Die Philanthropie: George Soros zum 90ten Geburtstag

0
Nicht begeistert: George Soros - Foto: Imago

George Soros ist am 12. August 90 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlaß findet der milliardenschwere ehemalige Hedgefondsmanager und Börsenspekulant wohlwollende Erwähnung in der „Süddeutschen Zeitung“. Er wird als Philanthrop bezeichnet. Das kommt davon, wenn man sich auch bei der Zeitung die Realität selber konstruiert. Die philanthropische Medienkritik.

von Max Erdinger

Stellen Sie sich das „gemeinsame europäische Haus“ vor und spitzen Sie die Ohren. Hören Sie das dauernde Türenschlagen? Das ist George Soros. Er läuft von einem Zimmer ins nächste und kaum einer hält ihn davon ab. In jedem Zimmer des „gemeinsamen europäischen Hauses“ sitzt ein anderer europäischer Regierungschef, dem Soros etwas mitzuteilen hat. Das ist merkwürdig, denn George Soros ist Amerikaner. Hat er kein amerikanisches Haus, in dem er rastlos von einem Zimmer ins nächste laufen kann? Das hätte er schon. In den Zimmern dort sitzen aber nur Gouverneure, keine Staatschefs. Gouverneure sind aber etwas fürs zu verteilende Kleingeld. Wer richtig große Summen unterbringen will und aus philanthropischen Gründen auf das Wechselgeld verzichtet, der braucht auch richtige Staatschefs, damit seine generösen Gaben die gewünschte Wirkung entfalten. So kommt es, daß es Bilder zuhauf gibt, auf denen George Soros mit diversen Staatschefs zu sehen ist. Hier ein Foto von Soros und Kurz, dort eines von Soros und Merkel – und so weiter – und dann noch eines von Soros und der EU-Kommissionspräsidentin. Ursula von der Leyen macht ein Gesicht, als sei der lange nicht gesehene Opa auf einen Überraschungsbesuch hereingeschneit. Was für ein liebevoller Blick. Es ist zugegebenermaßen ein sehr subjektiver Eindruck, den man beim Betrachten dieser Bilder bekommt. Es sieht immer so aus, als hätten die Staatschefs George Soros gegenüber eine ganz andere Haltung, als dann, wenn man sie auf gemeinsamen Bildern z.B. mit der Vorsitzenden des Müttergenesungswerks sieht. Obwohl die vermutlich auch eine Philanthropin ist.

Jedenfalls ist George Soros am 12. August 90 Jahre alt geworden. Für etliche Zeitungen war das Anlaß, wahre Geburtstagshymnen auf den umtriebigen Multimilliardär abzudrucken. Wie´s wohl kommt?

Daß George Soros recht umtriebig ist, hat man beispielsweise bei der „Süddeutschen Zeitung“ gut erkannt. Die dort abgedruckte Jubilars-Laudatio ist betitelt mit: „Europas Schicksal treibt ihn um„. Da kann man mal sehen, daß Geld nicht glücklich macht, solange es ein europäisches Schicksal gibt. Die Süddeutsche-Autorin Alexandra Föderl-Schmid zitiert den schwerreichen Philanthropen im Teaser: „Viele träumen davon, die Welt zu verbessern, ich bin in der glücklichen Lage, es zu tun„. Was soll der durchschnittlich naive Leser der „Süddeutschen Zeitung“ also gleich zu Beginn denken, noch ehe er mit der Lektüre des eigentlichen Artikels überhaupt angefangen hat? – Genau: Daß George Soros die Welt verbessert. Weil er das behauptet.

Die Philanthropie in den USA

Dabei könnte es aber auch ganz anders sein. George Soros verbessert die Welt nicht, ganz egal, was man sich unter einer generellen Weltverbesserung genau vorzustellen hätte. Die USA zählen zweifellos zur Welt, weswegen auch dort die Justiz im weitesten Sinne als Weltverbesserungsinstrument begriffen wird. Der „Dailycaller“ berichtet von gewissen Merkwürdigkeiten. So sollen sich verschiedene Staatsanwaltschaften darauf geeinigt haben, bestimmte Delikte aus politischen Gründen nicht weiter zu verfolgen. Sogenannte Super-PACs, also „Political Action Committees“, die in den USA besonders zu Wahlkampfzeiten rührig bei der Sache sind, seien als Spender für linksgestrickte Staatsanwaltschaften aufgefallen, die in der Folge dann durch weit größere Milde bestimmten Tätergruppen gegenüber aufgefallen seien, als ihre Amtsvorgänger. Diese Super-PACs seien von George Soros mit umfangreichen Finanzmitteln ausgestattet worden, so der „Dailycaller“.

Staatsanwälte werden in den USA gewählt. Ein häufiges, wenn auch nicht überall anzutreffendes Merkmal prominenter Staatsanwälte aus dem linken Milieu sei es, daß sie solchen politischen Organisationen den Rücken freihalten, die von George Soros gesponsert werden. Die „New York Times“ habe Soros als den Impulsgeber für die „Überholung von Staatsanwaltschaften“ quer durch die ganze Nation identifiziert, heißt es im „Dailycaller“. Unter Weltverbesserungsgesichtspunkten ist das besonders im Fall der Stadt Chicago interessant, die gerade zur Zeit von marodierenden und plündernden Horden verwüstet wird und dabei auch noch eine hohe Zahl von Toten zu beklagen hat. Die dortige Staatsanwältin, Frau Kimberly Foxx, sei 2017 ins Amt gewählt worden, nachdem ihre Wahlkampagne durch ein von Soros finanziertes Super-PAC unterstützt worden sei. George Soros habe im Jahr 2016 mehr als 400.000 Dollar über dem „Illinois Justice & Public Safety PAC“ ausgeschüttet, wie der Wahlvorstand für den Bundesstaat Illinois bestätigte. Kimberly Foxx sei die einzige Kandidatin gewesen, die von diesem „Political Action Committee“ unterstützt worden ist.

Das paßt bestens zu den Gerüchten, die es über eine zum Teil sorosfinanzierte „Antifa“ in Deutschland gibt. Die ist ebenfalls für ihre gewalttätige Zerstörungswut berüchtigt, ganz so, wie die Horden, die allerweil recht straflos Chicago verwüsten. Das deutsche „Faktenfinder-Kollektiv“ namens „Correctiv“ wurde ebenfalls sehr umfänglich von Soros finanziert. Bekanntlich beschäftigt sich „Correctiv“ weniger mit dem Auffinden von Fakten, sondern mehr mit der Entdeckung unliebsamer Meinungen und Interpretationen, die dann per Gemäkel an gänzlich unwichtigen Details zu Falschinformationen abgestempelt werden. „Es war ein heißer Sommertag in Japan, als die Hiroshima-Bombe fiel, Hunderttausende tötete und und die ganze Stadt verwüstete“ – Faktencheck a la „Correctiv“: „Falschinformation. Es war nicht heiß an jenem Sommertag“. So sieht ein typischer „Correctiv-Faktencheck“ beispielhaft aus. Aber gut: George Soros verbessert die Welt. Und Frau Alexandra Föderl-Schmid von der „Süddeutschen Zeitung“ schreibt es auch noch so hin. Vielleicht wird die süddeutsche Vrouwenpower auch von George Soros finanziert.

Superreich und links

Unwidersprochen gilt George Soros als „left-wing billionaire“, als linksgestrickter Superreicher also. Der multimilliardenschwere „Philanthrop“ wird von Leuten, die ihm weniger wohlgesonnen sind, gern auch als „die Krake“ bezeichnet. Die von Soros ins Leben gerufene „Open Society Foundation“ dürfte wohl eine der finanzkräftigsten NGOs der Welt sein und sie fungiert sozusagen als Mutterschiff für ungezählte weitere NGOs wie z.B. „Avaaz“ oder „Move on“, deren gemeinsames Merkmal ist, daß sie allesamt „zivilgesellschaftliches Engagement“ simulieren. Soros gilt als großer Fan von Karl Popper und dessen Idee vom Segensreichtum der „offenen Gesellschaft“. Bisher ist noch niemanden gelungen, die geschickt konstruierten Verästelungen des philanthropischen Stiftungsimperiums bis ins letzte Detail aufzudröseln, anders als etwa bei der „Bill & Melinda Gates-Stiftung“, deren Ableger samt und sonders ziemlich umfassend identifiziert worden sind. Bill Gates gilt übrigens ebenfalls als „left-wing billionaire“. Weswegen man für die Herren Soros und Gates auch getrost ein gemeinsames Motto hinsichtlich einer „neuen Weltordnung“ vermuten darf: „Getrennt marschieren, vereint schlagen“.

Die deutschen Philanthropiemilliarden

Für uns Deutsche ist interessant, daß wir unsere eigene Bundeskanzlerin sozusagen als die Dritte im Bunde der „Philanthropen“ begreifen dürfen, auch wenn ihr persönlich die Milliarden fehlen. Frau Merkel hat aber auch den Vorteil, daß sie sich den ganzen Weltverbesserungszaster vom Steuerzahler holen kann. Anders als Soros und Gates firmiert sie schließlich unter „Volksvertretung“. Ihre Begeisterung für eine „neue Weltordnung“ ist bestens dokumentiert, mindestens so gut, wie die weltverbessernden Ausschreitungen der hiesigen Ableger einer globalen „Partyszene“ in ihrer ganzen „Eventkultur“. Die deutsche Weltverbesserung hinkt derjenigen in Chicago kaum nach.

Soros international

So mancher mag nun behaupten, daß sich das „Problem Soros“ aus Altersgründen innerhalb einer überschaubaren Zeit in traurigen Wohlgefallen auflösen wird, aber dagegen ist vorgesorgt. Soros hat vier Söhne, von denen zumindest einer in seine philanthropischen Fußstapfen treten wird. Im politischen Sinne läßt sich daher behaupten, daß George Soros noch viele Geburtstage feiern wird. Es sei denn, es gäbe endlich einen globalen Aufstand gegen das krakenartige NGO- & Stiftungsunwesen. Danach sieht es aber zur Zeit nicht aus. Lediglich die Herren Trump und Putin lassen sich als einflußreiche Gegner des globalistischen Stiftungsunwesens identifizieren. Weniger einflußreich, dafür umso tapferer und auch erfolgreich bietet Ungarns Präsident Victor Orban dem Weltverbesserungsdiktat der Ungewählten die Stirn. Das ist schon deswegen pikant, weil George Soros 1930 als György Schwartz in Budapest zur Welt gekommen ist. Soros dürfte es daher durchaus persönlich nehmen, daß seine von ihm finanzierte „Central European University“ (CEU) von Victor Orban aus dem Land geworfen worden ist und in Österreich eine neue Heimat finden musste. Daß es sich beim österreichischen Kanzler Sebastian Kurz um eine 100-prozentige Soros-Marionette handeln könnte, ist eine Vermutung, die aufmerksame Beobachter seit dem Tag haben, an dem sie zum ersten Mal von jener innovativen „Liste Kurz“ hörten, die Kurz der ÖVP mysteriöserweise als Vorbedingung aufoktroyieren konnte, um den Pareteivorsitz zu übernehmen. Die Gründe für den Rücktritt seines Vorgängers im Amt des Parteivorsitzenden, dem ehemaligen Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, haben bis heute den Hautgout der Fadenscheinigkeit. Auch der französische Präsident Macron könnte eine astreine Soroskreation sein. Schon der Name jener „Bewegung“, an deren Spitze er ins französische Präsidentenamt einzog, macht stutzig, ebenso wie die Tatsache, daß man von „En marche!“ kaum noch etwas hört oder liest. „En marche!“ erinnert doch sehr an „Move on“, einen der zahlreichen Soros-Krakenarme. Macrons Agieren verstärkt den Verdacht, eine Soroskreation zu sein, fast zur Gewißheit.

Daß George Soros nicht überall auf ungeteilte Zustimmung stößt, räumt auch Frau Alexandra Föderl-Schmid in der „Süddeutschen Zeitung“ fairerweise ein. Jedoch konnotiert sie diese fehlende Zustimmung mit Antisemitismus. Das ist also wieder die übliche Perfidie, eigentlich der wahre Antisemitismus, mit dem zwar nicht direkt ausgesprochen, immerhin aber insinuiert wird, daß jede Kritik an jemandem, der jüdische Wurzeln hat, schon deswegen auszubleiben habe, weil er diese Wurzeln hat. Tatsache ist aber, daß George Soros nicht deswegen „umstritten“ ist, weil er jüdische Wurzeln hat, sondern weil er eben George Soros und ein „left-wing billionaire“ in der Verkleidung des Philanthropen ist. Soros hat sein gigantisches Vermögen unter anderem mit Spekulationen gegen ganze Volkswirtschaften gemacht – und das ist alles andere als philanthropisch.

Vor einigen Jahren hat er 18 seiner privaten 24 Milliarden Privatvermögen der „Open Society Foundation“ vermacht – und die agiert natürlich ganz in seinem Sinne. Was Soros wiederum von demokratischen Entscheidungen hält, läßt sich auch daran ablesen, daß er zusammen mit dem damaligen Inhaber der weltgrößten Medienholding wpp, Sir Martin Sorrell, im Jahr 2017 die „Remain“-Kampagne initiierte, mit der das Brexit-Vorum der Briten aus dem Jahr zuvor zu Fall gebracht hätte werden sollen. Man sieht also: Wie die Welt zu verbessern sei, ist eine Kenntnis, die Soros gern für sich allein beansprucht. Das ist antidemokratisch, um nicht zu sagen diktatorisch.

Prinzipiell fragt man sich als Demokrat natürlich, wie es kommt, daß aus Bürgern wie Soros und Gates – mysteriöserweise weithin unwidersprochen – „Bessere-Welt-Designer“ werden können, die von diversen Regierungen hofiert werden. Es ist schier nicht zu vermeiden, daß einem in diesem Zusammenhang das Wort „Käuflichkeit“ einfällt. Käuflichkeit wiederum wäre das letzte, was man seinen Volksvertretern zugestehen würde. Alle Macht geht vom Volke aus, heißt es in der Demokratie. Wie man ein Staatsgebilde nennt, in dem alle Macht vom Geld Einzelner ausgeht, sei dahingestellt. Eine Demokratie wäre so ein Gebilde definitiv nicht. Schon aus diesem Grund gibt es keinen Grund, den neunzigsten Geburtstag von George Soros zum Anlaß zu nehmen, Lobhudeleien auf seine „Weltverbesserung“ vom Stapel zu lassen.

Durchblicker Soros

In der „Welt“ gibt es die Übersetzung eines interessanten Interviews, das die italienische „La Repubblica“ mit Soros geführt hat. Es offenbart, daß Soros zwar anmaßend, keinesfalls aber dumm ist. Seine Betrachtungen zu wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten sind geradezu brillant, besonders wegen seiner Einsichten zum Einfluß subjektiver Befindlichkeiten auf wirtschaftliche Fehlentscheidungen. Gleichzeitig öffnet dieses Interview aber auch eine Einsicht in den Urgrund für das politische Desaster der modernen Medien- & Massendemokratie. Wenn man die beiden Seiten sich gegenüberstellt, auf der einen den typisch mediokren Volksvertreter, der heutzutage hauptsächlich darauf erpicht zu sein scheint, den ersten Preis bei „Schöner Denken“ abzuräumen, auf der anderen den hochintelligenten Wirtschaftsexperten mit seinen Ambitionen, dann wird klar, was passiert, wenn sie miteinander reden. Der Intelligente wird den Mediokren gnadenlos genau dadurch über den Tisch ziehen, daß er ihm die Berechtigung seines „Schönerdenkens“ attestiert. Der Mediokre als offizieller Verantwortungsträger wird sich fortan der vermeintlichen Unterstützung seines intelligenten und reichen „Freundes“ bedienen, weil er der Ansicht ist, sein eigenes Ignorantentum sei durch den Kompetenten zum Expertentum geadelt worden. So begibt sich der Volksvertreter schleichend immer mehr in die Hand des vom Eigeninteresse Geleiteten. Das geht so weit, daß der mediokre Gewählte dann, wenn die Masse der Wähler anhand der politischen Resultate bemerkt, wie wenig Expertise der Gewählte selbst tatsächlich hatte, sich der intelligente und reiche Berater zum Schutzpatron des Geouteten wandelt. So gesehen darf man die Herren Soros und Gates inzwischen durchaus als die Schutzpatrone einer unterlegenen Politikerkaste begreifen, die gar nicht mehr anders kann, als durch sich stetig steigernden Gehorsam zu verhindern, daß ihre eigene Inkompetenz dadurch ins grelle Licht der Öffentlichkeit gestellt wird, daß die internationale, vormals „beratende“, in Wahrheit aber „über den Tisch ziehende“ Finanzelite ihre schützende Hand über der gehorsamen Inkompetenz wegnimmt. Krass ausgedrückt: Die Staatschefs in den Zimmern des „europäischen Hauses“ dürfen sich gar nicht mehr getrauen, dem einfachen amerikanischen Bürger George Soros den Weg zum Ausgang zu weisen.

Dieses Trauerspiel kann eigentlich nur durch den wachen Bürger beendet werden. Kein Soros und kein Gates kann verhindern, daß ihre Büttel aus der politischen Klasse erst einmal gewählt werden müssen, um dann als Büttel zu fungieren. Deswegen ist es von eminenter Wichtigkeit, aufzuzeigen, daß die hierarchische Pyramide nicht so funktioniert, wie allgemein unterstellt wird. Das politische Agendasetting erfolgt längst nicht mehr in politischen Parteien und Parlamenten, sondern in multinationalen Konzernen, den Medien, in global agierenden Stiftungen und NGOs. Gewählte Politiker sind in aller Regel nur noch Leute, die von den wahren Agendasettern dazu gebraucht werden, den Massen die Illusion einer Wahl zu liefern. Schon die Auswahl der zu wählenden Kandidaten ist oft Ergebnis einer Vorselektion. Wer nicht genehm ist, wird gar nicht erst Kandidat. Zumindest ist das ab einer Ebene der Fall, bei der die Wahl internationale Bedeutung hat, also dann, wenn es um nationale Minister, Präsidenten und Kanzler geht. So gesehen ist es gar nicht von großer Wichtigkeit, ob der deutsche Kanzler Merkel oder Söder heißt. Zwar hätte jeder einen gewissen Spielraum, dessen Grenzen sind aber durchaus gesetzt. Grundsätzliche Änderungen etwa am System selbst sind ausgeschlossen.

Wer hat die Macht zu haben?

Das System selbst ist es aber, das aufgrund seiner Anfälligkeiten für Einflußnahmen außerhalb des Volkswillens dringend revisionsbedürftig ist. Die Macht und der Einfluß von Parteien sind überprüfungsbedürftig, noch dringender ist allerdings eine Untersuchung der medialen Abhängigkeiten. Unzweifelhaft ist es so, daß die als vierte Gewalt gedachte, unabhängige Presse, größtenteils bereits zur vierten Gewaltlosigkeit mutiert ist, die mehr Propaganda als Information liefert. Die Gegebenheiten, die bei der Verabschiedung des Grundgesetzes 1949 als Selbstverständlichkeiten vorausgesetzt worden sind – u.a. die, daß der Volksvertreter niemals andere als die Interessen „seines“ Volks vertreten wird – haben sich grundlegend geändert. Die „die Menschen“ des Jahres 2020 sind allesamt nicht mehr so gestrickt wie die aus dem Jahr 1949. Wenn also der „Geist des Grundgesetzes“, insbesondere die Ewigkeitsklauseln, erhalten werden sollen, dann ist es höchste Zeit für längst überfällige Reparaturen an einem System, das zwar so gutgemeint ist wie immer, de facto aber inzwischen seine Verwundbarkeit gezeigt hat. Volksvertreter sind längst nicht mehr das, wofür sie gehalten werden.

Daß ein „Intimus“ des Kanzlers zugleich Vorsitzender Richter am Bundesverfassungsgericht sein kann, wäre noch vor wenigen Jahrzehnten völlig ausgeschlossen gewesen. Heute geht das. Daß die Kanzlerin eine gültige Wahl einfach als rückgängig zu machend bezeichnet, ohne daß das schwerwiegende Folgen für sie hat, wäre ebenfalls undenkbar gewesen. Es ist aber dieses System, das mit solchen Herren wie Gates und Soros „kooperiert“. Das geht einfach nicht zusammen mit der Behauptung, Deutschland sei eine demokratische Republik, in der alle Macht vom Volke ausgeht. Es ist nicht mehr so!

Wenn sich also das deutsche Volk nicht de facto von globalistischen Stiftungsherren, NGOs, multinationalen Konzernen und Organisationen regieren lassen will, von denen ihm seine „Volksvertreter“ wie ein hypnotisches Pendel vor den Augen hin- und hergeschaukelt werden, dann muß es sich seiner verfassungsrechtlich garantierten Macht bewußt werden und sie möglichst geschlossen auch wieder einfordern. Es ist allerhöchste Zeit. Danach hätten sich auch die vielen Zeitungsartikel erledigt, die sich mysteriöserweise dem neunzigsten Geburtstag eines einfachen amerikanischen Bürgers namens George Soros widmen, ohne daß jemand schlüssig erklären könnte, mit welcher Berechtigung das geschieht. Soros und Gates haben nicht mehr zu melden als sonst jemand. Wirtschaftlich zwar schon, politisch aber nicht. Meine Lieblingstante Kunigunde-Walburga hatte am 12. August übrigens ebenfalls ihren Neunzigsten. Herzlichen Glückwunsch, liebe Tante Kundigunde-Walburga!

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram