Angela, das Volk ist da! Hunderttausende demonstrieren trotz Repressalien

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Teilaufnahme der heutigen Demo am Brandenburger Tor (Foto:ScreenshotTwitter)

Seit den DDR-Montagsdemonstrationen 1989 wurde vonseiten der Mächtigen und von den loyalen Staatsmedien auf deutschem Boden nicht mehr solch ein Aufwand getrieben wie bei der heutigen Großdemonstration „Tag der Freiheit“ in Berlin, um protestierende Bürger an der Ausübung ihrer verfassungsmäßigen Grundrechte zu hindern. Die Gefahr dieser Demonstranten nämlich liegt für die Regierung in der Tatsache, dass es sich hier um eine echte, partei- und lagerübergreifende Opposition handelt, deren Anhängern eines gemeinsam ist: Sie haben sich vom Staat entfremdet, haben das Vertrauen in dessen Neutralität und Redlichkeit verloren – und zweifeln zu Recht, ob die Politik noch die Interessen des eigenen Volkes vertritt. Hier wehten nebeneinander die unterschiedlichsten Embleme: die Regenbogenfahne, die Deutschlandfahne, die Flagge Israels und der USA. Die Unzufriedenheit ist breit gestreut.

Genau in der Vielschichtigkeit der unterschiedlichen Gruppierungen, die sich nur in ihrer Fundamentalkritik am „System“ einig sind, liegt nicht nur die Parallele zur Bürgerrechtsbewegung der Vorwendezeit – sondern auch die größte Gefahr für die Bundesregierung: Denn dieses Bündnis geht nicht für, sondern gegen sie auf die Barrikaden. Was sich heute in Berlin Gehör verschaffte, waren kein staatlich finanziertes, logistisch unterstütztes, ministeriell gefördertes oder vom Bundespräsidenten beworbenes „zivilgesellschaftliches Bündnis“ wie die wohlorchestrierten „Wirsindmehr“- oder „FFF“-Demos, oder wie die vom Linksstaat wohlwollend begleiteten Kampagnen zu „MeToo“ oder „Black Live Matter“.

Nein, hier ging ECHTE Opposition auf die Straße, ungesteuert und damit unberechenbar. Wenn aber das gegenseitige Ausspielen der Fronten, die Spaltung und Verhetzung irgendwann nicht mehr funktioniert – dann wird es wirklich gefährlich für das Groko-Regiment. Die enorme Bandbreite ganz unterschiedlicher Interessenvereinigungen und Strömungen war nicht das Manko, sondern der Authentizitätsnachweis, dass hier ein unverfälschter Frust die Stimme erhob.

Die Überwindung der Flügel

Die neue Querfront fügt sich nicht in „links“ und „rechts“; die riesige Masse der heutigen Demonstranten ist schlicht nicht mehr einzuordnen; dies illustrierte eine Anekdote heute Mittag in der Nähe der Siegessäule: Auf die Frage eines Moderators in die Menge: „Wer rechts ist, hebt die Hand“, reagierte niemand – und auch nicht auf die anschließende Frage, wer links ist. Der neue Widerstand formiert sich abseits der abgeschliffenen, alten Kategorien; es sind konkrete Anliegen und Themen, die die Menschen bewegen: Wie lange soll der unnatürliche Ausnahmezustand wegen Corona noch weitergehen? Wieso wird mit manipulativen Zahlen eine Bedrohung aufrechterhalten, die es objektiv nicht mehr gibt? Wo bleibt die Verhältnismäßigkeit? Wieviel Zwangskontrolle, wieviele Einschränkungen von Maske bis Datenerfassung muss uns noch zugemutet werden?

Dass diese Fragen viel mehr Menschen umtreiben als erwartet, zeigten die riesigen Massen, die die Erwartungen von optimistischen Veranstaltern und aus Desinformationszwecken kleingehaltenen Prognosen von Journalisten-Aktivisten im Vorfeld gleichermaßen bei weitem übertrafen: Offiziell spricht die Polizei von „17.000 Teilnehmern“; tatsächlich war ein Vielfaches davon auf den Straßen. Die von Teilnehmerseite kolportierte Zahl 800.000 bis 1 Million ist sicher überhöht, realistisch jedoch sind einige hunderttausend Menschen gewesen – womit es sich auf jeden Fall um eine der größten Protestbewegungen der jüngeren deutschen Geschichte handelte. Teilnehmer vor Ort, die den direkten Vergleich zu den Love-Parades der späten Neunziger und frühen Nullerjahre haben, berichteten, dass es sich um mindestens 250.000 Demonstranten gehandelt haben muss. Und dabei handelte es sich sicherlich nicht nur um Trottel, Verstrahlte, Spinner und Nazis – sondern überwiegend um Deutsche, die sich um den Zustand ihres Landes ebenso wie um die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft Sorgen machen.

Private-Public Partnership von Zeitungen, Staatsfunk und Senat

Doch statt auf diese berechtigten Anliegen einzugehen, taten Bundespolitik, das Land Berlin und vor allem eine tendenziöse Haltungspresse schon in den letzten Tagen, vor allem aber heute wirklich ALLES, um nach bewährtem Muster die Demonstranten niederzuhalten, zu behindern und pauschal zu verunglimpfen – angefangen von der Planung bis zur heutigen Zwangsauflösung. Perfide ausgeklügelte Straßensperrungen durch „Wanderbaustellen“ oder künstliche Behinderungen und Schikanen entlang der vorgesehenen Routen; Warnung vor Radikalen, Spinnern, regelrechten Geisteskranken, in deren Gesellschaft sich jeder Teilnehmer begeben würde.

Und heute dann, in einer konzertierten Medienaktion, gleichlautende Schlagzeilen mit zwei Hauptschwerpunkten: Erstens, dass es praktisch durchweg nur „Rechtsextreme“, „Verschwörungstheoretiker“ und „Corona-Leugner“ seien, die hier Berlin heimsuchten (wobei der Begriff „Covidiot“ bzw., bequemer, nur „Idiot“ reaktiviert wurde). Und zweitens, dass „rücksichtslose“ Demonstranten hier Masken- und Abstandsregeln ignorierten und so leichtsinnig den nächsten Ausbruch herbeiführten, den sie selbst bestritten. Es ist wieder das Märchen von den Superspreadern.

Nur noch abartig ist dabei, über welche an den Haaren herbeigezogenen Parallelen und angeblichen Kryptoverweise auf das „rechtsradikale“ Reservoir der Demonstration geschlossen wird. Weil das offizielle Motto der Veranstaltung lautete „Das Ende der Pandemie – Tag der Freiheit“, fühlte sich Journalisten an den Titel „Tag der Freiheit“  eines NS-Propagandafilms von Nazi-Ikone Leni Riefenstahl über den Parteitag der NSDAP 1935 erinnert. Zuvor allerdings hatte dieselbe Initiative auch schon in Stuttgart unter diesem Motto wiederholt demonstriert – ohne dass jemand auf diese schwachsinnige Assoziation gekommen wäre. Wie sich dann übrigens auch nachfolgende Mitunterstützer der heutigen Bewegung erklären lassen, wenn es ja angeblich nur Rechtsextreme waren, die sich hier zeigten?

Screenshot:DieRoteFahne

Vor allem aber die Apostrophierung der Demonstranten als Corona-Virenschleudern (und somit neueste designierte Hauptschuldige an der nächsten Welle, samt erwartbarem Lockdown) mutet inzwischen so offensichtlich falsch und herbeiphantasiert an, dass selbst treue Leser der schäumenden Presse hier inzwischen stutzig werden müssten. Denn nicht nur, dass bei ausnahmslos allen Demonstrationen gerade in Berlin seit Ende des Lockdowns – trotz eklatanter Missachtung der Corona-Abstandsregeln – kein einziger „Ausbruch“ oder auch nur nachweislicher Anstieg von Neuinfektionen zu beobachten war; weder die „Hygienedemos“ im Mai noch die „Bootsparty“ auf der Spree, und erst recht nicht die BLM-Demos Ende Juni zeitigten irgendwelche Auswirkungen auf das rückläufige Infektionsgeschehen.

Dieselben Medien,die jetzt wieder einmal die große Apokalypse heraufbeschwören, weil rücksichtslose Demonstranten zu dicht marschierten, hatten just bei besagten BLM-Demonstrationen überhaupt keine Probleme mit derselben, dort sogar noch viel offensichtlicheren Ignoranz der Demonstranten. Es zeigt sich wieder einmal: Corona wütet nur bei Demos angeblicher „Rechtsextremer“. Wenn für die noble Sache demonstriert wird, ist das Virus solidarisch und verbreitet sich respektvoll offenbar nicht. Die Schlagzeilen sprechen Bände:

Screenshot:Tagesspiegel
Screenshot:Berliner Zeitung
Screenshot: Focus

Hingegen Ende Juni, anlässlich der „guten“ Demonstrationen, hatten die Headlines der teilweise identischen Zeitungen noch ganz anders ausgeschaut:

Screenshot:Berliner Zeitung
Screenshot:Tagesspiegel

Dieselbe redaktionelle Schizophrenie weist auch die Politik auf; etwa SPD-Chefin Saskia Esken, die sich heute auf Twitter so ganz anders äußerte als vor fünf Wochen nach den „Antirassismus“-Demos:

(Screenshots:Twitter)

Dass dann aber auch noch die Berliner Behörden und Polizeikräfte denselben Double-Standard praktizierten und die heutige, genehmigte und friedliche Demonstration gegen Nachmittag mal eben für aufgelöst erklären – inklusive tätlichen Übergriffen und gewaltsamer Festnahme des Veranstalters auf der Bühne (wie die „Welt“ sensationslüstern und merklich befriedigt berichtete) – beweist endgültig, dass dieser Rechtsstaat eben keine Gleichbehandlung der gesellschaftlichen Gruppen und Meinungen duldet, sondern gegen unliebsame, „zersetzende“ Elemente unerbittlich vorgeht – während er andere vor Strafen und negativen Konsequenzen schützt.

(Screenshot:Twitter)

Wieso, fragt man sich, wurde so nicht durchgegriffen, als im Gedenken an einen amerikanischen schwarzen Gewaltverbrecher, der bei einem Polizeieinsatz – tragisch, aber letztlich selbstverschuldet – zu Tode kam, Zehntausende mit deutlich größerem Gewaltpotential durch die Hauptstadt liefen, noch enger und „virologisch“ unverantwortlicher?

(Screenshot:Twitter)

Zudem inzwischen ja feststeht, dass Corona an der Luft so gut wie gar nicht übertragen werden kann – eine Erkenntnis, die von keinem geringeren als Sars-Guru Christian Drosten und somit quasi „ex cathedra“ verkündet wurde -, fehlt der Auflösung der Demonstration allerdings jede rechtliche Grundlage – und bedeutet einen verfassungsfeindlichen Akt der Willkür.

Wie diese bei so vielen anderen Anlässen – man denke an die Krawallnächte von Stuttgart und Frankfurt – ganz ungewohnte plötzliche Härte der Polizei wohl ankommt bei den überwiegend unauffälligen, normaldenkenden, bürgerlichen Teilnehmern einer Demonstration, die unter fadenscheinigem Vorwand auf Grundlage eben der autoritären Bestimmungen zwangsaufgelöst wird, gegen die da demonstriert wird? Vermutlich fatal – die nächsten Tage werden es zeigen. Die spontane Sitzblockade als Reaktion auf die Räumung der Straße des 17. Juni hin verweist bereits darauf, dass sich immer weniger alles bieten lassen wollen.

Die staatliche Eskalation durch kollektive Diffamierung, Demorecht-Aufkündigung, Totschweigen und hartem Durchgreifen wird sich als Schuss nach hinten erweisen – denn so wird der Graben immer tiefer. Zugleich verfolgt die „schweigende Mehrheit“ mit sprachlosem Interesse, wie kriminelle Clans und Großfamilien entgegen aller Auflagen und ohne vorherige Anmeldungen bei einer Bestattung mit 700-800 Personen auf engstem Raum zusammenkommen, ohne dass sie dafür irgendwie zur Rechenschaft gezogen werden; wie in Moschees oder in Parks muslimische Männergruppen Corona-Kontaktregeln völlig außer Acht lassen; oder dass Flüchtlinge und Migranten tausendfach ohne Zwangsquarantäne ins Land gelangen können, während deutsche Urlauber bei ihrer Rückkehr getestet und als unverantwortliche Asoziale geächtet werden.

Und während diese himmelschreienden Missverhältnisse immer mehr Bürger gegen den Staat und sein offensichtliches Versagen aufbringen, gießt die Gegenseite der linksradikalen Meinungsführer munter weiter Öl ins Feuer – und lässt den inneren Abgründen freien Lauf; da wurde es sogar „Bild“-Chef Julian Reichelt, der sich freilich um vorsorgliche Distanz zum Inhalt der Proteste bemühte, zu bunt:

(Screenshot:Twitter)

Auch die üblichen linken Konformisten, Mitläufer und Steigbügelhalter der Agendasetter nahmen die heutige Demo zum Anlass für entlarvende Statements auf Twitter & Co., etwa „FFF“-Nervtöterin Luisa Neubauer:

(Screenshot:Twitter)

Auch Berlins linke Gesundheitsministerin Dilek Kalayci, die keine Probleme mit BLM-Massenaufmärschen hatte, spielte die Entrüstete:

(Screenshot:Twitter)

Wer fehlt hier noch? Richtig, SPD-Sirene Karl Lauterbach, der seine, unzählige Male wiederlegte Panikmache inzwischen sogar zur Abschaffung von Grundrechten in Stellung bringt:

(Screenshot:Twitter)

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