Seehofer schlägt Schutz des Bundestags durch Bundespolizei vor – warum nicht gleich durch das Militär?

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Neulich vor dem Reichstag (Symbolfoto: Von Tithi Luadthong

Einige werden sich vielleicht noch erinnern. Es gab mal eine Zeit, in der die Bürger „ihren“ Abgeordneten gnädig, wie der Souverän nun mal ist, eine Zeit lang den Reichstag als Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt haben, damit sie dort so tun konnten, als ob sie die Geschicke des Landes „zum Wohle des Volkes“ lenken würden.

Inzwischen aber hat sich im Reichstag eine selbstherrliche, mit Steuergeldern vollgepumpte Elite aus Politdarstellern breit gemacht, die allen Ernstes davon ausgeht, dass sie Herr im Hohen Hause wäre und den eigentlichen Besitzern erlauben oder verbieten dürfe, ihre „Mietskaserne“ zu betreten.

Hausbesetzer nannte man das früher.

Nun muss man dem Kasperletheater im Parlament nicht unbedingt beiwohnen. Scheindebatten und langweiliges Gewäsch gibt es am Vorabend im Fernsehen im Dutzend billiger.

Aber wenn dann plötzlich die Staatskrise ausgerufen wird, weil einige durchgeknallte Träger von historischen Fahnen auf der Treppe des Reichstages herumtanzen, sollte man hellhörig werden – zumal man bei roten und Regenbogen-Fahnen noch nie so ein Geschrei erhoben wurde.

Nun soll der Reichstag tatsächlich zu einem Führerbunker umgebaut werden, mit tiefen Gräben, in denen Piranhas dem Volk das Fürchten lehren könnten. Wahrscheinlich wird bald auch Schießanlagen das ehrwürdige Gebäude zieren, zumindest will man aber zum Schutz der Abgeordneten ordentlich aufrüsten und den Platz der Republik in einen Kriegsschauplatz verwandeln:

Nach den angeblich rechtsextremen Ausschreitungen am Bundestag könnte die Bundespolizei für die Sicherheit um das Reichstagsgebäude zuständig werden. Dieses Angebot unterbreitete Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bei einem Treffen mit Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) und dem Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD), dessen Land bislang für den Außenschutz zuständig ist, berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf Teilnehmer des Treffens. Die Bundespolizei schützt in Berlin fünf Bundesobjekte: das Kanzleramt, das Schloss Bellevue und drei Ministerien.

Eine Entscheidung zum Reichstag wurde noch nicht gefällt. Einig war sich die Runde laut Teilnehmern, dass sich Szenen wie am 29. August nicht wiederholen dürfen.

Nur drei Polizisten waren zur Stelle, um den Sturm des Bösen zu verhindern, sie wurden geehrt und mit jeder Menge Applaus bedacht.

Was für eine Schmierenkomödie. Warum zerrt Seehofer nicht gleich das Militär oder den militärischen Abschirmdienst vor den Reichstag, um die Abgeordneten vor dem Volk zu schützen?

Man sollte diese selbstverliebten Politiker alle zum Spargelstechen nach Brandenburg abkommandieren, die Parteien, die sich den Staat zur Beute gemacht haben, verbieten und stattdessen Fachkräfte-Teams bilden, die sich dann – natürlich demokratisch – zur Wahl stellen können.

Diese könnten dann im Home-Office arbeiten und das Volk könnte sich seinem Reichstag wieder breit machen. (Mit Material von dts)

 

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