Nächste Corona-Megapanne: Unzählige private Kontaktdaten von Gästen im Netz frei abrufbar

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Von wegen Datenschutz (Symbolfoto: Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit)

Für Kritiker kam auch diese neueste Hiobsbotschaft aus dem bundesdeutschen Corona-Universum nicht wirklich überraschend: Persönliche Daten von Millionen Restaurant-Besuchern waren im Internet abrufbar – weil bei einem großen deutschen Gastronomie-Softwareanbieter gravierende Sicherheitslücken auftraten. Genau das, was angeblich unmöglich passieren könne, trat also ein: Wieder einmal zeigt sich, dass die vollmundigen Beteuerungen und Versprechungen der Regierung zum Datenschutz nur Schall und Rauch waren.

Nichts, aber auch wirklich gar nichts an der vielgerühmten angeblichen deutschen „Corona-Politik mit Augenmaß“ funktioniert bei näherer Betrachtung: Riesige Kollateralschäden des Lockdowns durch Isolation von Risikogruppen, Schulschließungen, Notmodus der medizinischen Regelversorgung durch Alleinfixierung auf Corona, Wirtschaftskrise, skandalöse Unfähigkeit bei der Beschaffung von  Masken- und Schutzausrüstung, dann die die gefloppte Corona-App, RKI – das Zahlenchaos, Pannen bei Tests, föderaler Flickenteppich bei Maßnahmen und unfundierte Grundrechtseingriffe. Und jetzt die Datenlecks bei den zwangsweise erhobenen Angaben in der Gastronomie.

Betroffen waren Kunden der Firma Gastronovi mit Sitz in Bremen, deren Server betroffen waren und die für Restaurants, Bars und Hotels Zahlungsdienstleistungen und unter anderem einen Reservierungsservice ausführt. Insgesamt waren zeitweilig vier Millionen persönliche Datensätze von Gästen seit 2011 offen einsehbar – doch der Knackpunkt sind hier vor allem die mehr als 87.000 im Zuge der vorgeschriebenen Kontaktverfolgung erhobenen „Corona-Daten“.

Tückische QR-Codes

Diese sollen im Alarmfall die Aufspürung von Infektionsketten ermöglichen sollen und die von den Lokalen per QR-Code erhoben wurden. Darunter waren auch etliche vertrauliche Daten, etwa von Prominenten; ein datenschutzrechtlicher Super-GAU. Entdeckt hatte die peinlichen Sicherheitslücken, wie die „Tagesschau“ berichtete, der Chaos Computer Club (CCC).

Gerne lässt sich die Bundesregierung (unter einer Kanzlerin, um die uns angeblich „die ganze Welt beneidet“) feiern – für niedrige „Todeszahlen“ und die relativ glimpflichen Shutdown/Lockdownbedingungen; so als sei das vielbeschworene „gute Abschneiden Deutschlands in der Pandemie“ – gemeint ist damit vor allem: auf dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr und verglichen mit Italien und Spanien – Merkels und Spahns ureigenes Verdienst, und nicht vielmehr der Beweis für die strukturelle Überlegenheit unseres Gesundheitssystems. Wenn wir weniger betroffen waren als andere, dann trotz und nicht wegen dieser Bundesregierung. (DM)

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