Virologe Streeck gegen Infektionszahlen als einzigen Corona-Maßstab

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Hendrik Streeck (Bild: Frank Burkhard, siehe Link, CC BY 2.5)

Das wird Wieler, Spahn, Drosten und Lauterbach aber mächtig auf die Palme bringen:

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck spricht sich dafür aus, nicht nur auf die Infektionszahlen als Maßstab für die Pandemie zu blicken. „Wir dürfen nicht bei jedem Anstieg der Infektionszahlen in Panik geraten“, sagte Streeck der FAZ (Samstagausgabe). Das neue Coronavirus werde nicht wieder verschwinden.

„Von daher werden wir bei dieser Pandemie ein Auf und Ab sehen, wie auch bei allen anderen endemischen Coronaviren.“ Der Begriff der „zweiten Welle“ sei insofern auch falsch verwendet, es handle sich vielmehr um eine kontinuierliche Welle oder auch Dauerwelle. „Das Virus wird bleiben, und da brauchen wir eine Richtschnur, die für alle einleuchtend ist“, sagte Streeck.

Aber dann reiht sich der Virologe schließlich doch noch in die Alarm-Kapelle der politischen Profiteure der Pandemie ein:

Ein realistisches Ziel sei, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und für jeden die bestmögliche Versorgung zu ermöglichen. Nicht zielführend sei hingegen, nur auf einen Impfstoff zu hoffen. „Wenn unser Ziel aber ist, die Infektionszahlen dauerhaft auf ein Minimum zu drücken, dann muss man auch ehrlich kommunizieren, dass wir bestimmte Bereiche auf nicht absehbare Zeit nicht wieder so öffnen können, wie es vor Corona der Fall gewesen ist: Kinos zum Beispiel, Fußballstadien, Konzerthallen.“

Wenn es nämlich gar keinen Impfstoff geben wird, würde es also nie mehr volle Kinos, Fußballstadien und Konzerthallen geben, oder?

Solche Virologen, eben auch Streek sind die „Pest des 21. Jahrhunderts“, weil sie nicht über ihren Tellerand gucken können und die Kollateralschäden ihres unverantwortlichen Handelns nicht erkennen können.

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin behauptet, dass die Deutschen das Risiko einer Covid-19-Erkrankung drastisch überschätzen. Die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit für eine lebensbedrohliche Corona-Infektion werde von Befragten mit rund 26 Prozent angegeben, und aus heutiger Sicht sei diese Einschätzung „viel zu hoch“, so das DIW am Donnerstag. Ein solcher Wahrscheinlichkeitswert dürfte selbst bei einem erneuten Ansteigen des Infektionsgeschehens „nicht annähernd erreicht werden“, so die Wirtschaftsexperten.

Das lebensbedrohliche Erkrankungsrisiko beträgt für die erwachsene Bevölkerung in Deutschland nach Ansicht des DIW bis zum Frühjahr 2021 maximal etwa 0,6 Prozent. Dabei unterstellen die Forscher allerdings, dass eine zweite Welle höchstens noch einmal zu so vielen Erkrankungen führt wie das bisherige Infektionsgeschehen in Deutschland. Offenbar scheinen die Deutschen ihre Einschätzung allerdings langsam in die entsprechende Richtung zu korrigieren.

Lag Anfang April das durchschnittlich genannte lebensbedrohliche Erkrankungsrisiko noch bei 28,8 Prozent, sank es bis Ende Juni auf 24,0 Prozent. Weitere Ergebnisse: Menschen im Westen schätzen ihr Risiko etwas höher ein als die im Osten, Frauen glauben an ein höheres persönliches Risiko als Männer. Mit zunehmendem Alter steigt auch kontinuierlich die Sorge vor einem lebensbedrohlichen Risiko durch das Coronavirus, mit einer Ausnahme: Die älteste Gruppe der Über-70-Jährigen beziffert ihr Risiko sogar niedriger als die Menschen im Alter zwischen 41 und 50 Jahren – obwohl es tatsächlich größer ist.

Auch mit höherer formaler Bildung nimmt die Vermutung eines hohen Risikos durch Corona ab, Erwerbstätige fühlen sich deutlich stärker gefährdet als Selbstständige. Letztere gehören sogar zu der soziologischen Gruppe, die das Risiko mit am niedrigsten einschätzt, wenngleich wie alle anderen Gruppen auf einem nach DIW-Ansicht viel zu hoch gegriffenen Niveau. Für die Befragung wurden Antworten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) ausgewertet, die vom 1. April bis 5. Juli erhoben wurden.

Die Politiker müssen also auf die dritte und vierte Welle hoffen, damit die Angst in der Bevölkerung weiter hoch bleibt und sie ihre Umwandlung in eine Gesundheits-Diktatur weiter vorantreiben können. (Mit Material von dts)

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