Zu groß, männlich, Glatze: Ständig neue Corona-Risikofaktoren dank teurer Studien

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Ein Corona-Risikopatient? (Symbolfoto: Durch Ollyy/Shutterstock)

Inzwischen fällt den Virologen und Infektiologen kaum noch Neues ein, was es zum Corona-Virus zu vermelden gibt – außer dass mit Sars-Cov2-Infektionen und Covid-19 angeblich gemeinsam (und womöglich kausal zusammenhängend) aufgetreten Erkrankungen inzwischen fast den gesamt ICD-Krankheitskatalog umfassen. Von Dauerständer bis Krätze, von Heiserkeit bis Depression – inzwischen ist jedes Gebrechen mutmaßlich eine Folge von Corona. Ein Dorado für Forscher, die wie am Fließband neue Studien liefern.

Die Besessenheit der globalen Führer und die manische Fixierung der Medien auf das Virus sichert Wissenschaftlern, die selbst exotischste Ansätze zu Corona ergründen, erkleckliche Aufträge – denn Geld spielt keine Rolle; wo Milliarden für Impfstoffforschung rausgehauen werden, sind Millionen für Studien Peanuts. Kein Wunder, dass dieser neue Boom jede Menge blühenden Blödsinn hervorbringt – und fast jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, wenn es um die Fragen geht: Was richtet das Virus an? Und wer erkrankt daran stärker oder schwächer? Und was könnte alles mit Covid zusammenhängen?

Die neuesten erhellenden Erkenntnisse liefert etwa eine Studie der Universität Manchester, über die die „Neue Westfälische“ berichtet: Ihr zufolge haben Menschen mit einer Körpergröße von mehr als 1,80 Metern im Falle einer Corona-Infektion ein doppelt so hohes Risiko, dass es zu einem Covid-Ausbruch kommt, wie „kleinwüchsigere“. In dem Fall ist die scheinbar bestechende Erklärung allerdings nicht medizinisch-physiologischer Natur, sondern physikalisch: Weil die Aerosole höher bis zur Nase der Größeren aufsteigen müssen, atmen diese weniger davon ein – entsprechend weniger Viren erreichen ihre Atemwege. Gulliver hätte sich in Liliput also nie infiziert – und hätte in Brobdingnag keinen anstecken können. Praktisch.

Kreative Zusammenhänge bedingen immer neue Studien

Unter welch absurden, lebensfremden Versuchsanordnungen, so fragt man sich, kommen Forscher zu solchen Schlussfolgerungen? Luftzirkulation, Thermik und Strömungen in Räumen und erstrecht im Freien sorgen für den Transport von Schwebkörpern in jeder Höhe über größere Distanzen – erst recht bei Viren im Nanometerbereich. Hätte diese Studie recht, dann dürften sich größere Menschen auch weniger oft mit Grippe/Schnupfen anstecken, und es dürfte unter ihnen keine Pollenallergiker geben.

Die Untersuchung erinnert an eine ähnlich groteske Studie, über die das Schweizer Magazin „20 Minuten“ Anfang Juni berichtete: Demzufolge sterben Männer mit Glatze häufiger am Coronavirus als stärker behaarte, da bei ihnen das Risiko für einen schweren  Covid-19-Verlauf „deutlich erhöht“ sei. Forscher der Universität Bonn ermittelten dies im Rahmen einer genetischen Studie über einen Zusammenhang zwischen der Schwere der Krankheit und Haarausfall. Angeblich sollen hormonelle (androgyne) Ursachen eine Rolle spielen. Dermatologen der Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island kamen zu demselben Schluss – und empfahlen gar, „das Vorhandensein einer Glatze als Risikofaktor“ anzuerkennen.

Bei so vielen „Risikofaktoren“, wie inzwischen ermittelt wurden (und dank neuer Studien immer zahlreicher ermittelt werden) braucht sich niemand übergangen zu fühlen. Ob zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn, zu alt, zu jung, zu hell- oder zu dunkelhäutig: bald hat garantiert jeder das passende Merkmal, um als schwer gefährdeter Corona-Risikopatient anerkannt zu werden. Die Pandemie ist schließlich für alle da. (DM)

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