Tatort-Kommisar Wachtveitl kritisiert politische Korrektheit in TV-Produktionen

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Udo Wachtveitl (links) mit Miroslav Nemec (Bild: JCS; siehe Link; CC BY-SA 3.0)

Bemerkenswert: Tatort-Star Udo Wachtveitl kritisiert die politische Korrektheit der öffentlich-rechtlichen Krimireihe mit links-grünem Volkserziehungsanspruch: „Ich glaube, da ist ein bisschen 1968er-Kitsch dabei. (…) Bei denen darf der hart arbeitende Ausländer unter den drei Verdächtigen sicher nicht der Täter sein.“ 

Udo Wachtveitl alias Franz Leitmayr – Ewigkeitsdarsteller im Münchner Tatort Ermittlerduo, gibt sich kritisch. In einem Interview mit der „Zeit“ zeigt er sich unzufrieden mit seinem „Tatort“. Dieser sei moralisch zu erwartbar geworden, so der 61-Jährige. Die Reichen seien tendenziell die Bösen, nie der Arme der Mörder. Neulich habe ein Freund ihn danach gefragt, wie viele moralisch gute Charaktere es eigentlich im Tatort gab, die reich waren?

Wachtveitl vermutet, dass die Ausrichtung des – von Kritikern als „dröge deutsche Krimiserie“ betitelten Formats – eine „Generationenfrage“ sei: „Ich glaube, da ist ein bisschen 1968er-Kitsch dabei. Diese Leute sind jetzt alle in den Redaktionen in den entsprechenden Positionen. Bei denen darf der hart arbeitende Ausländer unter den drei Verdächtigen sicher nicht der Täter sein“, so die eigentlich verharmlosende Beschreibung eines politisch stramm nach links-grün ausgelegten und mit Zwangsgebühren finanzierten, öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Wenn Wachtveitl verantwortlich wäre, würde er wesentlich „wilderes Zeug“ in Auftrag geben. „Ich würde Verwirrung stiften: Manchmal nicht mitkommen macht nichts, dranbleiben. Wird schon geklärt, und wenn nicht, war es auch spannend“, so er mittlerweile 61-jährige Schauspieler dem nicht minder links-grünen Blatt. „Wir müssen doch die Welt reflektieren, in der wir gerade leben“, das Wachtveitl Statement. Und in dieser Welt ist sehr selten der blauäugige, rechtsradikale Sven der Täter. (SB)

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Im Kommentarbereich der Welt, die ebenfalls über die Kritik des Schauspielers berichtet, scheint Wachtveitls Einschätzung mehr als geteilt zu werden:

„“1968er-Kitsch“ halte ich noch für untertrieben. Interessant ist aber die Ecke aus der es kommt. Aber keine Angst. Die machen alle weiter mit ihrem Kitsch. Selbst wenn keiner mehr hinsehen wurde, würde weiter produziert. Das gilt nicht nur für den Tatort. Rausgeworfenes Geld.“

„Beim letzten Tatort, den ich vollständig geschaut habe, hieß der Kommissar noch Schimanski. Danach war’s nur noch zum Grauen und Abschalten.“

„Auch in unserer Politik gestaltet sich zunehmend vieles erwartbar. Ich glaube das das alles eine Frage des Systems ist, das vom Kanzleramt bestimmt und vom Parlament abgeknickt wird. Auch die Zwangssteuer, hat da ihren Ursprung.“

„Warum sollte der Tatort anders sein, als das restliche sehr linkslastige öffentlich-rechtliche?“

„Zur Zeit machen einige hohe Beamte von sich reden, die kurz vor oder nach der Pensionierung zu ganz neuen Erkenntnissen kommen. Bei einem ÖRR-Staatsschauspieler also nicht verwunderlich.“

„Nanu? Offensichtlich fällt jetzt selbst den Hauptdarstellern auf, dass der Tatort längst zum politischen Erziehungsfernsehen umfunktioniert wurde. In meiner Kindheit und Jugend war der Tatort noch eine feste Institution im Abend-TV, ein Garant für spannende Krimis mit Schutzmann und Ede. Heute schalte ich dieses Schauspiel, so wie auch den Rest des ÖR, pauschal nicht mehr ein. Zu sehr habe ich mit jeder noch so unbedeutenden Sendung das Gefühl, dass man stets versucht alles einer Doktrin unterzuordnen. Vielen fällt dies vielleicht nicht (mehr) auf oder sehen einfach aus Gewohnheit darüber hinweg. Für mich ist das extrem anstrengend und gewiss keine Unterhaltung mehr. Meine politische Bildung ist wahrlich abgeschlossen und differenziert, ich möchte mich nicht wie ein Kleinkind mit den immer gleichen Stereotypen berieseln lassen müssen. Gott sei Dank geht das lineare TV den unvermeidbaren Weg der Dinosaurier und die Relevanz dieser überholten Pseudounterhaltung dürfte in den nächsten zehn Jahren auf das Niveau und die Altersverteilung einer Stützstrumpfwerbung im Teleshopping fallen. Spätestens die Netflix-Generation fällt bei Tatort und Co. ins Wachkoma.“

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