Windkraftbetreiber in der Krise: Erst jahrelang EEG-Umlage abkassiert, jetzt soll der Steuerzahler blechen

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(Symbolfoto: Durch Arturo Limon/Shutterstock)

Welch bodenlose Frechheit: Jetzt halten auch noch die Branchen, die seit Jahren nur dank planwirtschaftlich-ideologischen Fördermaßnahmen, gesetzlicher Zwangsumlagen und staatlicher Bevorzugung überlebensfähig waren, Corona-bedingt die Hand auf: Der Windstromkonzern Nordex fordert vom Bund sowie vom Land Mecklenburg-Vorpommern Kreditbürgschaften – aufgrund der „weltweiten Rezession“.

Manchen Firmen scheint die Pandemie wie gerufen zu kommen, um ihre ohnehin wirtschaftlich nicht nachhaltige, da nicht wettbewerbsfähige Geschäftsgrundlage im allgemeinen Chaos verschleiern zu können und strukturelle Schwierigkeiten so als virusbedingte Krisenfolge verkaufen zu können. Die Masche ist dieselbe, die Italien und Spanien (und zuvor Griechenland) in Europa anwenden: Corona ist der Vorwand, um Dritte für die eigenen Defizite bluten zu lassen.

Das eigentliche Problem der Windkraftbranche liegt im Auslaufen der EEG-Umlage nach nunmehr 20 Jahren, der ab kommendem Jahr die ersten Windräder zum Opfer fallen – auch ganz ohne Corona. Die von Nordex kürzlich mitgeteilten Bestellrückgänge im zweiten Quartal 2020 um 56 Prozent, über die das „Handelsblatt“ gestern berichtete, sind wohl eher diesem Umstand geschuldet als Corona. Bereits ganz zu Beginn der Coronakrise – als überhaupt noch keine Rezession da war – warnte der Konzern  bereits vor einer mutmaßlichen Anpassung der die Jahresprognose – aufgrund der „erheblichen Unsicherheiten“.

Jetzt soll der Steuerzahler einspringen – nach einem Bericht des NDR mit Bürgschaften in Höhe von 350 Millionen Euro. Die eine Hälfte soll demnach der Bund tragen, die andere Hälfte sollen auf Hamburg, wo der Konzern seinen Sitz hat, und das Land Mecklenburg-Vorpommern entfallen, so das „Handelsblatt“. In Zeiten, da der Staat nicht vorhandenes Geld raushaut, als ob es kein Morgen mehr gäbe, scheint die Gelegenheit selbst für Ökostrom-Giganten durchaus günstig, sich auf diese Weise noch etwas länger am Tropf der Allgemeinheit zu halten. (DM)

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