Deutschland ruiniert, aber Spahn sagt sorry: Wir haben uns eben geirrt…

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Testen, bis der Tierarzt kommt: RKI-Chef Wieler, Virologe Drosten, Bundesgesundheitsminister Spahn: Politik und Experten in enger Verzahnung (Foto:Imago/photothek)

Ein „neues Virus“ als Selbsterfahrungstrip und Stresstest für profilierungssüchtige Politiker – auf Kosten der sozialen und wirtschaftlichen Zukunft eines Landes? Genau das, so wird immer deutlicher, war die Corona-Krise für Deutschlands Politiker. Nach dem Trial-&-Error-Prinzip wurde auf Empfehlung nassforscher Wissenschaftler hin mal eben das gesamte Land heruntergefahren, Schulden für Generationen, Millionen Arbeitslose und Insolvenzen produziert – bloß damit sich ein als Gesundheitsminister tätiger Bankkaufmann dreist hinstellt und achselzuckend erklärt: Sorry, war eigentlich alles gar nicht nötig.

Genau das ist es, was Jens Spahn in abgefeimt-schmerzfreier Nonchalance mal eben so in Bottrop verkündet hat – woraufhin er von Anhängern und Hofberichterstattern auch noch für seine „Selbstkritik“, seine „Reflexion“ über den grünen Klee gelobt wird. Ein Wahnsinn von historischer Tragweite – denn selten wurde eine Fehlentscheidung von solch weitreichender Tragweite getroffen. Alles, was Spahn hier äußert, galt noch vor ein paar Wochen als „Coronaleugnung“ und „Verschwörungstheorie“! Dafür, dass ein Minister unter Merkel – wie er bekennt – „dazugelernt“ hat, hat Deutschland mit einem Gutteil seiner Freiheitsrechte und mit unabsehbaren Folgen für die psychische Gesundheit, das soziale Leben und die komplette Volkswirtschaft bezahlt.

Der entschuldigende Umstand, man habe damals noch nicht gewusst, was heute bekannt ist, verfängt hier nicht: Tatsächlich waren Merkel und Spahn über Wochen, verstärkt seit Anfang April, von der AfD-Opposition, von Wirtschaftsverbänden, von verzweifelten Einzelhändlern, Gastronomen, Künstlern, Veranstaltern und Solo-Selbständigen angefleht worden, die Wirtschaft wieder zu öffnen und die Corona-Restriktionen zu lockern – als bereits klar war, dass Deutschland weit weniger bis gar nicht von der Pandemie betroffen sein würde. Doch schon damals wurde unter stetigem Verweis auf die Horrormeldungen aus Italien, Spanien und den USA ein Kurs aufrechterhalten, der letztlich sowohl ökonomisch als auch medizinisch einen weit schlimmeren Schaden anrichtete, als es Sars-CoV2 je vermocht hätte.

Und bekanntlich werden auch heute, drei Monate nach dem Lockdown, noch immer von Spahn, dem Bundeskabinett und Landesregierungen, weiterhin schikanöse „Regeln“ aufrechterhalten, die auf sogar noch unplausibleren Annahmen und Zahlenmodellen basieren. Wie lange dauert es, bis uns Spahn erklären wird, dass auch Maskenzwang und Verdachtsquarantäne letztlich überzogene und unnötige Maßnahmen waren, so wie beim Lockdown?

Fehleinschätzungen heute noch wie damals

Das sture Festhalten an eher symbolisch als epidemiologisch bedeutsamen Freiheitsbeschränkungen– vom Maskenritus über Alkoholverbote bis Datenerfassungsauflagen – relativiert die wohlwollende Annahme, die Regierung habe im Frühjahr zumindest in bester Absicht gehandelt. Denn genau wie damals wird auch jetzt wieder wider besseres Wissen, entgegen wohlbegründeter Einwände selbst von fachkundigen Kritikern stur an einer Politik festgehalten, die als unfehlbar gelten soll – inklusive anhaltender Diffamierung von Gegnern der Auflagen und sogar andersdenkenden ärztlichen Kapazitäten.

Mit Beratern hat es dieser Gesundheitsminister nicht so: Entweder sind sie unfähig und überteuert (Stichwort Maskenbeschaffung!), oder sie widersprechen sich pausenlos selbst und lassen die ganze Welt an ihrem Blindekuhspiel um den richtigen Umgang mit dem Virus teilhaben. Ausgerechnet auf PR-Berater scheint Spahn – wohl wirklichkeitsentrückt durch die Dauerlobhudeleien der Regierungspresse und der (geschönten?) Umfragewerte über die Groko in der Krise – verzichtet zu haben, sonst hätten ihn diese sicherlich dringend vor dem Image-Desaster der Anschaffung eines Dahlemer Luxuspalastes bewahrt, ausgerechnet einer Zeit, da wegen Spahns Maßnahmen unzählige Firmen auf der Kippe stehen und 2,5 Millionen Arbeitslose sowie 5,4 Millionen Kurzarbeiter einer düsteren Zukunft entgegenblicken.

Doch auch die eigentlichen Pandemie-Experten der Regierung, die medizinischen Hof-Auguren wie RKI-Chef Wieler und vor allem der „Staatssvirologe“ Christian Drosten, zeichnen sich seit nunmehr einem halben Jahr durch „flexible“ Positionswechsel aus, erst bei den angeblich unverzichtbaren Schulschließungen – eine glatte Fehleinschätzung! -, dann zum Sinn des Maskentragens und schließlich zur Virulenz von Corona. Und aktuell macht er grade wieder einmal die nächste Rolle rückwärts und rudert indirekt selbst zurück, indem er nun doch eine Immunisierug von Erkrankten sieht und deshalb eine Quarantäne von nur mehr fünf statt 14 Tagen für Verdachtsfälle und „Positive“ ins Spiel bringt.

Zickzack-Drosten als Inbegriff des Blindflugs

Drosten erzählt uns , so sei eben Wissenschaft – man „irrt sich auch mal“. Obwohl bereits hier etliche Wissenschaftler aller Disziplinen widersprechen würden, da man mit Erkenntnissen erst nach Validierung, bei gegebener Falsizifizierbarkeit und hinreichender Evidenz an an die Öffentlichkeit gehen sollte: Dies ist noch kein Argument dafür, dass die Politik den Empfehlungen des jeweiligen Tagesforschungsstandes hysterisch folgt und darauf massiv schädliche Gesetze und Grundrechtseinschränkungen gründet.

Auf Spahns „ehrliches“ Bekenntnis kann es nur eine Antwort geben: Rücktritt, und zwar sofort. Was dieser Minister seit Beginn der Pandemie verbockt hat, ist Stoff für mindestens drei Untersuchungsausschüsse; tragbar ist dieser schillernde Karrierist jedenfalls keinen Tag mehr länger. Zumindestens die politische Haftung und Verantwortung muss er tragen – für die gigantischen Kollateralschäden, die er und seine Behörden angerichtet haben und noch immer anrichten. (DM)

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