59 Gefangene mit Coronavirus infiziert – Haftantritte wurden verschoben

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Gefängnis (Symbolfoto: Von LightField Studios/Shutterstock)

BerlinLediglich 59 Insassen haben sich bis Juli in deutschen Haftanstalten mit dem Coronavirus infiziert. Das entspricht rund 0,2 Prozent aller Gefangenen, so eine Umfrage der „Welt“ (Samstagausgabe) unter den Justizministerien der Länder. Etwa doppelt so hoch ist die Zahl der Vollzugsmitarbeiter, die sich mit dem Sars-CoV-2-Virus ansteckten.

In den vergangenen Monaten kam es zu starken Einschränkungen im Alltag der Gefangenen. Besuche, Sport, Fortbildungskurse und Hofgänge waren im Zuge der Pandemiebekämpfung größtenteils untersagt. Menschenrechtler und Juristen warnen deshalb vor den psychologischen Folgen für Gefangene, auch sei die Resozialisierung in Gefahr.

Gleichzeitig investierten Haftanstalten in Telemedizin und digitale Videotelefonie. „Die Pandemie sorgte für einen Digitalisierungsschub in deutschen Gefängnissen“, sagt Yvonne Radetzki, Leiterin der JVA Neumünster, der „Welt“.

Corona sorgt auch für paradiesische Verhältnisse im kriminellen Milieu: Um das Virus nicht einzuschleppen, wurden in allen Bundesländern Haftantritte von Strafen von bis zu drei Jahren verschoben – insgesamt waren es mehrere Tausend.

Das schlägt sich in der Auslastungsquote nieder: Die Gesamtzahl der Häftlinge betrug laut „Welt“-Umfrage im Juli 55.715 – das ist ein Rückgang von 8.742 oder fast 16 Prozent im Vergleich zum Juli 2019.

Hoffentlich heißt es auch hier: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. (Mit Material von dts)

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