Geschrei in der Islamischen Welt – Mohammed-Karikaturen wieder veröffentlicht

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Foto: Screenshot/Youtube

Sie haben es wieder getan: Die französische Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ hat anlässlich des Prozessauftakts gegen mutmaßliche Helfer des Gemetzels in ihren Redaktionsräumen im Januar 2015 erneut Karikaturen veröffentlicht, auf denen der islamische Prophet Mohammed dargestellt ist. Darunter auch die berühmte Darstellung von ihm mit Bombe statt Turban auf dem Kopf. Die Islam-Gläubigen weltweit drehen wieder am Rad.

In Pakistan versammelten sich Tausende zu anti-französischen Straßendemonstrationen. Die Regierung übte laut Welt „scharfe Kritik“ an der Charlie Hebdo-Sonderausgabe, die innerhalb weniger Stunden vergriffen war. Die starke Nachfrage zeige, „dass wir unterstützt werden, dass Redefreiheit, Säkularität und das Recht auf Gotteslästerung keine veralteten Werte sind und dass sie von der französischen Öffentlichkeit unterstützt werden, die diese Ausgabe gekauft hat“, so ein Karikaturist mit Künstlernamen „Juin“.

Am Mittwoch hatte die Satire-Zeitung die 200.000 Exemplare – das Dreifache der normalen Auflage – an den Kiosken innerhalb kurzer Zeit verkauft. Für den heutigen Sonnabend wurden 200.000 Stück nachgedruckt.

„Wir werden niemals aufgeben“, so der Leiter der Zeitung, Laurent „Riss“ Sourisseau, in einem Begleittext. Es sei „bedeutsam“, die Karikaturen erneut zu veröffentlichen. Sie waren der Grund für die beiden islamischen Attentäter, am 7. Januar 2015 in die Räume der Satire-Zeitung einzudringen, um dort ein Blutbad anzurichten. Insgesamt starben durch sie zwölf Menschen, mehrere wurden verletzt. Die beiden Mörder wurden kurz darauf von Sicherheitskräften erschossen.

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In Pakistan, dem Iran, der Türkei und Ägypten sorgt dieses erneute Eintreten für Meinungsfreiheit für die übliche Wut. Die Darstellung Mohammeds ist im Islam verboten und wird zum Teil mit der Todesstrafe belegt.

Der französische Staatspräsident stellte sich demonstrativ hinter die Karikaturisten und ihr Recht auf „Gotteslästerung“. Die in Frankreich geltende Laizität garantiere die „Freiheit zu glauben oder nicht zu glauben“. Als Franzose verteidige man das Recht, jemanden zum Lachen zu bringen, sowie die Freiheit zum Spott oder zur Karikatur, so der 42-jährige Emmanuel Macron.

Nach fünf jähren hatte am Mittwoch in Paris der Prozess gegen 14 mutmaßliche Komplizen der Attentäter begonnen, die außer der „Charlie Hebdo“-Redaktion auch einen jüdischen Supermarkt in Paris angegriffen hatten. Dort waren vier weitere Menschen im Namen Allahs ermordet worden. (MS)

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