Abt. Gottlieb: Katholische Studentenjugend verpaßt Gott* ein Gendersternchen

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GOTT * inspiriert - Foto: Imago/Collage

Früher hieß es, daß ein Lichtlein daherkommt, wenn man glaubt, es geht nicht mehr. Wenn man das heute glaubt, wird es erst recht finster. Die Katholische Studierende Jugend (KSJ) verpaßt dem Wort „Gott“ ab sofort ein Gendersternchen. Kein Licht am Ende des Verblödungstunnels.

von Max Erdinger

Seit Jahren beklagen die Professoren deutscher Universitäten eine fehlende Studierfähigkeit der Abiturienten. Vor einem halben Jahrhundert beendeten lediglich etwa 10 Prozent eines jeden Jahrgangs die Schulkarriere mit dem Abitur. Heute sind es über 50 Prozent. Ist der deutsche Gymnasiast binnen fünf Jahrzehnten zum Tausendsassa mutiert? – Nein. Zu befürchten ist vielmehr, daß in Zukunft ein Kassenbon des Media-Marktes als Reifezeugnis anerkannt wird: „Media-Markt – ich bin doch nicht blöd“.

Unter denen, die heute ein Reifezeugnis erhalten, obwohl ihnen die Reife fehlt, befinden sich natürlich auch katholische Studierunfähige. Sie nennen sich „Katholische Studierende Jugend“ (KSJ). Ihr Verband wurde nach dem Ersten Weltkrieg von Jesuiten gegründet. Heute ist er Teil des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Nach einem halben Jahrhundert „friedlicher Kulturrevolution“ ist aber sogar die „Katholische Studierende Jugend“ vom progressistischen Hirnfraß angeknabbert. Sie verpaßt dem Wort „Gott“ ab sofort ein Gendersternchen: „Gott*“. Das heißt, daß nicht nur Gottes Wort spurlos an ihnen vorbeigerauscht sein muß. An der Begründung der „Katholischen Studierenden Jugend“ für die Einführung der Schreibweise „Gott*“ erkennt man außerdem einen göttlichen Fehler, so man sich eine solche Anmaßung zu gestatten traut. Offiziell gibt es nämlich an Gott nicht das geringste zu korrigieren. Dennoch: Als der Schöpfer – logischerweise mit der Schöpfkelle – den Verstand in die Schädel der Menschen einfüllte, scheint er bei der „Katholischen Studierenden Jugend“ abgelenkt gewesen zu sein – und hat alles daneben hingeschüttet. Vielleicht, daß es das Gekeife von Eva gewesen ist, von dem der Schöpfer abgelenkt worden war? Eigentlich kann man sich nicht vorstellen, daß im Paradies irgendwo ein feministisches Buch herumgelegen haben könnte. Aber sei´s drum. Die Begründung der „Katholischen Studierenden Jugend“ liefert auf jeden Fall den Beleg dafür, daß sie noch nicht einnmal den kleinsten Spritzer göttlichen Verstandes abbekommen hat.

“ – `Das katholische Gottes*bild zu entstauben und über den Verband hinaus eine Diskussion anzustoßen´: Das ist das Ziel einer neuen Kampagne der Katholischen Studierenden Jugend. – „, berichtet „katholisch.de„. Da kommt also einiges zusammen. Erstens hätten wir da den alten faschistischen Großreinemachfimmel in Gestalt von „Säuberung“, hier: Abstauben. „Gott“ entstauben. Zweitens scheint die „Katholische Studierende Jugend“ in dem Wahn gefangen zu sein, irgendjemand von Verstand würde noch mit ihr diskutieren wollen, nachdem sie ihre fehlende intellektuelle Satisfaktionsfähigkeit schon durch das Gendersternchen hinter „Gott“ bewiesen hat.

„katholisch.de“ weiter: “ – `Gott* in allen Dingen suchen und finden´, so laute der spirituelle Auftrag, den Ignatius von Loyola dem Jesuitenorden und somit auch der KSJ mitgegeben habe, hieß es weiter. `Dies verlangt, Gott* vorurteilsfrei wahrzunehmen, schließlich ist Gott* keinem Geschlecht oder anderen menschlichen Kategorien zuzuordnen.´ Mit dem Genderstern wolle man daher Gott aus der geschlechtlichen Ebene herausheben, so der Verband. – “

Das ist Wahnsinn. Bei der „Katholischen Studierenden Jugend“ kann man offensichtlich nicht einmal mehr den unterschiedlichen Sinngehalt der Verben „herausheben“ und „eintunken“ erkennen. Durch das Gendersternchen hinter „Gott“ wird der Schöpfer eben nicht „aus der geschlechtlichen Ebene“ herausgehoben. Vielmehr wird er gerade dadurch in die geschlechtliche Ebene eingetunkt. Schließlich wurde das Gendersternchen überhaupt nur aus diversen progressivgeschlechtlichen Gründen erfunden. Gott hat aber gar kein Geschlecht, noch nicht einmal irgendeines. Es hat einmal Zeiten gegeben, als gerade katholische Studenten bei der Lektüre des Wortes „Gott“ an etwas Geistiges gedacht haben, anstatt selbst bei dieser Gelegenheit noch höchst fleischlichen Mumu & Pimmel – Phantasien zu frönen. Inzwischen scheint sich der Heilige Geist dazu entschlossen zu haben, selbst um die „Katholische Studierende Jugend“ einen großen Bogen zu machen, anstatt seine Substanz an sie zu verschwenden. Wer sich überlegt, ob Gott nicht eigentlich ein Gendersternchen bräuchte, der könnte mit derselben zivilreligiösen Inbrunst auch darüber nachdenken, ob der Waschsalon eines braucht.

Modellpflege: „Gott entstauben“

Früher ist Gott völlig staubfrei gewesen. Der staubanfällige Mensch („Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub“) war es, der sich an ihm ausrichtete. Heute läuft es andersherum. Sogar der katholische studierende Jugendliche sieht sich selbst im Zentrum als das handelnde Subjekt und degradiert Gott zum staubigen Objekt. Deswegen sind Gottesdienste zu Menschendiensten geworden. Besser als an diesem Beispiel läßt sich das Kardinalübel unserer Zeit kaum illustrieren. Niemand mehr will sich dem Unerklärlichen fügen. Subjektivismus über alles. Dabei heißt es ausdrücklich, daß man sich von Gott kein Bild machen soll. Genau das wäre Sinn der Übung: Sich Gedanken zu machen, ohne dabei in Bildern zu denken. Was macht die „Katholische Studierende Jugend“ stattdessen? Sie stellt fest, daß ihr das Bild, das sie eigentlich gar nicht haben sollte, nicht gefällt – und ersetzt es einfach durch ein anderes. Genauer: Sie haben ihrem alten Gottesbild einfach den Pimmel abgeschnitten. Das ist jetzt das neue Bild: Gott mit einem Gendersternchen an der Stelle, wo sich der katholische studierende Jugendliche früher noch ein göttliches Gemächt vorgestellt hat, obwohl er nicht gesollt hätte.

Meinereiner scheint da gründlicher nachgedacht zu haben. Gott ist das, von dem man weiß, daß es da ist, ohne daß man es sich erklären könnte. Mit dem Verstand ist Gott erwiesenermaßen nicht zu fassen, wie der Verstand an sich selbst beweist. Die Ewigkeit, die Unendlichkeit: Der Verstandesmensch redet davon, als ob er einen Begriff davon hätte. Hat er aber nicht. Kann er nicht haben. Alles, was er kennt, hat einen Anfang und ein Ende. Gott: Ich bin der Anfang und das Ende. Ja, „Himmelhergottnochmal“: Anfang und Ende wovon? Und dann die Sinnfragen: Warum bin ich kein anderer, sondern ich selber? Warum gibt es die Welt, was soll das alles, warum bin ich überhaupt hier, wenn ich sowieso sterben muß. Da hätte ich mir das ganze Theater doch gleich sparen können – usw.usf. Der Verstand selbst beweist seine Begrenztheit dadurch, daß es sich offensichtlich um ein- und denselben Verstand handelt, der zwar Fragen zu dem stellen kann, was er als erklärungsbedürftig identifiziert hat, zugleich aber außerstande ist, allgemeingültige Antworten auf seine Verstandesfragen zu finden. Die Diskrepanz zwischen jenem Erkenntnisvermögen, welches die Folgefrage erzwingt einerseits – und der Unmöglichkeit, Antworten zu finden andererseits, ist Gott. Diese Diskrepanz zu berücksichtigen, nennt man gemeinhin „Gottesfürchtigkeit“. Sie bewahrt einen davor, überzuschnappen und realitätswidrig dem Wahn anheim zu fallen, man könne sich die Welt kraft seines eigenen Verstandes vollumfänglich erklären oder gar eine „neue Welt(ordnung)“ erschaffen. Kann man nämlich nicht. Postulate kann man formulieren und das war´s dann. Von Postulaten, die ein unzureichender Verstand formuliert hat, wird aber „das Kraut nicht fett“. Die Dinge sind, wie sie sind. Ob überhaupt jemand erkennt, wie sie sind, oder ob das niemand erkennt, ändert nichts daran, daß sie sind, wie sie sind. Wie sind sie? Frag´ nach bei Gott. Er ist der einzige, dem der Verstand die Komplettübersicht unterstellen kann. Wo ist das „gottverdammte Problem“ dieser zeitgeistigen Zerebralspasten?

Dem Wort „Gott“ ein Gendersternchen anzuhängen, ist genau eines: armselig. Da aber die Armen im Geiste zugleich auch die Seligen sind, wird die „Katholische Studierende Jugend“ dereinst vermutlich trotzdem in den „Himmel*“ kommen. Das wäre ein harter Schlag gegen meine eigene Glaubensfestigkeit. Eigentlich wollte ich, möglichst auf den letzten Drücker, selbst in den Himmel kommen. Aber wenn die Gefahr besteht, daß mich solche Flachdenker auch noch in der unmittelbaren Nähe zu Gott mit ihrem ausgedachten Quatsch nerven, denke ich – analog zur „Alternative für Deutschland“ – lieber über eine „Alternative zum Himmel“ nach. Mal bei Gott nachfragen, ob er nicht ein alternatives Paradies erschaffen will. Was nützt mir das Sterben, wenn es hinterher auch nicht anders zugeht als in der irdischen Irrenanstalt? – Eben. Gott kennt die Antwort. Wenn es nicht die „Antwort*“ ist.

Auf alle Fälle passieren solche vollkommen entgeistigten Unglaublichkeiten, wie: „Neu! Gott jetzt mit Gendersternchen!“, in einem Land, in dem sogar die Krebspatienten mit Helmchen und „Alltagsmaske“ zur Chemotherapie radeln. Mater, Materie, Materialismus. Als Mann könnte man angesichts des geistigen Niedergangs in diesen Zeiten den ganzen Tag lang nur noch „Schei*e!“ brüllen.

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