Groko – super, Testpflicht – unbedingt, Maskenzwang – ja bitte: Traum-Umfrageergebnisse wie bestellt

0
Umfrage (Foto: Durch Andrey_Popov/Shutterstock)

Bisweilen fühlt man sich hierzulande an die Realitätsausblendung und -klitterung im Vorfeld der Feiern zum 40. Jahrestag der DDR (die sinnigerweise kurz vor dem Mauerfall stattfanden) erinnert – vor allem dann, wenn man in den Mainstream-Medien Umfragen zur Beliebtheit der Regierung und vor allem zu den Früchten ihres Wirkens liest. Angesichts der überwältigenden Zustimmungswerte für Groko & Corona-Maßnahmen reibt man sich verwundert die Augen und fragt sich: Wer, bitte, trifft bei „Infratest“ und anderen Meinungsforschungsinstituten eigentlich die – angeblich repräsentative – Auswahl der Befragten? 

So sollen laut aktueller Infratest-Umfrage aktuell 64 Prozent der Wahlberechtigten mit der Arbeit der Groko-Bundesregierung „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ sein – in etwa derselbe Wert wie im Mai – und zugleich der beste, den je eine Bundesregierung im sogenannten „ARD-Deutschlandtrend“ erreicht hat, wie der Sender am Donnerstag mitteilte. Wer sich darüber mehr freute – die Merkel-Regierung oder ihre gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Jubelherolde – blieb dabei leider unklar.

Der Anteil der Bürger, die „weniger zufrieden“ oder „gar nicht zufrieden“ mit der Arbeit der Bundesregierung gewesen seien, ging der Umfrage zufolge um zwei Prozent auf rund ein Drittel der Befragten – 34 Prozent – zurück. Und noch ein anderes, fast zu schön um wahr zu sein, anmutendes Traumresultat verblüfft: Die Zufriedenheit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) liegt angeblich bei 71 Prozent; zwei Drittel der Deutschen sollen demnach also mit ihrer derzeitigen Arbeit „sehr zufrieden“ bzw. „zufrieden“ sein.

Da sich Merkels „Arbeit“, soweit die Bevölkerung davon in den letzten drei bis vier Wochen überhaupt etwas mitbekam, fast ausschließlich auf die Festschreibung einer gigantischen Staatsverschuldung auf Generationen durch Haftungsübernahme für die südlichen EU-Pleitestaaten zulasten der deutschen Steuerzahler beschränkte (abgesehen vom Bekanntwerden ihrer Lobbytätigkeit für WireCard in China zu einem Zeitpunkt, gegen dieses schon ermittelt wurde), bleiben als Interpretation solch phantastischer Umfragewerte eigentlich nur zwei plausible Möglichkeiten: Entweder hat ein Großteil der Deutschen durch Corona und/oder Sommerhitze seinen Verstand verloren – oder die Umfrage ist schlicht frisiert.

Durchgeknallt oder erfunden?

Auch mit der „Arbeit“ von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sind momentan 60 Prozent sehr zufrieden bzw. zufrieden. Unklar ist hierbei, was diese 60 Prozent mehr beeindruckt haben soll – Spahns dilettantische Auftragsvergabe via Open-House-Verfahren über 1,2 Milliarden Euro für teilweise fehlerhafte Masken zu Mondpreisen, oder das Chaos bei der Vergütung von Zwangstests? Da allerdings auch der politisch Hauptverantwortliche für die Nichtaufklärung des WireCard-Skandals, Finanzminister Olaf Scholz (SPD), auf 57 Prozent „Zufriedenheit“ kommt, darf man getrost am Verstand der Interviewten zweifeln. Von den 52 Prozent Zustimmung für das Treiben von Außenminister Heiko Maas (SPD) gar nicht zu reden – übrigens ebenfalls der „beste Wert im ARD-Deutschlandtrend“.

Wenn diese Ergebnisse nicht stimmen sollten, dann sind sie jedenfalls clever gefälscht – obwohl man annehmen darf, dass noch weniger Menschen im Land solche bizarren Ergebnisse glauben als Peter Altmaiers Prognosen zum wirtschaftlichen Aufschwung. Aufschlussreich an der Methodik von Infratest ist übrigens, dass bei den genannten Umfragen jeweils 1011 Personen befragt wurden, aus deren Antworten jeweils drei Ergebnisse herausgezogen werden. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier erwünschte Meinungen im Dutzend abgefragt werden und womöglich immer dieselben loyalen oder untertänigen Bürger mir evidenter Sympathie / politischer Nähe zum Bundeskanzleramt interviewt werden.

Das ungute Gefühl, dass hier mit nicht wirklich aussagekräftigen Zahlen operiert wird, stellt sich nicht minder stark bei den Umfragen zum Maskenzwang ein: Wie „dts Nachrichtenagentur“ unter Bezugnahme auf die Infratest-Ergebnisse schreibt, befürwortet die Mehrheit der Deutschen eine Maskenpflicht an Schulen.

Ganz im Sinne der Regierung

59 Prozent sind der Meinung, der Mund-Nasen-Schutz sollte im Schulgebäude und auf dem Schulhof Pflicht sein, nicht aber im Unterricht; ein Viertel der Befragten (24 Prozent) ist der Meinung, die Maskenpflicht sollte auch während des Unterrichts gelten.
„Grundsätzlich gegen eine Maskenpflicht an den Schulen sind 13 Prozent“, so „ARD Deutschlandtrend“ hierzu weiter. Nur 13 Prozent? Wieviele Eltern wurden hier befragt?

Wie eine Testabfrage für den nächsten Lockdown muten die folgenden Resultate an: 44 Prozent der Deutschen halten angeblich einen Unterricht, der abwechselnd an Schulen und zu Hause stattfindet, für sinnvoll. Für einen Unterricht, der wie vor den Sommerferien überwiegend bzw. durchgehend zu Hause stattfindet, sprechen sich zwar nur drei Prozent aus, doch insgesamt 60 Prozent sind der Meinung, die Schulen seien auf die Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach den Sommerferien weniger gut bzw. schlecht vorbereitet.

Auch die rigiden Maßnahmen gegen Urlauber – Zwangstests mit der Aussicht auf Quarantäne direkt nach der Rückkehr aus den Ferien findet eine deutliche Mehrheit der Deutschen angeblich dufte: 93 Prozent sollen dafür sein, nur 7 Prozent lehnen sie ab. Wahrhaft erstaunlich, welche Ergebnisse Umfragen bringen können. Man muss anscheinend nur die richtigen Leute fragen… (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram