniert Wissenschaft eben NICHT. Man tritt erst dann mit einem Forschungsergebnis an die Öffentlichkeit, wenn eine Theorie bewiesen und verifiziert oder eben falsifiziert ist. Man spricht nicht heute dies, morgen das in die Kameras und Mikros und redet sich dann anschließend mit Mutationen, Veränderungen und den vielen Unklarheiten zu Sars-CoV2 heraus.

Mittlerweile „mutiert“ offenkundig nicht nur das Virus, sondern auch Drostens Sachverstand und seine Gefahreneinschätzung. Im Winter werden wir mehr wissen – auch, was aus den neuesten kakophonischen Verheißungen des Dr. Drosten geworden ist, und ob es sich dabei nicht um die jüngsten Fehlalarme (innerhalb des generellen Fehlalarms) gehandelt hat…

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