Will Böhmermann die totale Netzkontrolle für Trump? Verstaatlichung von Twitter & Facebook gefordert

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Jan Böhmermann (Foto:Imago/Viadata)

Was tun deutsche Systemschranzen des Kulturbetriebs, wenn sie auf Widerspruch und zuviel toxische Meinungsfreiheit (im Sinne andersdenkender Äußerungen) im Netz stoßen? Sie plärren nach dem starken Staat – und verlangen Enteignung der Social-Media-Konzerne, damit die Zensur möglichst wirksam läuft. Für talentfreie Konformisten wie Jan Böhmermann, der diese Forderung aktuell erhebt und dessen beruflicher Erfolg die Geisteskrankheit der deutschen Gesellschaft von 2020 abbildet, wäre vermutlich die Wiedereinführung der Reichskulturkammer oder -schrifttumskammer das Traumziel – diesmal nicht vom NS-Staat, sondern vom Linksstaat kontrolliert und besetzt.

Auf Twitter hatte Böhmermann (der am Wochenende noch über den Nichtabdruck eines mit ihm geführten und von ihm wohl schon hoffnungsfroh freigegebenen Interviews durch die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ gewütet hatte) konkret die Enteignung und Verstaatlichung von Facebook und Twitter verlangt. Anscheinend reicht sein Horizont nicht über den großen Teich hinaus: Beide Konzerne firmieren in den USA, folglich wäre es dann die Trump-Administration, die somit die direkte Kontrolle über die SocialMedia-BigPlayers erhielte. Ob das wirklich im Sinne Böhmermanns wäre?

Aus diesem Phantasma wird schon deshalb nichts, weil sich in den USA die übergroße Bevölkerungsmehrheit mit der intellektuellen Elite weitgehend einig ist, dass Enteignungen und staatliche Kontrolle von Firmen, insbesondere von Medien, ein absolutes Unding sind und einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung schon aufgrund des Manipulations- und Missbrauchsgefahr fundamental entgegenstehen. Im zunehmend linkstotalitären Gesinnungsstadl Deutschlands denkt man ganz anders. Die einstige Skepsis gegenüber der Politik ist hierzulande einem Kadavergehorsam, einer Gesinnungsmentalität gewichen. Der Staatshörigkeit ist zu einer Regierungshörigkeit geworden.

Ob Corona-Maßnahmen, Klimaschutz, EU-Zentralismus, Kampf „gegen Rechts“ (bzw. was dafür gehalten wird) oder auch „Solidarität“ und „Menschlichkeit“ als Totschlagargumente für eine ungebremste Problem- und Massenmigration: Bei uns stellen sich die Künstler, Kabarettisten, Journalisten und Prominenten nur allzu gerne und unkritisch in den geistigen Vasallendienst der Regierung und nutzen ihre Popularität, die Menschen „auf Linie“ zu bringen, als freiwillige Testimonials des linksgrünen Milieu Juste. Wer andere Positionen vertritt als die amtliche Schiene, ist shon rechtsextrem.

Vasallen der Regierung

Und wenn diese Haltungs-Promis dann von den durch sie beleidigten und ausgegrenzten Andersdenkenden auf Twitter und Facebook Gegenwind erfahren, ist es natürlich „Hetze“, Beleidigungen – und dann soll der Staat, dem sie als Aktivisten dienen, ihnen mit Enteignung, Strafrecht und Zensur den Rücken freihalten. So sieht sie aus, die hässliche Fratze des Opportunismus im deutschen Kulturbetrieb. Und Böhmermann ist das beste Beispiel für diese Mischpoke.

Der Traum, den der zwangsgebührenalimentierte ZDF-Pausenclown hier vorträgt, wird auch bei Polens Nationalkonservativen, in Ungarns Fidesz-Partei oder in Weißrusslands Präsidentpalast geträumt: Die Totalkontrolle der Netze. Doch natürlich ist all dies pfui, solange es die „falschen“, die Rechtspopulisten sind, die nach Kontrolle streben. Was Böhmermann nämlich eigentlich mit seinen Zensurphantasien meint, ist dies: der indoktronierende Linksstaat soll seine Gegner, seine Quertreiber und Störer wirksam zum Verstummen bringen. Vermutlich wäre da eine nationale Kontrolle des Internets nach dem Vorbild Nordkoreas, Chinas oder zumindest der Türkei doch erstrebenswerter. Böhmermann hätte mit beiden Modellen kein Problem – als Hofschranze und politisch zuverlässiger Lautsprecher droht ihm kein Ungemach, weder bei Verstaatlichung noch durch Zensur.
Es sind die feuchten Träume eines Philisters, der die immer weitere Verengung von Meinungskorridoren zum Gegenstand seiner nichtexistenten „Kunst“ macht und damit seine 2,2 Millionen Twitterfollower bespaßt. Bereits vor sieben Jahren brachte Böhmermann als größter Profiteur der Netzöffentlichkeit ähnliche Gedanken wieder und wieder aufs Tapet; jetzt wiederholt er sie in seinem aktuellen Buch (dessen Titel hier wiederzugeben eine journalistisch nicht zu verantwortende Schleichwerbung darstellte, deshalb verzichtet Youtube darauf). Vielleicht sollte man ja Böhmermanns Verlag, Kiepenheuer & Witsch, oder überhaupt alle Buchverlage „vergemeinschaften“, damit uns solche literarischen Zumutungen erspart bleiben? (DM)
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