Boris Johnson gibt den Söder: Kaum noch Kranke, aber immer mehr Corona-Terror

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Back in charge: Boris Johnson (Foto:Imago/photothek)

Auch in Großbritannien macht sich das Corona-Virus langsam aus dem Staub. Aber auch dort gilt: je weniger Erkrankte, desto restriktiver die Maßnahmen. Mini-Diktator Boris Johnson erlaubt ab Montag nur noch Treffen von bis zu sechs Menschen und will tägliche Tests einführen. Nur noch negativ-Getestete dürfen dann zur Arbeit antreten oder an Veranstaltungen teilnehmen. Eine Milliarde Pfund soll sein Plan kosten – Johnsons´s „Operation Mondflug“ titelt die Presse. 

Die Positiv-Rate ist sei Juni unverändert auf niedrigem Niveau, trotz steigender Testzahlen. 350.000 Tests pro Tag und Großbritanniens Todesfälle bewegen sich inzwischen im einstelligen Bereich. Doch Boris Johnson gibt den Söder – er zieht die Zügel an.

Eine Milliarde Pfund werden die Briten laut MailOnline berappen müssen, um den Plan ihres Premiers zu verwirklichen. Dieser will bis Anfang Dezember bei zwei – bis drei Millionen Tests pro Tag ankommen. Zu Beginn des kommenden Jahres sollen täglich (!) eine Million Corona-Tests durchgeführt werden. Nur so gäbe es einen Weg zurück in die Normalität, glaubt er.

Weihnachtsfeiern sind in Großbritannien in diesem Jahr „auf Eis gelegt“. Jedem der gegen die 6-Personen-Regel verstößt, drohen drastische Strafen – ein Zustand, der sich noch über Monate hinziehen wird, heißt es aus Downing Street. Mit seinen Maßnahmen will Johnson einen zweiten Lockdown verhindern, der für das Land eine Katastrophe wäre.

Johnson setzt auch auf digitale Immun-Pässe für Negativ-Getestete, die den „Corona-Freien“ Zugang zu Arbeit, Reisen oder Veranstaltungen verschaffen sollen.

Die ganze Hoffnung von Boris Johnson ruht auf dem völlig neuartigen künftigen Covid-19- Impfstoff, dessen Testung gerade wegen schwerer Nebenwirkungen bei einem britischen Studienteilnehmer abgebrochen wurde.

Mini-Diktator Johnson drohte in seiner Pressekonferenz am 9.September jedem Untertanen, der gegen die neue unsinnige 6-er Regel verstößt sogar mit Knast: „Das Verbot wird gesetzlich festgelegt und von der Polizei durchgesetzt. Jeder, der gegen die Regeln verstößt, läuft Gefahr, mit Geldstrafen belegt und möglicherweise verhaftet zu werden“, so Johnson.

In den eigenen Reihen regt sich nun Kritik angesichts der erneuten Freiheitsberaubung. Der Konservative Steve Baker, Mitglied des House of Lords, findet die Regeln, die ohne Zustimmung des Parlaments verhängt wurden, „unsinnig“. Demnach dürfe man Dutzenden anderer Menschen in einer Kirche sein, aber nicht mit mehr als fünf anderen in die Kirche gehen. Kinder können zur Schule gehen und sich mischen, aber nicht zusammen auf eine Party gehen; Menschen können in unbegrenzter Anzahl arbeiten, aber danach nicht in Gruppen von mehr als sechs Personen in die Kneipe gehen. Das sei „Wahnsinn“, findet Baker.

Die Gesetze, die am Montag in Kraft treten, geben der Polizei die Befugnis, Treffen von mehr als 6 Personen zu zerstreuen, zu bestrafen oder sogar Verhaftungen vorzunehmen. Die Regierung wies jedoch darauf hin, dass Proteste – wie die seit Monaten in London stattfindenden Proteste gegen Black Lives Matter und Extinction Rebellion – von der Regelung befreit sind, sofern sie „in Übereinstimmung mit den sicheren Richtlinien von COVID-19 organisiert und strengen Vorschriften unterliegen“. Um die Versammlungsverbote durchzusetzen, sollen extra „COVID Secure Marshalls“ eingesetzt werden, die den öffentlichen Raum überwachen.

„Wir müssen so schnell wie möglich aus diesem dystopischen Albtraum herauskommen“, so Baker gegenüber MailOnline. „Ich bin nicht bereit, so zu leben“. (MS)

 

 

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