Stoßgebete wurden erhört: Bordelle öffnen wieder – Sado-Maso ist das neue Normal

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Freier-Proteste für baldige Puff-Wiedereröffnung (Foto:Imago/Lichtgut)

Dem „Drängen“ des horizontalen Gewerbes und seiner männlichen Kernklientel gibt die Politik trotz des Corona-Dauerthemas nun doch nach – vermutlich befürchtet man sonst schädliche Abreaktionen durch sonstige Ventile, durch steigende Fallzahlen von Vergewaltigungen oder häusliche Gewalt: Die Puffs sollen wieder öffnen – doch mit einem Konzept, das wie Realsatire wirkt.

Von „gefühlsecht“ oder gar entspanntem Sex als Dienstleistung kann bei den Vorschlägen, die die „Arbeitsgruppe Prostitutionsstätten der Länder“ erarbeitet hat, keinesfalls die Rede sein. Wie „Bild“ berichtet, wollen die Länder zunächst „sexuelle Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr, bei denen nicht mehr als zwei Personen beteiligt sind“, wieder erlauben. Darunter wird verstanden: „erotische Massagen, Fesselspiele und verwandte Sexualpraktiken“. Also Sado-Maso und Sub/Dom-Varietäten statt Kopulation. Immerhin passt dies zum Maskenzwang.

Die „Lockerungen“ sollen bundesweit „so schnell wie möglich“ auch in dieser Branche greifen; Berlin hat sie bereits heute vor einer Woche wieder in Gang gesetzt. Dort hat, so „Bild“, der „Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen e. V.“ bereits en detail niedergeschrieben, wie Bordelle und Co. wieder öffnen könnten. Ab dem 1. September soll dort auch der käufliche Sex an sich, sofern nur zwei Personen beteiligt sind, wieder zulässig sein. Gangbang und Gruppensex sind somit wegen Corona vorerst tabu. Auch im Saarland ist Prostitution ab sofort wieder erlaubt.

Vögeln mit Gesichtsmaske – oder gleich SM?

Ein großes Fragezeichen stellen allerdings die Hygieneregeln dar, die auch weiterhin gelten sollen: So soll ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden – außer während der eigentlich „sexuellen Dienstleistung“. Darüberhinausgehender Körperkontakt ist verboten, einschließlich „Händeschütteln oder Umarmen“. Das Aller-„geilste“ jedoch ist folgende Bestimmung: „Während der Tätigkeit an der Kundschaft müssen die Beschäftigten eine medizinische Gesichtsmaske nach DIN EN 14683 tragen.“ Warum nicht gleich noch ein Ganzkörper-Kondom à la „Die Nackte Kanone„?

Die Gästeanzahl soll „auf ein Minimum“ reduziert werden, und die „Sex-Räume“ müssen „nach jedem Gast ausreichend gelüftet“ und desinfiziert werden. Für manche Freier dürfte außerdem
der hier verschärft geltende Kontaktformularzwang eine echte Hürde sein: Bordelle und Prostituierten sollen grundsätzlich „ausschließlich nach Termin-Vergabe“ arbeiten – und die Kundschaft muss strikt den Personalausweis vorlegen. Die Auskunftserteilung erfolgt zur Datenvorlage „…gegenüber dem Gesundheitsamt oder der Ortspolizeibehörde durch Prostitutionsgewerbetreibende“. Na dann mal: Frohes Stechen! (DM)

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