Presserat als Mainstream-Marionette: Kein Problem mit „taz“-Polizistenhetze, aber Rüge für „Bild“-Kritik an Drosten

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Deutsche Presse und ihre "Wächter" (Foto:Imago/FutureImage)

Der Deutsche Presserat wird zunehmend zum Erfüllungsgehilfen der Bundesregierung, zu einer Hofschranzen-Institution des Linksstaats. Anders als ursprünglich einmal vorgesehen rügt das Gremium nämlich keine ethisch oder presserechtlich zu beanstandenden oder inakzeptablen Veröffentlichungen oder Arbeitsweisen mehr, sondern nutzt seine Autorität (sofern noch vorhanden), vor allem „systemkritische“ Stimmen zu gängeln.

Ähnlich wie der Deutsche Journalistenverband (DJV) unter ihrem Vorsitzenden Frank Überall, der sich gerne mal zum Aktivist und Claqueur von politischen Kampagnen macht, so mutiert auch das einstige Selbstkontrollgremium der „Vierten Gewalt“ zunehmend zu einem Moral- und Meinungskontrollboard, das „unzuverlässige Umtriebe“ der Medienlandschaft aufspürt und öffentlich moniert. In der Corona-Krise, wo alles näher zum Staat hinrückt, profitieren nicht nur die Groko-Politiker von der neuen Angepasstheit derer, die eigentlich eine gesellschaftliche kritische Wächterfunktion innehaben sollten – sondern auch ihre wissenschaftlichen Berater und Domestiken, auf deren „Expertise“ sich eine zunehmend wahnhafte Corona-Politik auch weiterhin stützt.

Allen voran natürlich Charité-Chefvirologe Christian Drosten, zum Superstar aufgestiegener, seither mit Medienpreisen überhäufter Nestor der Pandemie, der als Heiligste aller Heiligen Kühe gelten darf. Dass sich das Leitorgan des Hauses Springer tatsächlich kritisch über Ungenauigkeiten und Fehler in Drostens Studie geäußert hatte (auf deren Basis immerhin die Schulschließungen in Deutschland erfolgt waren!), nahm der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserats zum Anlass für eine Rüge: Die Überschrift des damaligen  „Bild“-Artikels „Fragwürdige Methoden: Drosten-Studie über ansteckende Kinder grob falsch“ wurde vom Beschwerdeausschuss des Presserats gleich mehrerer schwerer Verstößen gegen die journalistische Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 des Pressekodex geziehen.

Bemerkenswert: Derselbe Presserat hatte vor knapp drei Monaten Monaten keinen Anlass zu einer Rüge gesehen, als die „taz“ ihre unterirdische und menschenverachtende Hetze gegen Polizisten geritten, letztere zu „Müll“ erklärt und auf die Mülldeponie gewünscht hatte. Es ist sicher nicht das erste Mal, dass der Presserat mit derartiger Doppelmoral auftrat – doch penetranter und offenkundiger als hier geht es wohl kaum. Polizisten als Dreck zu titulieren ist statthaft, doch den unfehlbaren deutschen Virologen-Guru Drosten zu kritisieren ist pressethisch verwerflich? Wenn es die Aufgabe des Selbstüberwachungsgremiums der Journalisten in dieser Republik sein soll, nach politischer Opportunität zu urteilen, dann kann sich dieses gleich auflösen. Der Historiker Hubertus Knabe urteilte über das Verhalten des Presserats: „So demontiert man sich selbst!“. (DM)

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