„Rassistisch“ – BBC spielt „Rule Britannia“ nur noch textfrei

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screenshot YouTube

In Großbritannien ist Großreinemachen in Sachen Tradition und Geschichte angesagt. Statuen von Winston Churchill mussten während der BLM-Proteste verkleidet und von der Polizei bewacht werden. Jetzt geht es dem Liedgut an den Kragen. „Rule Britannia“ und „Land of Hope and Glory“ werden zum Abschluss der in London stattfindenden BBC-Sommer-Klassikkonzerte nur noch ohne Text gespielt. Der sei „rassistisch“ findet der Sender.

Die Entscheidung, die beiden patriotischen Lieder nur noch textfrei zu spielen, ist bereits ein Kompromiss. Ursprünglich sollten sie wegen ihrer angeblichen Verbindung zu Sklaverei und Kolonialismus ganz aus dem Programm verbannt werden. Nach einem Aufschrei quer durch das Land, dem sich sowohl Konservative als auch Labour-Politiker anschlossen, gab der Sender halbherzig nach. Durch die Corona-Pandemie würde sowieso das Publikum zum Mitsingen fehlen, da brauche man auch keinen Text, heißt es nun.

Auch in diesem Jahr sollten „Rule Britannia“ und „Land of Hope and Gloria“ den krönenden Abschluss der in London jährlich stattfindenden klassischen Sommerkonzerte, der Proms, bilden. Für die die um Buntheit und Vielfalt kämpfende BBC ein No-Go.

Angesichts der BLM-Unruhen und erbitterter Debatten über die koloniale Vergangenheit Großbritanniens wollte die BBC das beliebte Liedgut bei der traditionellen Abschlussveranstaltung ihrer Klassik-Konzertreihe künftig nicht mehr aufführen.

Vor allem die Zeile „Britons never, never, never shall be slaves“ in „Rule Britannia“ sind für die Rassismus-Bekämpfer Stein des Anstoßes: „Glauben die Briten, daß es in Ordnung ist, ein Lied aus dem 18. Jahrhundert zu singen, in dem es heißt, daß sie niemals versklavt werden, während Großbritannien Millionen von Unschuldigen versklavte und tötete?“ Das sei genau so, als wenn Neonazis singen würden, daß sie niemals in die Gaskammern gehen werden, findet die blonde TV-Produzentin Cat Lewis.

Premier Boris Johnson will die neue geplante Zensur der „Volks-Hymnen“ nicht glauben:„Ich denke, es ist an der Zeit, dass wir aufhören, uns über unsere Geschichte, unsere Traditionen und unsere Kultur zu schämen, und dass wir diesen allgemeinen Kampf der Selbstanklage beenden müssen“, findet der Premier.

Und hier ein Blick in die Vergangenheit. „Rule britannia“ noch in voller Schönheit bei den Proms 2019 im Hyde Park

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