Millie Weaver und Ehemann verhaftet: Ihr Film „Shadowgate“ enthüllt die mächtigen Gegner Donald Trumps

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Investigativjournalistin Millie Weaver - Foto: Screenshot "Shadowgate"

Unter dem Vorwurf, einen Einbruch begangen zu haben, wurden vergangenen Freitag die amerikanische Investigativjournalistin Millie Weaver und ihr Ehemann verhaftet. Weaver ist Produzentin des lange angekündigten Dokumentarfilms „Shadowgate“, der sofort nach seinem Erscheinen am vergangenen Donnerstag von prominenten Social-Media-Kanälen gelöscht wurde.

von Max Erdinger

Ein kurzes Youtube-Video von knapp zwei Minuten Dauer zeigt das ungläubige Erstaunen der Investigativjournalistin angesichts der Polizisten vor ihrem Haus, die am Freitag gekommen waren, um sie auf Geheiß eines Geschworenengerichts festzunehmen. Tags zuvor hatte Millie Weaver ihren lange angekündigten Dokumentarfilm über die US-amerikanische „Schattenregierung“ veröffentlicht. Einen schriftlichen Haftbefehl konnten die Polizisten nicht vorweisen. Es handele sich um einen geheimen Gerichtsbeschluß, teilten sie lediglich mit („secret indictment“). „Secret indictments“ bleiben so lange versiegelt bei der Staatsanwaltschaft, bis der Beschuldigte von der Polizei festgenommen worden ist. Das Vorgehen bei Weavers Festnahme erinnert an den Fall Julian Assange.

Weavers knapp anderthalbstündiger Dokumentarfilm „Shadowgate“ enthält eine Menge Sprengstoff. Wenn tatsächlich zutrifft, was zwei Whistleblower in diesem Film über die Ausspähung von Bevölkerung, Firmen, ausländischen Regierungen und den US-Präsidenten selbst berichten, und darüber, wie die Anschuldigungen gegen Präsident Trump hinsichtlich der russischen Einmischung in den Wahlkampf 2016 zustande gekommen sind, dann handelt es sich bei den in „Shadowgate“ enthüllten Informationen um einen Skandal, gegen den die legendäre Watergate-Affäre ein Kindergeburtstag gewesen wäre.

Millie Weaver wurde 1991 im kalifornischen San Bernardino geboren. Sie hat einen vierjährigen Sohn und eine neun Monate alte Tochter. Sie ist Mitglied bei den Republikanern und gilt dort, einer Einschätzung des Portals Newsmax zufolge, als eines der „30 einflußreichsten Mitglieder unter 30“. Das Erscheinen ihres Dokumentarfilms hatte sie mit den Worten angekündigt, „Obamagate“ kratze lediglich an der Oberfläche. Ihr Film könne leicht der größte „Whistleblow“ aller Zeiten werden. Weaver sprach davon, daß beide Parteien, also Demokraten und Republikaner, gleichermaßen verwickelt seien in einen Skandal, der „Obamagate“ weit überrage. Tatsächlich nennt Millie Weaver in ihrem Dokumentarfilm, wie zuvor angekündigt, die „wahren Marionettenspieler“ und „Strippenzieher“ hinter den konstruierten Anschuldigungen gegen Donald Trump. Bereits die Ankündigung ihres Dokumentarfilms hatte in den sozialen Medien höchste Aufmerksamkeit generiert.

Das Büro des Sheriffs von Portland County in Ohio bestätigte auf Nachfrage des Reporters Spiro Skouras, daß Weaver aufgrund eines „secret indictments“ im dortigen Gefängnis festgehalten werde. Im Augenblick würden ihr die Manipulation von Beweismitteln, Behinderung der Justiz und häusliche Gewalt zum Vorwurf gemacht. Sie sei über das Wochenende ohne eine festgesetzte Kaution festgehalten worden und am Montag, dem 17. August, einem Haftrichter vorgeführt worden. In dem Video von ihrer Festnahme ist zu hören, wie der Grund für ihre Verhaftung mit einem Einbruchsvorwurf begründet wird. Das Video machte in den sozialen Medien die Runde und wurde bereits häufig geteilt. Inzwischen gibt es eine Fundraising-Kampagne, um Anwälte für Millie Weavers Freilassung zu bezahlen. Auf der entsprechenden GoFundMe-Seite ist zu lesen: „Millie Weaver, die populäre und unabhängige Journalistin, wurde heute überfallartig festgenommen. Es gibt keine öffentlichen Informationen. In der Video -Dokumentation ihrer Festnahme fragt Weaver wiederholt nach den Gründen für ihre Festnahme, ohne Antworten darauf zu erhalten. Was auch immer der Fall ist: Wir wissen, daß Millie finanzielle Unterstützung braucht, um einen Anwalt und andere Kosten zu bezahlen.“ Von den angestrebten 110.000 Dollar sind inzwischen 97.000 zusammengekommen.

Dokumentarfilm „Shadowgate“

Die Liste der vorkommenden Personen ist lang, das Beziehungsgeflecht zwischen ihnen komplex. Der sehr professionell gemachte Film hat zwei Interviews zur Grundlage, welche Millie Weaver mit Whistleblowern aus dem militärisch-industriellen Komplex geführt hatte. Es geht dabei um Auftragsvergaben von Beamten an Privatfirmen, welche in klandestinen Netzwerken jene „Drecksarbeit“ in den Bereichen Verteidigung & Geheimdienste verrichtet haben sollen, zu deren Erledigung den Beamten selbst die Hände gebunden waren. Es gehe dabei um die Erichtung eines international operierenden Netzwerks, das mit Erpressung und Datenhandel operiert.

Bei den beiden Whistleblowern handelt es sich um die Linguistin „Tore“, die von der US-Navy angeheuert worden war und um Patrick Bergy, bei der US-Army zuständig gewesen für Cyber Security und die Entwicklung des PSYOP-Programms zur psychologischen Kriegsführung. Die Aussagen der beiden Whistelblower sind tatsächlich alarmierend. Die beiden stehen stellvertretend für Tausende, die über Arbeitsverträge als „Externe“ für die „Schattenregierung“ arbeiten, wie „Tore“ erzählt. Dabei sei die Schattenregierung mitnichten identisch mit dem vielbeschworenen „Deep State“. Während ihrer Ausbildung bei der US-Navy sei sie von Leuten aus dem Umfeld des ehemaligen CIA-Direktors John O. Brennan kontaktiert worden. Brennan ist ein Todfeind von Donald Trump. Womöglich aufgrund von Brennans Aktivitäten in der „geheimdienstlichen Privatwirtschaft“ – The Analysis Corporation (TAC), GLOBAL – Global Strategies Group und CGI – ist John O. Brennan bis heute der einzige ehemalige CIA-Direktor, dem nach seinem Dienstende vom US-Präsidenten selbst die „Sicherheitsfreigabe“ entzogen wurde, um ihn von sensiblen Informationen fernzuhalten. Üblicherweise behalten US-Sicherheitsbeamte ihre „Security Clearance“ nach dem Ausscheiden aus dem Dienst.

John O. Brennan war auch während der Ukraine-Krise 2014 rührig in Kiew unterwegs. Russische Medien behaupteten damals einen Zusammenhang zwischen dem Besuch Brennans und einer wenig später vom ukrainischen Innenministerium angekündigten Sonderoperation der Sicherheitskräfte mit Militärhubschraubern und Panzern gegen „Rebellen“ in der Ostukraine bei Slowjansk. Die CIA hatte das damals bestritten. Deutsche Medien bestätigten jedoch später, dass sowohl CIA als auch FBI die ukrainische Übergangsregierung bei ihrem Vorgehen gegen die „Aufständischen“ im Osten der Ukraine beraten hatten.

Brennan ist aber offensichtlich nicht der einzige, der seine in Staatsdiensten gewonnenen Kenntnisse in der geheimdienstlichen Privatwirtschaft versilbert hat und sie in den Dienst der Schaffung einer „alternativen Wirklichkeit“ stellte. Eine andere zentrale Figur bei der Schaffung von „alternativen Fakten“ sei General James Jones, der ehemalige nationale Sicherheitsberater von Barack Obama, Trumps Vorgänger im Amt des US-Präsidenten. Jones ist Inhaber der „Dynology Corporation“. Der zweite Whisteblower, Patrick Bergy, berichtet, er sei von der US-Army aus bei der „Dynology Corporation“ gelandet, und dort dem Sohn von General Jones, Jim Jones, unterstellt gewesen. Er habe etwa 8 Jahre für die „Dynology Corporation“ gearbeitet, zwischen 2007 und 2010 hauptsächlich an Projekten für das Verteidigungsministerium. Dabei sei es darum gegangen, dem Verteidigungsministerium vermittels sogenannter PSYOPS (psychologische Operationen) Einfluß auf soziale Medien im Internet zu verschaffen. Zu seinen Aufgaben gehörte auch das Überwachen neuer Webseiten, politischer Blogs und neu entstandener freier Medien, um ein rechtzeitiges „Gegensteuern“ zu gewährleisten, wenn sie sich in der Öffentlichkeit den Status einer gleichwertigen Informationsquelle zu den etablierten Nachrichtensendern und Zeitungen erarbeitet hatten. Ebenfalls sei es darum gegangen, Strategien zur Steuerung von Massenhysterie und zur Mobilsierung von „Aufständischen“ zu entwickeln.

Private amerikanische Sicherheitsdienste, sogenannte „Contractors“ von NSA, CIA, FBI und Verteidiungsministerium haben ihre Server auch nicht in den USA stehen, wie Millie Weaver enthüllt, sondern vor allem in Deutschland. Die Liste dieser „Contractors“ ist schier endlos. Im Grunde seien sie es, die man als die „amerikanische Schattenregierung“ begreifen muß.

Das ist aber nur ein sehr kleiner Ausschnitt aus dem, was in „Shadowgate“ behauptet wird. An einer Stelle ist sogar die Rede davon, Mark Zuckerbergs „Facebook“ sei längst nicht mehr das Unternehmen, als das es einst gegründet worden war. Mitnichten stehe noch die globale Vernetzung der „die Menschen“ im Vordergrund, sondern das Sammeln von Daten zum Zweck privatgeheimdienstlicher Auswertungen hinsichtlich „revolutionären Potentials“. Facebook sei zum Datenlieferanten für private US-Sicherheitsdienste geworden.

Der Film „Shadowgate“ ist 84 Minuten lang und enthält eine enorme Menge an Personen, Firmen, Merkwürdigkeiten und behaupteten Vernetzungen. Von Hillary Clinton über John McCain und Barack Obama ist alles dabei, was Rang und Namen hat. Es ist nicht möglich, den gesamten Inhalt nach einmaligem Ansehen im Kopf zu behalten, geschweige denn, den Inhalt in einem Artikel vollständig wiederzugeben. Auf alle Fälle wurde der Film sofort nach seinem Erscheinen am Donnerstag, dem 13. August von den größten Videoportalen im Internet gelöscht (Youtube z.B.). Bei „Banned Video“ ist er zu sehen. Die mysteriösen Umstände der Verhaftung von Investigativjournalistin Millie Weaver samt Ehemann legen nahe, daß sie wohl in ein Wespennest gestochen haben müssen.

„Shadowgate“ – der Film (englisch)

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