Quarantäne und Freiheitsentzug völlig zu Unrecht – wohl nicht nur bei Tönnies

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Weggesperrte ausländische Tönnies-Arbeiter in Verl-Sürenheide während der Quarantäne Ende Juni (Foto:Imago/Wedel)

Es ist jedesmal das gleiche Muster, wie seit Beginn des Corona-Zirkus: Auf Grundlage einer völlig unsubstantiierten Datenbasis werden überschießende behördliche Maßnahmen verhängt. Bürger, die dagegen auf die Straße gehen oder den Sinn in Frage stellen, werden dem ignoranten Verschwörungslager, Covidioten oder den leichtsinnigen Verharmlosern zugerechnet. Und einige Wochen später stellt sich dann heraus, dass die Kritiker durchweg recht hatten – dann, wenn der Schaden bereits angerichtet ist. Mehr noch: Offenbar wurde zusätzlich sogar noch Freiheitsberaubung im großen Stil angewandt.

Der Lockdown in Gütersloh und Warendorf für zeitweilig 640.000 Menschen aufgrund eines Bruchteil-Promillewerts von Positivtests in den Tönnies-Werken hatte nicht nur für wirtschaftliche Schäden gesorgt, sondern auch zu bestürzenden Pogrom- und Anfeindungsszenen gegen KFZ-Halter aus den betreffenden Kreisen sowie zu Übergriffen hysterischer Bürger außerhalb der Quarantänegebiete geführt. Zusätzlich wurden Tönnies-Beschäftigte, zumindest im Kreis Gütersloh, vorschnell in Quarantäne gesperrt – aufgrund von positiven Corona-Tests oder Krankheitssymptomen, die es „in vielen Fällen nicht gab“, wie die „Tagesschau“ auf Grundlage von ARD-Recherchen berichtet.

Bevor Mitternacht am 17. Juli die vom Land Nordrhein-Westfalen angeordnete, allgemeine Quarantäne auslief, versuchten Ordnungsbehörden in Rheda-Wiedenbrück mit Warnbriefen an hunderte osteuropäische Tönnies-Werksarbeiter, diese weiter in Isolation zu halten – obwohl zu diesem Zeitpunktim Kreis Gütersloh bereits tausende osteuropäische Tönnies-Beschäftigte einen vollen Monat in Quarantäne waren. Die erneute Verlängerung der Quarantäne, so die Tagesschau, kam für die meisten der Tönnies-Beschäftigten völlig unerwartet, da sie eigentlich froh waren, endlich wieder „frei“ zu sein.

Mit Pauschalunterstellungen wie jener, die Betreffenden hätten Kontakt zu mit Corona infizierten Personen gehabt oder sie seien „positiv getestet“, sollten die Adressaten weiterhin „eingesperrt“ gehalten werden. Grund waren angeblich falsche Corona-Positivbescheide: Die Stadt Rheda-Wiedenbrück gab nun zu, die bereits aus der Quarantäne entlassenen Personen seien „irrtümlich in den vom Kreis Gütersloh übermittelten Listen erfasst“ gewesen, und wegen der zahlreichen Fälle hätten nicht alle Einzelvorgänge umfassend gegengecheckt werden können.

Behördenpannen und falscher Pauschalverdacht per Musterbrief

Allerdings kam es zum Versand solcher Schreiben auch noch in weiteren Städten, wo Tönnies-Werkvertragsarbeiter untergebracht waren. Keiner von ihnen hatte irgendwelche Krankheitssymptome – und auch nicht in Quarantänemaßnahmen eingewilligt, weder persönlich noch telefonisch.

Die ARD-Recherchen beim zuständigen Kreisgesundheitsamt ergaben schließlich, dass es die behaupteten positiven Corona-Test hat es nie gegeben: Die Quarantäne hätte also in keinem der Fälle verlängert werden dürfen, so die „Tagesschau“. Die Behörden sprechen von „Missverständnissen“ – tatsächlich war es Freiheitsberaubung. So schnell also kann man dieser Tage, pandemiebedingt, ohne Gerichtsurteil weggesperrt werden. Und wer sich weigert, den lockt die Polizei in Quarantäne ein – selbst wenn diese überhaupt nicht angezeigt war!

Leider gar nichts vermag den begründeten Verdacht auszuräumen, dass sich solche „Pannen“ nicht auch anderswo ereignet haben – oder noch verstärkt ereignen werden, sollte es zu weiteren Lockdowns kommen, was Landespolitiker in Bayern und anderswo gar nicht abwarten zu können scheinen. Die Schadenminderungspflicht der Politik, also die Wahrung des Verhältnismäßigkeitsprinzips, ist in Corona-Zeiten anscheinend Nebensache.

Schiffmann wurde ignoriert – mit fatalen Folgen

Angesichts dieses unglaublichen Schindluders mit Grundrechten drängt sich umso eher nochmals die Frage auf, wieso weder die lokalen Behörden noch die NRW-Landesregierung auf das Angebot von Dr. Bodo Schiffmann und dem Zusammenschluss unabhängiger Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie nicht eingegangen wurde, der kurz nach Hochkochen der Tönnies-„Affäre“ und des angeblich so dramatischen Ausbruchsalle betreffenden Mitarbeiter kostenlos nochmals nachzutesten versprach, weil  – wie sich herausstellte, zu Recht – von einer riesigen Zahl falschpositiver, nicht durchgeführter oder falsch gemeldeter Tests auszugehen sei.

Doch Schiffmann und seine Kollegen gehören ja zu den „Bösen“, zu den Abtrünnigen und „Spinnern“, die seit Aufbranden des Widerstands gegen die Corona-Politik ignoriert, totgeschwiegen und fachlich diffamiert werden. Statt ihnen und anderen „Skeptikern“ Gehör zu schenken, sperrt man im Zweifelsfall lieber hunderte oder tausende Menschen weg – und nimmt ganze Landkreise in Geiselhaft. Es steht leider zu befürchten, dass wir dies nicht zum letzten Mal gesehen haben werden, in dieser Dauer-Krise… (DM)

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