Nach geschäftsschädigendem „Faktencheck“: Ist die dpa feige – oder zu dumm zum Lesen?

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Die Zensur immer vor Augen (Foto: Collage/Shutterstock)

An der perfiden Masche zur Einschränkung der Meinungsfreiheit und de-facto-Zensur durch das sogenannte „Faktenchecking“ auf Facebook beteiligt sich – neben dem staats-cofinanzierten Gehirnwäscheportal „Correctiv“ – auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa), eine einstmals für ihre unabhängig-seriöse Arbeitsweise bekannte Nachrichtenagentur, die sich heute selbst zum Framing-Büttel im Dienst der Regierungspropaganda macht. Dabei versuchen sich die dpa-„Faktenchecker“ nicht nur in der journalistischen Paradedisziplin „betreutes Denken“ – sie nutzen die ihnen von Facebook verliehene Allmacht neuerdings, um lästige Wettbewerber plattzumachen. Vor Presseanfragen drücken sich die feigen „Faktenchecker“ bezeichnenderweise ebenfalls.   

Jouwatch, das halbstündig neue Inhalte bereitstellt, ist in Aktualität und Nachrichtencharakter ein direkter Mitbewerber der dpa. Hieraus erklärt sich vermutlich die besondere „Hingabe“, mit der die dpa-„Faktenchecker“ den jouwatch-Artikel „Angela, das Volk ist da: Hunderttausende demonstrieren trotz Repressalien“ vom 2. August über die Berliner Großkundgebung vom Tag zuvor auseinander nahmen – und sie prompt wegen angeblicher „Falschinformationen“ flaggten – und unsichtbar schalteten.

Mit weitreichenden Folgen: Nicht nur auf den Profilen aller Drittuser auf Facebook, die den Artikel dort geteilt hatten, wurde der Artikel unsichtbar gestellt; zu allem Überfluss wurde auch noch die Facebook-Seite von jouwatch unsichtbar geschaltet. Ein eklatanter Machtmissbrauch, reinste Zensurwillkür und eine wettbewerbsrechtlich klar unzulässige Vorgehensweise der dpa, wenn diese hier auch im Auftrag von Facebook handelt.

Insbesondere die als Begründung der Sanktionen angeführte, angebliche „Falschinformation“ war gar keine: Es ging konkret um die behauptete Teilnehmerzahl der Demonstranten – ein Thema, das seit nunmehr einer Woche massiv die Netzöffentlichkeit umtreibt. Im Gegensatz zu diversen anderen Seiten, Blogs und Portalen, die als Tatsachenbehauptung von 800.000 bis 1,3 Millionen Besuchern schrieben, hatte sich jouwatch eben gerade nicht an solchen Spekulationen beteiligt und derartige Zahlen sogar explizit als überhöht zurückgewiesen. In dem Artikel wurde lediglich realistisch darauf hingewiesen, dass die „offizielle“ behördliche Zahl nicht minder abenteuerlich sei – und viel zu gering angesetzt ist, da es definitiv weitaus mehr als 17.-22.000 Besucher gewesen sein mussten. Jouwatch geht von einer Zahl von einigen hunderttausend Besuchern aus – und schrieb dies auch.

Für die dpa war dies schon Grund genug, den kompletten Text (in dem es zum überwiegenden Teil thematisch um ganz andere Punkte ging) zu sperren – und als Begründung nicht einmal eine individuelle Stellungnahme, sondern einen kopierten Standardtext anzugeben, der für sämtliche Löschungen von Inhalten aus demselben Grund (von den Polizeiangaben abweichende Zahlen) verwendet wurde. Vor allem weil der Facebook-Auftritt von „jouwatch“ auf dieser fragwürdigen Grundlage dreist sabotiert wurde, entschloss sich jouwatch-Chefredakteurin Marilla Slominski zu einer offiziellen Presseanfrage an die dpa (die wir im Anschluss an diesen Artikel untenstehend dokumentieren).

Die – gerade noch innerhalb der erbetenen Frist eingegangene – Antwort hierauf (die strenggenommen gar keine war) bestand dann in einer geradezu unverschämt knappen Standardmail, in der auf allgemeine Angaben eines öffentlichen Info-Sheets zum „Faktenchecking“ verwiesen wurde:

Die gestrige Antwort-Mail der dpa an JouWatch

Anscheinend färbt hier die Zusammenarbeit mit Facebook ab: Dieser Konzern hat die Selbsttarnung hinter undurchsichtigen Firmierungen, adress- und namenlosen Niederlassungen und Kontaktvereitelung praktisch perfektioniert. Es ist nahezu unmöglich, mit Repräsentanten des Unternehmens als Nutzer in Verbindung zu treten.

Weder telefonisch noch per individueller Mail gibt es Kontaktstellen, auf postalische Kontaktaufnahme folgen maschinengenerierte Musterschreiben, und wer klagen will, muss in dem Fall gegen die Europaniederlassung in Irland vorgehen. Die kafkaeske Erscheinungsform dieses klandestinen Molochs, der sich arrogant über die Belange seiner Nutzer hinwegsetzt und nicht einmal Callcenter betreibt, führt dann auch dazu, dass selbst bei Löschungen oder Sperrungen außer den in der Facebook-Benutzeroberfläche vorgesehenen Funktionen und Standardfeldern keinerlei Interaktion und Beschwerde möglich ist.

Anscheinend will man es bei der dpa dem großen Bruder gleichtun – und meint deshalb bei Fragen, die  die „Dienstleistung“ der Verunglimpfung (und Zensur) nicht-regierungsgenehmer Inhalte als „Falschmeldung“ berühren, nicht antworten zu müssen? Eine andere Erklärung wäre allerdings noch die, dass die „Faktenchecker“ und ihr dpa-Stammhaus zu doof zum Lesen sind… (DM)

Nachfolgend dokumentiert jouwatch die Presseanfrage an die dpa:

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrter Herr Petersen!

Im Rahmen Ihrer gewerbsmäßigen Tätigkeit für Facebook als sogenannte „Faktenchecker“ hat die dpa gestern den am 2. August 2020 auf Journalistenwatch veröffentlichten Artikel „Angela, das Volk ist da: Hunderttausende demonstrieren trotz Repressalien“ mit dem Zusatz „Falschinformation“ gekennzeichnet und zensiert; die Maßnahme betraf auch sämtliche Teilungen und Weiterverbreitungen in Gruppen und Privatprofilen auf Facebook. Als Folge davon wurde die Facebook-Seite von Jourrnalistenwatch unsichtbar geschaltet – mit gravierenden Folgen für die Reichweite unserer Netzpublikation in den Sozialen Medien.

Als Begründung wurde von den dpa-„Faktencheckern“ auf einen Text verwiesen, bei dem es sich um eine offensichtliche Mustervorlage handelte, die von Ihnen identisch auch zur Begründung zahlloser weiterer über Facebook verbreiteter Artikel und Kommentare zum Thema genutzt wurde, in denen die offiziellen Teilnehmerzahlen der Demonstration am 1.8.2020 in Berlin angezweifelt wurde. Die Verwendung eines standardisierten Formtextes zur Begründung derart weitreichender Zensurmaßnahmen (anstelle einer individuellen Begründung) ist schon insofern problematisch, als z.B. in unserem fraglichen Artikel auf Journalistenwatch durchaus differenziert zu den Teilnehmerzahlen berichtet wurde und darin die vielerorts behaupteten Angaben von „800.000“, „1 Million“ oder gar „1,3 Millionen“ Teilnehmern im Gegenteil sogar explizit als „überhöht“ bezeichnet wurden; das Thema wurde von uns überhaupt nur in einem einzigen Absatz behandelt wurde, während sich der Rest des fraglichen Artikels mit ganz anderen Fragen befasste. Dennoch wurde dieser komplett zensiert.

In diesem Zusammenhang stellen sich uns aus redaktionellem Interesse einige weitergehende Fragen, um deren Beantwortung wir Sie hiermit bitten:

  1. In dem oben erwähnten Mustertext, der von den dpa-„Faktencheckern“ als Begründung der Zensurmaßnahmen angeführt wird, wird die Berliner Polizeimeldung (neben weiteren, sich allerdings wiederum auf diese beziehenden) Links als Quelle der angeblich „offiziellen“ Teilnehmerzahlen angeführt, welche von der dpa deswegen als „gesichert“ dargestellt werden – worauf sich konkludent die Deklarierung aller höheren Zahlen als „Falschinformation“ stützt. Hat die dpa die Angaben, von denen solch weitreichende Zensurmaßnahmen somit abhängig gemacht werden, selbst überprüft, bzw. konkret: haben Sie die Teilnehmer nachgezählt, und wenn ja, zu welcher Uhrzeit und anhand welcher Methodik? Falls nein: Mit welcher Legitimation meint die dpa, die ebenfalls auf eigenen Schätzungen basierenden Angaben der Berliner Polizei als gesicherte Zahlenbasis verwenden zu können?
  2. Sollte sich anhand wissenschaftlicher Berechnungen, Zeugenaussagen und Computermodelle, die derzeit von verschiedenen Stellen erstellt werden, herausstellen, dass die von Ihnen als Faktum dargestellte Zahlenbasis erweislich falsch gewesen sein sollte: Wird die dpa in diesem Fall Ihre entsprechenden Meldungen korrigieren und sich nicht nur bei den zu Unrecht zensierten Facebook-Seiten und Nutzern entschuldigen, sondern auch bei den eigenen dpa-Abnehmern?
  3. Hält die dpa es für ethisch und journalistisch vertretbar, wenn die dpa im Zuge ihrer gewerbsmäßigen Auftragstätigkeit als von Facebook beauftragter „Faktenchecker“ dafür sorgen kann, dass die Facebook-Reichweite von Mitbewerbern (wie etwa Journalistenwatch, das als halbstündlich aktualisiertes Nachrichtenmedium am Markt auftritt) ohne jede Einspruchs- und Revisionsgelegenheit massiv eingeschränkt wird?
  4. Teilen Sie die Einschätzung, dass hier ein massiver Interessenkonflikt liegt und der Verdacht eines vorsätzlich geschäftsschädigenden Verhaltens speziell im vorliegenden, oben geschilderten Fall naheliegt?

Wir beabsichtigen einen ausführlichen Hintergrundbericht zu dieser Thematik und wären Ihnen insofern um zeitnahe Beantwortung der vorgenannten Fragen, spätestens jedoch bis Freitag, 7. August 2020, 17 Uhr, sehr verbunden.

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