Immer mehr positiv Getestete, immer weniger Kranke

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Pandemie ohne Patienten: Leere Krankenhausbetten (Foto:Imago/Joker)

Die Bundesregierung, das RKI und die Gesundheitsbehörden sind im Test-Rausch. Sie geben wirklich alles, um die Bürger weiterhin in Angst und Schrecken zu versetzen, um dann den gewünschten Lockdown durchziehen zu können:

Die Zahl der angeblichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus legt in Deutschland immer kräftiger zu. Laut direkten Abfragen bei den 401 kreisfreien Städten und Landkreisen, die seit Anfang März täglich um 20 Uhr von der dts Nachrichtenagentur ausgewertet werden, wurden am Dienstag bundesweit 1.082 Neuinfektionen registriert. Der Durchschnittswert für die letzten sieben Tage, bei dem Wochentagseffekte ausgeblendet werden, stieg von 865 am Montag auf nunmehr 930. Das ist der höchste Wert seit Anfang Mai.

Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 auf einer Intensivstation behandelt werden, hatte dagegen am Vortag mit 228 ein neues Tief erreicht, seit alle Krankenhäuser diese Zahl melden müssen. Am Dienstag stieg der Wert auch nur um fünf belegte Intensivbetten an auf nunmehr 233. Mitte April waren es allerdings noch mehr als zehnmal so viele.

Der eindeutige Beweis, dass Corona mittlerweile so harmlos ist wie ein normaler Sommer-Schnupfen. Doch die Masken werden wir wohl nicht mehr los, hier wird auf lange Sicht geplant.

Dennoch will die Politik auf Teufel komm raus auf weitere Lockerungen verzichten, auch wenn es hier und da ein paar zaghafte Versuche gibt, so etwas wie den Normalzustand wieder herzustellen:

Grüne und FDP plädieren zum Beispiel nach der Entscheidung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern, keine Fans zu Spielen der Bundesliga zuzulassen, und dem Streit um das Freiluft-Konzert in Düsseldorf für mehr Mut in der Politik. „Inzwischen wissen wir mehr über das Virus und die Verbreitung als noch vor ein paar Monaten“, sagte Kordula Schulz-Asche, Berichterstatterin für Infektionsschutz in der grünen Bundestagsfraktion, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben). „Deshalb ist es aus meiner Sicht richtig, Ideen und Konzepte zu entwickeln, die bestimmte Veranstaltungen zukünftig auch wieder möglich machen. Dabei müssen Veranstaltungen unter freiem Himmel sicher anders beurteilt werden als solche in geschlossenen Räumen und mit schlechter Belüftung“, so die Grüne.

Voraussetzung sei aber immer das Einhalten der gebotenen Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen, die Möglichkeit zur Kontaktnachverfolgung sowie das Tragen einer Maske. Auch Christine Aschenberg-Dugnus, Gesundheitsexpertin der FDP, sagte dem RND: „Die Veranstalter sowie Kulturschaffenden stehen finanziell und psychisch enorm unter Druck. Deshalb müssen wir reagieren und Veranstaltungen mit einem erarbeiteten und genehmigten Hygienekonzept stattfinden lassen.“ Gerade im Sommer böten sich etwa Außenveranstaltungen an der frischen Luft an, sagte die Liberale. „Mit den richtigen Konzepten müssen wir einen Weg finden, Kulturveranstaltungen wieder stattfinden zu lassen. Denn sonst gibt es bald keine Kulturschaffenden mehr. Einen Weg in die alte Normalität gibt es noch nicht, wir müssen den Weg in eine neue wagen.“ Die CDU-Gesundheitspolitikerin Kartin Maag steht einer Lockerung hingegen kritisch gegenüber: „Wir alle mussten harte und belastende Einschränkungen im Arbeitsleben, in den Schulen oder der Wirtschaft hinnehmen.

Hier wurde den Menschen aus gutem Grund viel zugemutet – da muss Freizeit erst recht zurückstehen“, sagte sie dem RND. Dirk Wiese, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, sagte dem RND mit Blick auf die Entscheidung der Gesundheitsminister gegen das DFL-Konzept: „Dass in den Fußballstadien erst einmal keine Fans mitfiebern können, schmerzt mich als BVB-Anhänger selbst sehr – aber es ist eine verantwortungsvolle Entscheidung.“

Im Streit um das Konzert in Düsseldorf kritisierte Wiese Ministerpräsident Armin Laschet (CDU): „Ob Veranstaltungen stattfinden können, muss nach einer Überprüfung der Konzepte vor Ort entschieden werden“, sagte er dem RND. „Was die Kritik von Ministerpräsident Armin Laschet am Konzert in Düsseldorf angeht: Die örtlichen Behörden in den Rat- und Kreishäusern in NRW haben hier anscheinend mehr Expertise als die Landesregierung, die über die Sommerpause nicht einmal ein vernünftiges Konzept für die Schulen hinbekommen hat.“

Auch der Deutsche Städtetag hat trotz Corona die Vorbereitungen vieler Städte für Weihnachtsmärkte verteidigt. „Weihnachtsmärkte haben in Deutschland Tradition, sind bei den Menschen beliebt und stiften Identität in Städten und Regionen“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). Es sei verständlich, dass mehrere Städte jetzt bereits Konzepte diskutieren, wie möglicherweise ein Weihnachtsmarkt unter Corona-Bedingungen ablaufen könne.

Die Organisation brauche Vorlauf. Auch der lokale Einzelhandel und die Schausteller hofften auf das Weihnachtsgeschäft. Gleichzeitig sei aber davon auszugehen, dass sehr viele Menschen die Weihnachtsmärkte besuchen würden und damit das Risiko von Infektionen und möglichen Einschränkungen wieder steigen könne.

„Ob und wie Weihnachtsmärkte tatsächlich stattfinden können, wissen wir im Moment alle nicht“, schränkte Dedy ein. „Das hängt stark von der Entwicklung der Corona-Infektionszahlen ab und von den Konzepten für solche Veranstaltungen.“ Am Ende werde abzuwägen sein, was vertretbar ist.

„Den Städten ist klar, dass die bisher erzielten Erfolge bei der Pandemie-Bekämpfung nicht verspielt werden dürfen“, mahnte Dedy.

Auf gut Deutsch: Es wird ein wenig an der Fassade gebastelt, sodass zumindest der Schein der Normalität gewahrt wird, mehr nicht. (Mit Material von dts)

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