Kleinkarierter Böhmermann winselt um Interview-Veröffentlichung

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Jan Böhmermann wurde aussortiert (Foto:Imago/Galuschka)

Auch wenn er unlustig und geistlos gleichermaßen ist: Als Witzfigur taugt Jan Böhmermann allemal. Doch jetzt entpuppt er sich auch noch als ein recht trauriges, geltungsbedürftiges Würstchen, das wenig souverän auftritt, sobald ihm die vom linksgrünen Mainstreampublikum sonst hirnbefreit entgegengebrachten Lobhudeleien plötzlich einmal versagt bleibt – und er die Erfahrung machen muss, dass tatsächlich Wichtigeres gibt als ihn: Auf die Nichtveröffentlichung eines Interviews reagierte der ZDF-Unkomiker jetzt hochnotpeinlich und mit Fremdschäm-Potential.

Böhmermann scheint sich mächtig gebauchpinselt gefühlt zu haben, dass die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS) Ende August mit ihm ein Interview geführt und dieses offenbar bereits von ihm autorisieren lassen hatte – was den selbstgefälligen Moderator wohl annehmen ließ, er habe nun quasi einen Rechtsanspruch auf die Veröffentlichung. Von dieser versprach er sich anscheinend willkommene Publicity für sein aktuelles Buch „Gefolgt von niemandem, dem du folgst„, in dem er unter anderem mit seinen Lösch- und Zensurpraktiken auf Twitter prahlte.  Umso größer muss der Schock gewesen sein, als Böhmermann dann erfahren musste, das die FAS-Chefredaktion das „große, recht spannende Interview“ (Böhmermann) ersatzlos gestrichen und die Veröffentlichung abgesagt hatte.

Und was macht da ein eitler, selbstgefälliger Wichtigtuer (der ansonsten selbst keine Gelegenheit auslässt, sich als Vertreter des De-Platforming politischer Gegner sowie der Cancel-Culture zulasten missliebiger Meinungen auf seinem eigenen reichweitenstarken Twitterkanal aufzuspielen)? Er ficht die Entscheidung an – und entblödet sich nicht, in einem Offenen, via Twitter geteilten Brief an FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube loszumaulen, wie ungerecht er sich behandelt fühlt:

Wer sich jetzt noch wundert, was diese zwangsgebührenfinanzierte Dauerzumutung überhaupt schon „erlebt“ hat, altklug wie er sich stets gibt, der soll den Gedanken zurückstellen – denn die Posse geht noch weiter: Nachdem die FAS auf dieses lächerliche Gebettel über den (wohlbegründeten) Feuilleton-Verzicht nicht – oder nicht in Böhmermann Sinne? – reagiert hatte (anscheinend war dort den Verantwortlichen ein Licht aufgegangen, dass auch die FAZ-Kulturredaktion eine untere Niveaugrenze kennt!), griff dieser abermals auf seinen Twitter-Account (2,2 Millionen Follower) zurück – diesmal aber nicht um Druck aufzubauen, sondern um sich bei der Konkurrenz anzubiedern, in diesem Fall bei der „Welt„:

(Screenshot:Twitter)

Einmal abgesehen davon, dass man das von einer anderen Zeitungsredaktion geführte Interview nicht einfach einer anderen Zeitung andienen darf bzw. diese fremden Content nicht übernehmen kann: Hier zeigt sich der frappierende Opportunismus Böhmermanns. Denn die Welt hatte – auch damals schon unter Ulf Poschmann – kein gutes Haar an dem „Magazin Royale“-Moderator und dessen Twitter-Gebaren gelassen; erinnert sei etwa an diese Schlagzeile von vor zweieinhalb Jahren:

(Screenshot:Twitter)

Auch damals schon hatte Böhmermann nämlich in Buchform seine vermeintliche Wichtigkeit als Twitter-Millionen-„Influencer“ unterstreichen wollen, was auf zumindest kein ungeteiltes Medienecho gestoßen war.

Die „Welt“ jedenfalls schien Böhmermann jedenfalls auch nicht die gewünschte Antwort erteilt zu haben oder sah Schwierigkeiten mit einer  Ersatzveröffentlichung aufgrund der genannten Gründe. Das wollte der nun zweimal verschmähte ZDF-Clown nicht auf sich sitzen lassen – und kündigte daraufhin trotzig die Veröffentlichung des Interviews über seinen Twitter-Kanal an, sorgfältig aufgeteilt „in 73 Tweets“ (wegen der Begrenzung auf 280 Zeichen pro Tweet). Peinlicher geht es nicht mehr…

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