Zufälle gibt’s: „Helden-Polizist“ auf der Reichstagstreppe ist bekannter TV-Laiendarsteller

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Faktenfinder - wieder einmal haarscharf daneben (Foto:Durch Monster Ztudio)

Dass im seichten TV-Nachmittags-„Unterhaltungs-„Programm der Privatsender mit seinen Scripted-Reality-Trashformaten auch  echte und gestellte Polizisten als Komparsen mit miserablen Schauspielqualitäten zum Einsatz kommen, ist bekannt. Doch nicht schlecht staunten viele Stammseher dieses „Unterschichtenfernsehens“, als sie diese Woche einen wiederkehrenden Laiendarsteller in ungewohnter Rolle wiedererkannten: Als einen der „Helden-Polizisten“ nämlich, die vergangenen Samstag vom Treppenabsatz aus den Reichstag gegen dessen „Sturm“ angeblich verteidigten und dafür in einer seltenen Schmierenkomödie von Bundespräsident Steinmeier ausgezeichnet wurden. 

Karsten Bonack, so der Name des etwa 50-jährigen Mannes, ist unzweifelhaft Polizist. Dies wurde nur von komplett paranoiden Verwirrten bestritten, die im Netz Memes posteten, wonach Bonack nur Laiendarsteller sei und in diesem Fall mal im echten Leben einen Polizisten gemimt habe. Eine prompte Steilvorlage natürlich für die FFF (Framende-„Faktenfinder“-Fraktion) der Leitmedien, die sofort sofort Fakenews witterten.

Das österreichische Faktenfinderportal „mimikama“ klärte prompt auf: „Tatsächlich verdient sich Bonack nebenher auch Geld als Schauspieler, beispielsweise in der Scripted Reality-Serie ‚Achtung Kontrolle’… (doch) Karsten Bonack ist als Berliner Polizist nicht unbekannt: Seit mehr als 30 Jahren ist er bereits im Polizeidienst, gehört zur Direktion 5, zuständig für die Bezirke Kreuzberg, Neukölln und Mitte.

Im Netz kursierendes Meme – natürlich irreführend, denn der Mann ist tatsächlich beides, Polizist UND „Hartz-IV-Darsteller“ (Netzfund)

Völlig richtig, Bonack ist Polizist und war bis 2017 sogar Chef der „Einsatzgruppe Kotti“ am Kottbusser Tor, Berlins buntem Drogenumschlagplatz Nummer 1, worüber auch Medien wiederholt berichteten. Doch er ist eben auch einer von sehr wenigen aktiven Vertretern seines Berufstandes, die mit Genehmigung des Dienstherren (anders wäre es nicht möglich) bei RTL und anderen Sendern als TV-Cop auftreten, mit schauerlich schlechten Dialogen und nichtexistenten Schauspielkünsten. Wahrlich eine grandiose Faktenfinder-Leistung.

ABER – und hier drängen sich nun die wirklich interessanten Fragen auf, auf die wohl auch die „Faktenfinder“ keine Antwort wissen: Wieso kommt ausgerechnet dieser Polizist ausgerechnet in der medienwirksamsten, surrealsten Szene der gesamten Berliner Demonstration an prominenter Stelle zum Einsatz, als einer von drei wild herumfuchtelnden hyperventilierenden „Drama-Bullen“ am oberen Treppenabsatz? Wer hatte hier denn den goldenen Riecher oder die hellseherische Gabe, dass Bonack sich zum passenden Zeitpunkt des „Treppensturms“ ausgerechnet an der Stelle befand, wo seine Kamera- und Spotlight-gewohnten Entertainerqualitäten zum theatralischen Einsatz gelangen konnten?

Wie der „Kultpolizist“ dort ohne Helm die von der durchgeknallten Rasta-Heilpraktikerin Tamara Kirschbaum Richtung Treppe gelotste „Sturmabteilung“ auf Abstand hielt, wurde dabei passenderweise aus mindestens zwei Kamerawinkeln gefilmt – damit diese Alamo-reife heroische Parlamentsverteidigung lebensecht dokumentiert werden konnte und er mit seinen zwei Kollegen später von Medien und salbungsvollen Polit-Heuchlern abgefeiert werden konnte. Wer hier noch an Zufälle glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen. Für Bonack dürften sich nach diesem Standuhr-Einsatz die Gagen demnächst sicher verdoppeln. (DM)

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