Schule wird dank Maskenzwang zum Ort von Kindesmisshandlungen

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Schulstart mit Maske (Foto:Imago/MedienServiceMüller)

Mund-Nasen-Bedeckung bei bei 38 Grad innen und außen, ungelüftete Klassenzimmer, Dauerandrohung neuer Schließungen und Quarantänewillkür: Bereits am ersten Tag nach Schulbeginn und Rückkehr zum Präsenzunterricht in Deutschlands einwohnerstärksten Bundesland drängt sich der Eindruck auf, dass das, was hier Schülern und Lehrerpersonal zugemutet wird, potentiell noch gesundheitsschädlicher ist als ein Lockdown. Als bislang einziges Land gilt in NRW eine durchgehende Maskenpflicht im Unterricht ab der fünften Klasse. Für den „Kampf gegen Corona“ werden dadurch jede Menge andere massive Gesundheitsrisiken in Kauf genommen.

Lehrer und Schüler berichteten im Netz von untragbaren Zuständen, die die angesichts der hochsommerlichen Temperaturen wie die reinste Folter anmuten: Schüler, die in nichtklimatisierten Räumen, teilweise ohne jeden Luftwechsel, stundenlang unter Masken ausharren müssen. Lehrern, denen der Schweiß in Strömen rinnt. Selbst auf dem Pausenhof darf die Maske nicht abgesetzt werden. Etliche Schulen haben ein Einbahnstraßensystem beim Aus- und Zurückleiten der Schüler ins Schulgebäude – was zu dem schildbürgerlich anmutenden Wahnwitz führt, dass sich vor Unterrichtsbeginn, nach Pausenende und zu Schulschluss dort alles dicht an dicht drängelt, womit die Abstandsregeln zur Makulatur werden.

Unter dem Vorwand des Infektionsschutzes, der inzwischen mehr mit rituellen Opferhandlungen als mit evidenzbasiert-wissenschaftlichen, geschweige denn nutzbringenden Maßnahmen gemein hat, treibt hier ein nur noch manisch zu nennender Aktionismus der Politik seine skurrilen Blüten, zum Leidwesen von Kindern und Jugendlichen, bei denen unter diesen Umständen die  vernünftige Aufnahme des Lernstoffs kaum möglich ist. Immer wieder ist von Atembeschwerden zu lesen, die unter den Masken bei hoher Luftfeuchte gestaute Atemluft wird mit viel zu wenig Sauerstoff angereichert, was im harmlosesten Fall zu Müdigkeit zu Konzentrationsmängeln führt.

Maskentragen als wichtigste schulische Leistung

Der lästige Zwang zur Mund-Nase-Bedeckung ist das Thema an den Schulen und wird zur wichtigsten disziplinarischen Pflicht; korrektes Betragen, Anwesenheit, Erledigung von Hausaufgaben, Mitwirkung im Unterricht – selbst wer all dies noch so streberhaft-vorbildlich erfüllt und in vorpandemischen Zeiten damit als mustergültiger Schüler gegolten hätte, kann sich durch eine schiefsitzende oder gar nicht getragene Maske zum Schulterroristen entwickeln. Umgekehrt gibt’s wahrscheinlich demnächst für vorbildliches Befolgen der Pandemieregeln einen Bonus im Abitur – oder es werden gleich Zensuren für Corona-Regeleinhaltung vergeben.

Der psychische enorme Druck, aber auch zunehmende Atemprobleme und ein sogar noch durch die durchgeschwitzten, binnen kürzester Zeit triefnassen Stofffetzen im Gesicht erheblich erhöhtes Infektionsrisiko sind der Grund dafür, dass ein Großteil der NRW-Schüler die Schule als Horrortrip erlebt. Das bleibt nicht ohne Folgen: Bereits am allerersten Schultag hagelte es im bevölkerungsreichsten Bundesland Klagen durch die Eltern gegen die besessen agierende Laschet-Regierung mit ihrem halbgaren Schulöffnungskonzept. Das Oberverwaltungsgericht Münster bestätigte laut „n-tv„, dass bereits etliche Klagen gegen die Maskenpflicht eingegangen seien.

Wütende Familien wollen per Eilverfahren klären, ob die Corona-Verordnung des Landes NRW zum Schulbetrieb haltbar ist. Neben grundsätzlichen Zweifeln an der Zumutbarkeit sehen manche Eltern durch die Verordnung auch ihr ihr Erziehungsrecht verletzt und reichten deshalb ebenfalls Klage ein. Doch auch Experten und Mediziner zweifeln die fragwürdigen Maßnahmen an. Vor allem bei „überkorrekt“-regelkonform gestrickten Lehrern wird der Unterricht zur Tortur, was Exzesse wie dieser Fall zeigen:

(Screenshot:Twitter)

Doch auch ohne solche Exzesse sind Zweifel mehr als begründet. Wie die Landesschülervertretung in Düsseldorf monierte, schlicht nicht genug Masken zur Versorgung aller Schüler. Und die Vorsitzende des Elternvereins NRW, Andrea Heck, stellte fest, dass das permanente Maskentragen für Schüler „eine Zumutung und pädagogisch kontraproduktiv“ sei. In der Tat: „RTL“ berichtete über Erlebnisschilderungen des ersten Tages und zitiert eine Mutter: „Mein Sohn besucht die 6. Klasse. Gott sei Dank gab es hitzefrei. Er kam völlig fertig nach Hause, da die Maske auch während des Unterrichts getragen werden muss“. Die Mutter eines Fünftklässler aus Duisburg beschwert sich, die Maske im Schulunterricht sei für ihren Sohn eine unerträgliche Belastung, er bekomm schlechter Luft und die Auflage der NRW-Landesregierung sei inakzeptabel.

Zudem berichten diverse Kinder laut dem Sender über Kopfschmerzen und Beklemmungsgefühle. Viele Eltern befürchten, dass so rasch die Freude an der Schule verloren gehen könnte; eine Mutter schreibt auf der RTL-Facebookseite: „Bei meinem Sohn, 8. Klasse, mussten mehrere Kinder wegen Schwindel abgeholt werden. Konzentrieren kaum möglich, wenn man nur eine verbrauchte Luft einatmen kann. Essen nur in der 5-Minuten-Pause am Fenster.“ Einziger „Lichtblick“: In zahlreichen Schulen wurde nach einigen Stunden wieder hitzefrei gegeben – vor allem dort die einzige Rettung, wo sich dort die Fenster nicht öffnen und die Klassenzimmer nicht ausreichend lüften lassen.

Schlampig, unsinnig, kontraproduktiv: Die neue Art der Kindesmisshandlung 

Und neben alledem gibt es natürlich auch noch die gewaltigen psychischen und kommunikativen Einschränkungen, die sich aus dem Maskenzwang ergeben. Dieses Problem besteht vor allem für die jüngeren Schülern und wirkt sich in der Orientierungsstufe, wo sich die Kinder in ihren neuen Schulklassen erst einleben und einander kennenlernen müssen, fatal aus – weil Mimik, Gesichtsausdruck und nonverbalen Kommunikation so völlig verkümmern.

Zu allem Überfluss ist die mehr als zweifelhafte Maßnahme des Schul-Maskenballs noch nicht einmal professionell vorbereitet und organisiert: Wie die Landesschülervertretung monierte, stehen schlicht nicht genug Masken zur Versorgung aller Schüler zur Verfügung. Auch klagen viele Eltern über mangelnde Informationen und Aufklärung, teilweise unzulängliche Versorgung mit Desinfektionsmitteln in den Schulen.

Wenn so also fortan der „Regelbetrieb“ für die 2,5 Millionen Schüler an 2500 Schulen in NRW aussehen soll, dann gute Nacht. Das Corona-Krisenmanagement von Ministerpräsident Laschet dürfte sich in den nächsten Wochen, zumal bei diesen Temperaturen, noch heftigeren Widerständen als bislang ausgesetzt sehen. (DM)

 

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