Wenn´s um die eigene Karriere geht: Trotz Groß-Event-Verbot: Laschet spricht vor 2000 Gästen

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Erst reden, dann denken: Armin Laschet, NRW-MP (Foto:Imago/Wölk)

Während sich der Bürger unter massiver Strafandrohung an die immer irrer werdenden Corona-Maßnahmen zu halten hat, gelten diese – geht es um das politische Fortkommen – für die Politikprominenz nicht. So wird der Möchte-gern-Kanzler Armin Laschet (CDU) – trotz Groß-Event-Verbot – am Samstag seine offensichtlich überlebenswichtige Ansprache zu Sachsens 30-Jahr-Feier vor 2000 Gästen halten. Vorher hat den Beschluss beim Bund-Länder-Gipfel mitgetragen, vorerst keine Großveranstaltungen zu erlauben. 

Der Freistaat Sachsen feiert am Samstag seine Wiedergründung und die deutsche Wiedervereinigung vor 30 Jahren mit einer Festveranstaltung im Erzgebirgsstadion in Aue. Zu den Festivitäten sind – trotz eines angeblich hochgefährlichem Corona-Virus, weswegen Bürger sich strafbewehrten Maßnahmen zu beugen haben – 2.000 Gäste ins Stadion geladen. Mitten drin: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Der CDU-Funktionär mit Ambitionen aufs Kanzleramt wird bei dieser Großveranstaltung ein – offensichtlich – überlebenswichtiges Grußwort entsenden. Anders lässt sich der Auftritt Laschets in Corona-Zeiten nicht erklären.

Denn: Laschet hatte den Beschluss beim Bund-Länder-Gipfel mitgetragen, vorerst keine Großveranstaltungen zu erlauben. So kann ein für Freitag geplantes Konzert in Düsseldorf mit Sarah Connor und Bryan Adams nicht stattfinden und wurde abgesagt. Laschet hatte die Konzert-Pläne zuvor laut kritisiert und es „kein gutes Signal“ genannt. Der Start der Bundesliga wird in NRW ebenfalls vor leeren Rängen erfolgen. Laschets Gesundheitsminister Laumann verkündete zum Wochenstart, dass bis auf weiteres die „für alle Sportveranstaltungen geltende Obergrenze von 300 Zuschauern“ verbindlich sei. Darüber hinaus werde es in NRW vorerst keine weiteren Zuschauer bei Bundesligaspielen geben, so der WDR.

Nachdem nun Kritik an der nur noch als perfide Doppelmoral zu bezeichnenden „Laschet-Werbeaktion in eigener Sache“ aufkam, versucht es eine seiner Sprecherin mit folgender „Erklärung“: „Damit würdigt der Ministerpräsident die Beziehungen zu Sachsen drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Er respektiert die in anderen Ländern – hier Sachsen – geltenden Corona-Schutzvorschriften und hält diese selbstverständlich ein.“ (SB)

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