Maskenterror an Schulen: Nur echt mit Stoff, nicht Plexiglas

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An Schulen kein erlaubter Ersatz zur Maske: Gesichtsvisiere (Screenshot:Youtube)

Maskenverweigerer im „Visier“: Es ist wieder einmal so ein schwer nachvollziehbares Urteil, diesmal von Vertretern jenes Kompartiments in der deutschen Justiz, das sich vom Tremolo der pandemischen Dauerbedrohung auf Panikkurs hat zwingen lassen und überall Viren sieht: In Neustadt an der Weinstraße erklärten Richter das Tragen sogenannter „Face Shields“ (volldurchsichtige Plexiglas-Gesichtsabschirmungen), anstelle von Masken, in Schulen für verboten.

Geht es neuerdings nicht mehr um den Schutz vor Exspirationen und Nies-/Hust-Auswürfen, sondern um die Sichtbarkeit? Einst galt die Vermummung als Straftat, heute ist sie zwingend erwünscht- Es muss der Gesichtsknebel, dieses sichtbare Symbol der Unfreiheit sein. Auch wenn die Vorteile des Plexischutzes auf der Hand liegen: Keine gefährlichen CO2-Grenzwertüberschreitungen, keine Atembeschwerden, keine Beklemmungsgefühle, kein reizanfälliger Hautkontakt.

Bemerkenswert an dem Beschluss des Verwaltungsgerichts ist zum einen, dass die sogenannten Gesichtsvisiere in der Gastronomie beispielsweise erlaubt und dort gang und gäbe sind; zum anderen fragt man sich, wieso ein garantiert durchgehender Schutz aus Plastik, der dem Zweck der Tröpfchen- und Aerosolzurückhaltung dient (und nichts anderes als deren Minimierung sollen Masken ja leisten), weniger effizient sein sollte als Stoffmasken. Die Richter erklärten hingegen, die Face Shields böten „im Vergleich zu Masken einen schlechteren Schutz“ und seien „daher auch nicht als Mund-Nase-Bedeckung anzusehen“.

Im behandelten Fall, über den das juristische Fachportal „LTO“ berichtet, wollte ein Schüler aus dem rheinland-pfälzischen Speyer aus gesundheitlichen Gründen auf dem Schulgelände keine Maske, sondern lieber das Visier tragen. Die Schulleitung gestattete ihm dies jedoch nicht, wogegen er eine einstweilige Verfügung beantragte. Diese lehnte das Verwaltungsgericht ab. – weil „nach den Bestimmungen der 10. Corona-Schutzverordnung und dem Corona-Hygieneplan für die Schulen in Rheinland-Pfalz … für alle Personen auf dem Schulgelände grundsätzlich die Maskenpflicht“ gelte und das Visier keine solche sei.

Richter als Virologen und Gesundheitsexperten

Anscheinend sind inzwischen deutsche Juristen auch noch virologische Sachverständige und medizinisch so umfassend qualifiziert, dass sie tatsächliche und verifizierte Sachverhalte als zwingende Voraussetzung für Verbote und Verhaltensregeln im öffentlichen Schulwesen durch eigene Überzeugung und Ahnungen ersetzen können. Das Urteil ist die vorerst jüngste Entscheidung zu einem Maskenzwang, dessen konkreter Nutzen bis heute nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist.

So wurde sogar vom „pandemie-freundlichen“ ZDF in der Sendung „Panorama“ erst diese Woche wieder über eine neue Hypothese berichtet, nach der das Maskentragen konkret zwar keine Infektionen verhindern könne, aber „möglicherweise“ zu einer allgemeinen Verringerung der Viruslast beitrage und somit einer schleichenden Immunisierung der Bevölkerung Vorschub leiste. Allerdings fehlten hierzu validierte Erhebungen, und die Behauptungen gelten als spekulativ. Die ZDF-Redakteure schrieben selbst dazu: „Beweise und viel Hypothetisches… (der  Beitrag) beweist, wie wichtig weitere Forschung mit Blick auf den Mund-Nase-Schutz ist, um mehr zu seiner Schutzfunktion zu erfahren.“

Natürlich darf auch beim ZDF das quasireligiöse Mantra zum Ende nicht fehlen: „Eines ist aber bereits jetzt klar: In Kombination mit Abstands- und Hygieneregeln wie Händewaschen bleibt die Maske ein wichtiges Mittel im Kampf gegen das Coronavirus“. Dieser neuen Lehre beugten sich auch die Richter in Neustadt. Ein Visier wirkt wohl einfach zu selbstbestimmt. (DM)

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