Kontaktdatenerfassung und Totalkontrolle per QR-Code geplant

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Einlass in der Gastronomie bald nur noch gegen Datenhinterlegung mit QR-Code? (Foto:Imago/TT)

Not macht erfinderisch – auch wenn die „Not“ durch zunehmend unbegründbare, entbehrliche staatliche Schikanen erst entsteht: Um dem datenschutzrechtlich grenzwertigen, in jedem Fall aber vor allem schikanös-nervigen Datenhinterlegungszwang in der Gastronomie, im Unterhaltungsgewerbe und bei „körpernahen Dienstleistungen“ beizukommen, entwickelt derzeit ein Berliner IT-Startup ein digitales Portal, das die Kontaktlisten ersetzen soll – per QR-Code. Soweit, so schlau – und was ist mit Gästen, die kein Smartphone haben?

So weit denken nicht nur an der Spree die jungen, urbanen, hippen Corona-Findikusse, die sich wahnsinnig „sophisticated“ für ihren pragmatischen Umgang mit der Pandemie halten – und, wenn alles glatt läuft, dafür sogar noch Staatsknete abgreifen können. Soviel bleibt für die Entwickler hier zwar sicher nicht hängen wie beim Jahrhundertflop Corona-Warn-App (die pro durch sie – selbst bei freundlicher Zugrundelegung der optimistischsten Schätzungen des Robert-Koch-Instituts – delektierter Infektion mehr als ein Einfamilienhaus kostete), doch das Geld sitzt ja locker in diesen panischen Zeiten.

Die Idee sieht vor, dass statt dem mühseligen Ausfüllen der Kontaktbögen samt Adresse, Telefonnummer, Tisch-/Platznummer, Aufenthaltsdauer die Gäste einfach per QR-Code einchecken – nach vorheriger umfassender Registrierung, versteht sich! Die Kontaktdaten sieht angeblich dann „nur der Gastronom und niemand sonst“, berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland„.

Praktisches „Phishing“ für den Staat inklusive?

Vorteil für den Wirt dabei ist vor allem, dass dann bewusste Fehlangaben von Phantasie- oder Aliasnamen oder falschen Adressen nicht mehr möglich sind – für die derzeit, strenggenommen, der Gastronom haften muss – wenn es denn jemals auf diese Weise ermittelte „Infektionsketten“ geben sollte, was angesichts der lachhaft vernachlässigteren Ansteckungszahlen so wahrscheinlich ist wie ein größerer Lotteriegewinn. Zeit, die bislang manuell gemachten Angaben zu prüfen (wozu er genabgenommen verpflichtet wäre) hat der typische deutsche Wirt derzeit nämlich nicht.

Problem bei dieser nur scheinbar genialen Idee: Der QR-Quote erlaubt allerdings, dass nicht nur Nutzer- und Standortdaten, sondern auch alle sonstigen Handydaten mit allem was dazu gehört eingescannt werden können – und dann bei Bedarf vom Staat, den Gesundheitsbehörden und im Fall weiteren „Bedarfs“ auch von Polizei, Verfassungsschutz, Finanzamt oder Sozialämtern mit „ausgewertet“ werden kann. Es muss nur der passende Vorwand benannt werden. Insofern ist die Devise, mit dem auf das digitale System namens „Placelogg“ hingewiesen wird, eher kritisch zu lesen: „Vertrauen ist gut, Transparenz ist besser“ (DM)

 

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