Mundschutz immer unbeliebter, aber Söder mimt weiterhin den Harten

0
Foto: Von Yevhenii Beldiuhin/Shutterstock

Berlin – Der Sinn oder Unsinn und auch die Gefährlichkeit der Gesichtslappen bleibt weiterhin umstritten. Die Atemschutzmasken waren aber immer schon wichtig für diejenigen, die auch an äußeren Merkmalen erkennen wollten, wer für oder gegen sie ist.

Nun zeigen sich Politiker, Wissenschaftler und viele gehirngewaschene Bürger besorgt über den zunehmend laxen Umgang ihrer Landsleute mit der Maskenpflicht. Es könne von einer „regelrechten Erosion des Maskentragens“ gesprochen werden, sagte Claus-Christian Carbon von der Universität Bamberg der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Der Wahrnehmungspsychologe forscht zu den Bedingungen, unter denen Bürger Masken akzeptieren.

Er sieht verschiedene Gründe dafür, dass manche die Maske nicht oder nur nachlässig – Mund verdeckt, Nase frei – tragen. Zum einen sieht er Überschneidungen zwischen Maskenverweigerern und Systemkritikern, die der Bundesregierung, den Wissenschaftlern, die sie berieten, und den klassischen Medien grundsätzlich nicht glaubten. „Die wollen sich, indem sie auf Masken verzichten, gegen Merkel et alii stellen“, so Carbon.

Diese These wird gestützt durch Erkenntnisse von Forschern, die im „Cosmo“-Projekt zusammenarbeiten. Sie messen fortlaufend, wie es um das Schutzverhalten der Deutschen bestellt ist. Demnach sei die Akzeptanz der Maßnahmen aktuell auf das Niveau von vor dem Lockdown gesunken.

Diese Studie ist sowas von manipulativ, dass man sich fragen muss, wer diese in Auftrag gegeben und bezahlt hat:

Knapp 20 Prozent der Befragten halten die Maßnahmen für übertrieben. Diese Gruppe, so die Forscher, unterscheide sich signifikant von der zufriedenen Mehrheit im Lande: Sie ist (angeblich) „schlechter über Schutzmaßnahmen informiert, vertraut den Behörden weniger, fühlt ein geringeres Risiko, nimmt den Ausbruch als einen Medienhype wahr und hängt eher Verschwörungstheorien an“. Der Psychologe Carbon glaubt aber auch, dass viele Menschen schlichtweg nachlässiger geworden sind, weil ihnen die Pandemie weniger bedrohlich vorkommt als noch im Frühjahr.

Sie hätten den „Kontakt zu der Notwendigkeit“ verloren. Zuletzt habe es viele gute Nachrichten gegeben, und das Thema Krankheit sei in den Hintergrund gerückt. Die Leute wollten Sommerwetter und Urlaub genießen. Dazu hätten viele beobachtet, wie andere ohne Maske Bus fuhren oder einkauften. Das seien Momente, in denen das eigene Verhalten kippen könne. Nach dem Motto: Wenn der sich das erlaubt, erlaube ich es mir auch. Die Bahn hat unterdessen angekündigt, in großem Maßstab Einwegmasken verteilen zu wollen. In den nächsten Wochen werde sie „bundesweit mehr als 300.000 Masken an Reisende und Bahnhofsbesucher“ ausgeben, sagte ein Bahnsprecher der FAS. Zuletzt war immer wieder Kritik daran lautgeworden, dass in vielen Zügen Fahrgäste ohne Maske mitgefahren waren. Die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Ellen Lundershausen, warnte in der FAS Ärzte davor, Gefälligkeitsatteste auszustellen, um Menschen von der Maskenpflicht zu entbinden. „Man ärgert den Patienten nicht und erspart sich in dem Moment Diskussionen.“ Nur wenige schwere Erkrankungen machten es unzumutbar, eine Maske zu tragen, sagte sie der FAS. Und wer diese Krankheiten habe, sei oft in einer Verfassung, dass er gar nicht rauswolle. Auch die Landesärztekammer Hessen hielt es vor wenigen Tagen für nötig, Ärzte öffentlich davor zu warnen, Patienten aus Gefälligkeit von der Maskenpflicht zu befreien.

Die Studienmacher hätten lieber einmal untersuchen sollen, ob diese Masken tatsächlich sinnvoll sind oder doch nur einen Placebo-Effekt vorweisen können. Aber diese Studie hätte keiner bezahlt.

Einer, der sich an der Corona-Krise „sattfrisst“, ist CSU-Chef Markus Söder. Er hat sich jetzt angesichts der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen noch mal gegen weitere Lockerungen und für höhere Bußgelder ausgesprochen. „Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt. Mir machen die steigenden Fallzahlen in Deutschland große Sorgen“, sagte Söder der „Bild am Sonntag“.

Ebenso besorgten ihn die Urlaubs- und Familienheimkehrer, die aus den verschiedenen Teilen Europas zurückkämen. „Wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen. Es ist absolute Wachsamkeit gefragt und deshalb ist jetzt nicht die Zeit für neue Lockerungen oder naive Unvorsichtigkeit.“

Das Virus bleibe eine Daueraufgabe, „die uns permanent unter Stress setzt“. Viele Menschen seien im Umgang mit dem Virus leider leichtsinniger geworden, so Söder. „Dazu gehören auch die extremen Lockerer und Verschwörungstheoretiker, die alle Maßnahmen schnellstens aufheben wollten. Jeder, der Corona unterschätzt, ist widerlegt worden.“ Die zweite Welle sei „praktisch doch schon da“, so der bayerische Ministerpräsident. „Sie schleicht durch Deutschland. Es gilt daher, noch aufmerksamer zu sein und rasch und konsequent zu reagieren.“

Je schneller man handle, desto geringer seien die Folgen. Vor diesem Hintergrund lehnte Söder Fußballspiele mit Zuschauern zum Start der neuen Saison ab: „Ich bezweifle, dass wir im August weitere Lockerungen beschließen können.“ Daher sei er auch als Fußballfan sehr skeptisch zum Start der Bundesliga. „Geisterspiele ja, aber Stadien mit 25.000 Zuschauern halte ich für sehr schwer vorstellbar. Das wäre das falsche Signal und auch der Bevölkerung schwer zu vermitteln, wenn man dafür Unmengen von Testkapazitäten aufbrauchen würde.“ Die Deutsche Bahn forderte Söder dazu auf, dafür zu sorgen, dass die Fahrgäste die Maskenpflicht einhalten: „Wer dagegen verstößt, muss die Konsequenzen tragen.

Ich bin hier für höhere Bußgelder und habe Verkehrsminister Andreas Scheuer gebeten, darüber mit der Bahn zu sprechen.“ Auch Rückkehrer aus einem Risikogebiet, die sich einem Corona-Test verweigerten, sollten mit einem Bußgeld belegt werden, so Söder. „Wir müssen die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen.“ Bayern habe an drei Grenzübergängen an den Autobahnraststätten Teststationen eingerichtet, ebenso an den großen Bahnhöfen und Flughäfen. „Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss verpflichtend einen Test machen – am Flughafen oder daheim.“ Man brauche zudem Testkapazitäten nicht nur für Urlaubsheimkehrer, sondern auch für das Lehrpersonal und Schüler zum Schulstart. „Dazu kommen Serientests für Alten- und Pflegeheime sowie Erntehelfer.“

Hier ein kleiner Hinweis für den Hardliner: Es sind immer noch nur 268 Intensivbetten belegt. Mag ja sein, dass es immer mehr positiv Getestete gibt, aber kaum einer wird noch krank. (Mit Material von dts)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram