Berliner Autobahn-Terrorist in der Klapse: Wer Allahu Akbar schreit, hat einen an der Waffe(l)?

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(Symbolbild: AntonWatman/Shutterstock)

Berlin – In Deutschland ist man es mittlerweile gewohnt: Kaum muss zähneknirschend der nächste islamistische Terroranschlag in Deutschland vermeldet werden, tritt eine ganze Armada von Experten, Medienschaffenden und „Erklär-Bären“ auf den Plan, um die Tat entsprechend „einzuordnen“, zu relativieren und – ganz wichtig – die Zurechnungsfähigkeit des Täters anzuzweifeln. So auch wieder im Fall des Berlin-Attentäters.

Sind deutsche Medien, Justiz und Psychologen islamophob? Fast könnte man es glauben – denn jeder Muslim, der zu Waffe greift oder zum Terrorist wird, wird prompt für psychisch krank erklärt. Ist etwa Islamgläubigkeit eine psychiatrische Erkrankung, so vorschnell und blauäuig, wie Journalisten die ihnen von angeblichen Fachleuten diktierten Ferndiagnosen über psychische Auffälligkeiten schlucken und berichten?

Keine sechs Stunden nach Bekanntwerden der Tatsache, dass es sich bei dem „Zwischenfall“ auf der Berliner Stadtautobahn mit drei vorsätzlich verursachten lebensgefährlichen Unfällen um einen islamistischen Anschlag handelte, meldete sich der „Berliner Terrorismus-Experte“ Malte Roschinski zu Wort, der munter drauflos fabulierte: Bei dem 30-jährigen irakischen Täter handele es sich um einen „unkompetenten Tätertypus“ handeln, der „weder über Netzwerke noch Logistik“ verfügte. Anders als bei NSU, beim Attentäter von Halle oder beim Mord an Walter Lübcke ist man sich hier in Rekordzeit sicher, dass es sich um den Befund „wirrer Einzeltäter“ handelt.

Damit nicht genug: Wie beim ICE-Bahnhofsmörder von Frankfurt wird auch hier eine entlastende Spontanhandlungs-Theorie ins Feld geführt: „Ich halte es für durchaus möglich, dass der Iraker die Tat erst kurz vorher geplant hat. So etwas kann man im Grunde ja auch während einer Autofahrt planen“, so Roschinski gegenüber „Focus„. Dass der Täter „handwerklich ziemlich ungeschickt“ vorgegangen sei, sei ein „Glück“ – sonst hätte ja schließlich noch „viel mehr passieren können“. Und dass er keine Waffe, sondern das nur das Auto als „Tatwerkzeug“ hatte, deute ebenfalls darauf hin, dass es hier keine „Vorbereitung“ gab.

Reflexartige Verharmlosung

Wie bitte? Hatten die Täter bei der LKW-Amokfahrt in Nizza oder beim Berliner Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidtplatz etwa keine Anschlagspläne? Die unerträgliche Verharmlosung ist auch in diesem Fall wieder Begleiterscheinung mit Ansage.

Einen Täter, der „Allahu akbar“ brüllt, der laut Staatsanwaltschaft regelrechte „Jagd auf Motorradfahrer“ machte, zum spontanen Amoktäter umzudeuten, ist quasi die mediale Anbahnung und Voraussetzung dafür, ihn als Opfer psychischer Dämonen zu exkulpieren – was sich dann, auch in diesem Fall wieder, prompt in der psychiatrischen Unterbringung niederschlägt.

Ganz anders bei Tobias Rathjen, dem Täter von Hanau: Der gilt trotz manifester, zweifelsfrei erwiesener schwerer Psychose (schizophrene Paranoia) ohne Wenn und Aber als rechtsextremer Vorsatztäter. Auch wenn er über Fernsteuerung durch Außerirdische, empfangene Signale zur Mannschaftsaufstellung der Fußball-Nationalmannschaft oder über unterirdische CIA-Folterkeller schrieb, seine eigene Mutter tötete und sich selbst nicht kannte: Hier schweigen die Experten. Nazis bleiben Nazis, auch wenn sie einen an der Klatsche haben. Doch Islamisten sind im Bedarfsfall eben kurz mal irre. (DM)

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