Erstürmung & Reichsflagge in Berlin: Waren es die Hottentotten?

0
Kaiserliche Schutztruppe in Namibia - Foto: Shaun Elter

Unglaubliches trug sich zu am vergangenen Samstag in Berlin. Um ein Haar wäre der Reichstag erstürmt worden. Ob´s wohl die Hottentotten aus Deutsch-Südwest-Afrika gewesen sind? Wegen der Reichsflagge, meine ich, die einige dabei hatten. Auf die Hautfarbe habe ich nicht so geguckt, ich alter Antirassist. Die jouwatch-Satire.

von Max Erdinger

– „Haben Sie das gehört, Herr Meier, daß die Aufständischen in Berlin gestern fast den Reichstag erstürmt hätten?“

– „Ja, habe ich gehört, Herr Müller. Was waren denn das für renitente Leute? Ist ja unerhört!“

– „Man weiß es nicht. Es waren viele Flaggen zu sehen, darunter auch ein paar Reichsflaggen. Sie wissen schon, die schwarz-weiß-roten. Deutsche Flagge unter dem Kaiser von 1884 bis 1919.“

– „Hmmm, dann war es wohl eine ausländische Verschwörung mit unseren Hottentotten zusammen …“

– „Wie jetzt, unsere Hottentotten, Herr Müller?“

– „Na, unsere Hottentotten eben. Aus Deutsch-Südwest-Afrika, die. Die hatten damals noch die Reichsflagge. Vielleicht hatten sie noch welche übrig, die sie mitgebracht haben.“

– „Wieso hätten denn ausgerechnet die Hottentotten den Reichstag in Berlin erstürmen sollen, Herr Müller?“

– „Na, weil es am Reichstag zugegangen sein muß wie bei den Hottentotten, Herr Meier. Die Hottentotten zählen zu den Nama – oder sind es die Hereros, egal jetzt, die Franken werden auch immer wieder mit den Bayern verwechselt -, jedenfalls zu welchen, die anno dunnemals unter dem Schutz der kaiserlichen Schutztruppe gestanden hatten, weswegen die Truppe auch so hieß – und die Hottentotten wollten jüngst Schutzentschädigung vom Reichstag haben. Die angebotenen zehn Millionen waren ihnen aber nicht genug. Zehn Millionen als Entschädigung für übelsten Kolonialismus, Kaiser Wilhelm, Trotha, Lüderitz, Lettow-Vorbeck, Unterdrückung, Rassismus, Völkerschutzmord und die ganze Verantwortung für die Geschichte, das alles… Und jetzt wollten sie, wahrscheinlich mit ausländischer Unterstützung, den Reichstag erstürmen, um ihn nach den fehlenden Millionen zu durchsuchen. Eine Regenbogenfahne und die amerikanische Flagge waren bei der Erstürmung übrigens ebenfalls zu sehen. Daß die Schwulen und die Amis den Hottentotten helfen würden, war sowieso klar. Unser Bundespräsident hat sich ganz schön aufgeregt. Angriff auf das Herz unserer Demokratie, hat er gesagt.“

– „Ha, wenn das tatsächlich Hottentotten gewesen wären mit der Reichsflagge, Herr Müller, dann hätte sich der Bundespräsident nicht so aufgeregt. So, wie ich den kenne, hätte er dann gesagt, daß man das nicht überbewerten darf, weil die armen Hottentotten wegen der kaiserlichen Schutzkillertruppen damals schon viel zu lange auf ein anständiges deutsches Schutzmordentschädigungsgeld warten. Und daß man da wegen so ein bißchen Reichstag, Reichsflagge und Erstürmung nicht so pingelig sein muß, sondern verständnisvoll. Einzelfall, außerdem.“

– „Ah, Herr Meier, Sie haben ja keine Ahnung, wie das heute läuft. Der Bundespräsident hat die Hottentotten bloß nicht erkannt auf den Bildern. Natürlich sieht ein Hottentott nicht aus wie ein Hottentott, wenn er mit der Reichsflagge in der Hand den Reichstag erstürmen will. Wenn man als Hottentott den Reichstag erstürmen will, macht man whitefacing vorher, also das Gesicht weiß. Das nennt sich dann false flag im Schatten der Corona-Pandemie. Die haben einfach einen Superspreader-Hottentottspot kreiert.“

– „So raffiniert sind doch die Hottentotten nicht?“

– „Waren sie ja auch nicht, Herr Maier. Sonst hätten sie sich doch nicht durch die Reichsflagge verraten! Reichsbürger waren das jedenfalls keine. Es gibt ja kein Reich mehr. Deutsch-Südwest ist weit weg. Heißt heute auch Nabimbia. Wegen der Gleichberechtigung in Afrika. Hat sich eben noch nicht überall herumgesprochen. Es ist wegen dieser Reichsflagge, sage ich Ihnen, weswegen das die Hottentottinnen und Hottentotten gewesen sein müssen. Die haben noch am ehesten einen Bezug zur Reichsflagge.“

– „In der Tat, Herr Müller, das ist eine interessante Theorie.“

– „Und es waren todsicher schwule Amerikaner, wahrscheinlich von Soros finanziert, die diesen Erstürmungsversuch der Hottentotten logistisch unterstützt haben – und der Bundespräsident hat es nur nicht erkannt.“

– „Zum Glück konnte dieser Hottentotten-Putsch verhindert werden, Herr Müller!“

-„Ja, stellen Sie sich vor, drei reichs … äh … deutsche Polizisten schlugen die Hottentotten-Revolution zu Berlin ganz alleine nieder, habe ich gelesen, ohne daß dabeigestanden wäre, daß es sich um einen Hottentottenaufstand handelte. Obwohl es tausend Hottentottinnen und Hottentotten gewesen sind, wie die Reichsflagge beweist. Vielleicht ein paar weniger, wenn man die schwulen Amis mit der Regenbogen- und der amerikanischen Flagge abzieht. Das stimmt schon mit dieser Lügenpresse.“

– „Wissen Sie was? Man muß froh sein, daß diese Hottentotten trotz ihrer Reichsflagge nicht gleich erkannt wurden, sondern mit Reichsbürgern oder irgendwelchen anderen rechten Elementen verwechselt worden sind, weil: Wenn die Hottentoten trotz ihrer weiß geschminkten Gesichter anhand der Reichsfahne identifiziert worden wären, dann hätten die drei Polizisten Anweisung erhalten, bei der Erstürmung deeskalierend zu wirken und freundlich zu bleiben. Daß die Erstürmung des Reichstags wegen Nichterkennens einer politisch-korrekten False-Flag-Aktion durch die Sicherheitskräfte vereitelt wurde, ist sozusagen einer glücklichen Fügung zu verdanken.“

– „Das kann man wohl sagen, Herr Meier. Immer wieder freue ich mich, wenn ich auf Sie und Ihren analytischen Verstand treffe.“

– „Wir müssen froh sein, Herr Müller, daß bei der Erstürmung des Reichstags durch diese entschädigungsgeilen Hottentotten nichts in die Brüche gegangen ist. Es sind aber auch lebenslustige Menschen, die aus dem ehemals kaiserlich truppgeschützten Deutsch-Südwestafrika. Wenn sie eine Treppe erklommen haben, dann freuen sie sich erst einmal so lange bis drei buntesdeutsche Polizisten kommen und schlagen nicht gleich alles zu Klump. Obwohl Hottentotten-Aufstand mit Reichsflagge gewesen ist, sieht der Reichstag völlig unbeschädigt aus, ganz anders, als beispielsweise im Hamburger Schanzenviertel nach einem Aufstand der originalweißen Antifanten. Die sind nämlich nicht so bescheiden, daß sie sich schon über einen erfolgreichen Treppenaufstieg vor dem Reichstag freuen würden.“

– „Das stimmt, Herr Meier. Wahrscheinlich ist es der angeborene Frohsinn der Hottentotten mit der Reichsflagge, der das Schlimmste verhindert hat, so daß der Heldenmut der drei Polizisten gar nicht so groß ausfallen mußte. Die Presse eben: Erst nichts wissen und dann auch noch übertreiben. Typisch. Aber uns macht so leicht niemand ein X für ein U vor. Wir erkennen einen aufständischen Hottentott, wenn wir einen sehen.“

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram