Katastrophe in der taz: „Coronagegner und Grundrechte – Wut und Widerstand“

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"Querdenken - zentrale Außenstelle" in der Nähe des Kanzleramtes - Foto: Imago

Eine Frau taz-Kolumnistin in Berlin wird wütend, wenn sie Demonstranten gegen die „Pandemie“- Maßnahmen sieht. Als nächstes schreibt sie über ihr Gefühl und veröffentlicht es. Zu lesen bekommt man den erschütternden Zustandsbericht aus einem typisch linken Oberstübchen. Die Medienkritik.

von Max Erdinger

Frau Nina Apin arbeitet für die „taz“. Sie radelt von der Redaktion nach Hause und dann passiert es: Sie stößt auf „ein temporäres Camp der Coronaleugnertruppe Querdenken – „Zentrale Außenstelle Berlin. Frau Nina Apin wird wütend. Die „Coronaleugnertruppe Querdenken“ frönt in ihrem „temporären Camp“ nämlich der Gewißheit, daß, wer in der Coronakrise schläft, in der Diktatur aufwachen wird. Das ist eine ganz falsche Gewißheit, weiß Frau Nina Apin und denkt sofort an Weißrussland. Genauer: Sie denkt an die Demonstranten gegen Lukaschenko in Weißrussland und daran, daß sie verhaftet werden, um in Foltergefängnisse verbracht zu werden. So sieht eine weißrussische Diktatur nämlich aus.

Wer ein bißchen kritischer denkt, als Frau Nina Apin, der denkt an etwas anderes, wenn ihm beim Anblick einer „Coronaleugnertruppe in einem temporären Camp“ vor dem Kanzleramt zufällig Weißrussland in den Sinn kommt. Er denkt an die weißrussischen „Coronazahlen“ und daran, daß in Minsk die Leichenberge der vom Virus Dahingerafften fehlen, obwohl es dort die Maßnahmen gar nicht gegeben hat, die so toll gegen die pöse Pandemie helfen. Weil sich der weißrussische Diktator selbst bei einem Angebot des IWF von 900 Mio. Dollar geweigert hatte, die weltmodischen Maßnahmen in seinem Land zu verfügen. Und dann fragt sich der kritische Denker, wie die das mit der Pandemiebefreiung in Weißrussland wohl hinbekommen haben, so ganz ohne Maßnahmen. Ob sie die „Coronatoten“ wohl vor der maskierten Weltöffentlichkeit versteckt haben? Diktatoren ist bekanntlich alles zuzutrauen. Nebenbei fragt er sich, ob die Demonstranten in Minsk wohl von denselben Leuten fürs Demonstrieren bezahlt werden wie damals die Demonstranten in Kiew zu Beginn der Ukrainekrise 2013/14. Dann wird der kritische Nachdenkliche ebenfalls wütend. Und zwar auf die wütende Frau Nina Apin in der „taz“. Was muß die mit ihrem Fahrrad auch ausgerechnet am Kanzleramt vorbeifahren?

Alles in Ordnung mit der Meinungs- und Versammlungsfreiheit hierzulande, will man doch meinen? Jeder und jede darf hier herumlaufen und irgendwelches Zeug verzapfen: Davon, dass „die Eliten“ Kinder quälten und nur ein ominöser Q die Weltwahrheit besitze, wie der QAnon-Sympathisant Attila Hildmann meint. Oder dass Merkel sich per „Ausnahmezustand“ ewig an der Macht zu halten versuche, wie die Ex-DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld in ihrem Blog behauptet – als wäre Merkel Lukaschenko. Oder Putin, der sich gar nicht erst damit aufhält, seine Kritiker zu verhaften, sondern sie lieber gleich vergiften lässt – aber das ist natürlich nicht bewiesen. Sondern leider nur sehr, sehr wahrscheinlich.„. So steht es in der „taz“. Und Frau Nina Apin hat es geschrieben.

Mit der Pressefreiheit, will man doch meinen, sei ebenfalls alles in Ordnung, wenn man von der wütenden Frau Nina Apin in der „taz“ Kenntnis nimmt. Niemand hindert die linke Kampfpresse in ihrer ganzen Freiheit daran, zu ignorieren, daß es Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell mit der Kinderquälerei wohl übertrieben hatten, und daß derzeit eine Menge Prominenter aus Politik und Showbusiness vor den zu erwartenden Aussagen der Ghislaine Maxwell zittern. Die Liste der Prominenten, die sich als Epsteins Gäste auf dessen „Love Island“ aufgehalten hatten, ist ellenlang. Bill Clinton, Mark Zuckerberg, Oprah Winfrey …

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Inzwischen wissen wir sogar, warum Alexej der Putinkritiker in der Berliner Charité mit seinem Nachnamen Navalny heißt: Na-val-ny-mand ihn vergiftet hat. Jede „taz“-Kolumnistin darf am Kanzleramt vorbeiradeln und anderntags irgendwelches Zeug verzapfen. Navalny soll angeblich Antidepressiva und große Mengen Alkohol zu sich genommen haben, wie aus seiner engeren Umgebung inzwischen zu erfahren war. In Omsk sei er dann aus den Latschen und direkt ins Koma gekippt. Niemand in der Charité konnte eine Vergiftung nachweisen. Und überhaupt: Wenn hierzulande alles in Ordnung ist mit der Meinungs- und Versammlungsfreiheit, wieso wird dann eine Frau taz-Kolumnistin wütend, wenn sie Leute sieht, die von ihrer Freiheit Gebrauch machen? Ob sie diese Leute wohl am liebsten in ein weißrussisches Foltergefängnis überstellen würde? Man weiß es nicht. Zugeben würde es Frau Nina Apin jedenfalls nicht, obwohl die Geschichte dem Realisten zeigt, daß er der Linken solche Wünsche zutrauen muß. Außerdem regiert Merkel sehr wohl per „Ausnahmezustand“ – und zwar mindestens seit 2015. Wer ihre Regierung nämlich als den Normalzustand begreifen wollte, hätte längst eine Packung Antidepressiva mit einer Flasche Wodka hinunterspülen müssen, um sich als nächstes ins Bett neben dem komatösen Navalny in der Charité zu legen. Von Navalny heißt es außerdem, sein Name sei in Deutschland bekannter als in Russland.

Aber wer kennt das nicht: Eine linke Frau ist wütend – und kein ganz normal tickender Mann kann nachvollziehen, weshalb. Das ist doch Standard in Deutschland. Wie es um das Sprachverständnis der Frau Nina Apin von der „taz“ bestellt ist, offenbart sie dann auch noch unfreiwillig mit dem letzten Absatz ihrer subjektivistischen Wutnabelschau. „Dieser „Widerstand“ ist ein Armutszeugnis. Nicht für die Demokratie. Sondern für die, die sich gern als mündige BürgerInnen sehen – und doch bloß wohlstandsverwöhnte EgoistInnen sind, denen die eigene Maskenfreiheit mehr wert ist als die Gesundheit kranker und alter Mitmenschen.„, schreibt sie abschließend. Genausogut hätte sie natürlich auch von der Krankheit der Gesunden schreiben können. Gesunde Kranke, kranke Gesunde, – was ist schon der Unterschied? – Alter Schwede! Apropos Schweden: Dort scheint man, ganz wie in Weißrussland, ebenfalls ohne Lockdown und Maskenpflicht über die Virusrunden gekommen zu sein. Wahrscheinlich alles „wohlstandsverwöhnte EgoistInnen“, diese weißrussischen Schweden. Oder gesundkranke schwedische Weißrussen? Da sollte man nochmal nachfragen bei der Frau Nina Apin von der „taz“, wenn sie nicht mehr so wütend ist. Nicht, daß sie noch zu schreien anfängt. Als „Coronagegner“ hätte man ja noch nicht einmal eine Ohrenmaske dabei.

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