Jouwatch-Serie: Die maskierte Republik (III)

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Deutschland unter der Maske; Foto: © jouwatch Collage
Deutschland unter der Maske; Foto: © jouwatch Collage

Teil 3: Die Maske als Selbstzweck: Nie verschwundene Zweifel am medizinischen Sinn – und selbst neue wissenschaftliche Studien stellen den Nutzen infrage 

von Daniel Matissek

Mit das Vorteilhafteste am Internet ist, dass es nichts vergisst – ganz im Gegensatz zu seinen Nutzern. Und so ist es wenig verwunderlich, dass so wenige Menschen innehalten und all das hinterfragen, was ihnen heute als in Stein gemeißelte Grundregel, als unumstößliche Selbstverständlichkeit erscheint – obwohl die, die diese Regeln definiert haben, vor wenigen Monaten genau entgegengesetzt gedacht und geredet haben.

Die Atemschutzmaske, die heute laut dem Volk dauerhaft eingehämmertem Mantra „einfach dazugehört“, ohne die man das Haus nicht mehr verlassen darf und deren Sinnbeschwörung fast schon religiöse Züge angenommen hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich durch mediale Volkskonditionierung selbst absonderliche Fetische einer Gesundheitshysterie zur Normalität erklären lassen. Dabei hat sich, was das Tragen von Mund- und Atemschutz im flächendeckenden öffentlichen Raum per gesetzlicher Pflicht, an den wissenschaftlichen Erkenntnissen und medizinischen Erfahrungsberichten nichts geändert, die vor Corona stets Gültigkeit hatten – und die somit noch aus „unverdächtigeren“ Tagen stammen, als Gesundheitspolitik und Forschung noch an wirklich ergebnisoffenen Studien interessiert waren, ohne dass die gewünschten Resultate also bereits vorab feststanden, weil mit ihnen eine politische Agenda unterfüttert werden soll.

Ende März noch erklärten die „Experten“ vom Robert-Koch-Institut (RKI), namentlich dessen Vizepräsident Lutz Schaade, Desinfektionsmittel und Schutzmasken gegen das neuartige Coronavirus im Alltag für unnötig. Nicht von ungefähr wendeten sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch – kurz darauf – das RKI ihre zuvor stets ablehnende Haltung zum allgemeinverpflichtenden Tragen von Schutzmasken in das genaue Gegenteil, just zu einem Zeitpunkt, da zumindest in Deutschland die Kurve bereits am Abflachen war – und somit längst erwiesen war, dass nicht etwa die selbstgefertigte oder professionelle textile Gesichtsbedeckung für den Rückgang des Infektionsgeschehens verantwortlich war, sondern die eigenverantwortlichen Verhaltensänderungen der Bevölkerung durch Abstandhalten, Vermeidung von Nahkontakten, außerdem Desinfektion und Händewaschen.

Nicht die Maske, Verhaltensänderungen brachten die Wende

Man könnte auch sagen: Diese Stufe der Gängelung durch die sichtbare Maskerade setzte erst ein, als die Pandemie ihren Schrecken schon wieder zu verlieren drohte – denn nur durch sie konnte und kann nach wie vor – psychologisch äußerst wichtig! – die Krise im Alltag stets wachgehalten werden – visuell und haptisch erfahrbar.

Die WHO selbst mutete der Weltöffentlichkeit einen regelrechten Schlingerkurs bei ihrer Empfehlungscompliance zum Maskentragen zu; wiederholt hatte sie ihre Einstellung zum Thema geändert. Noch im Februar bezeichnete sie das Tragen von Gesichtsbedeckungen als nutzlos bis sich potentiell gar schädlich – bis sie dann schließlich, passend zum „Siegeszug“ des Virus über den Planeten, von einer „sinnvollen“ und „unverzichtbaren praktischen Maßnahme“ sprach.

Nun, drei Monate später, wollte sie die damalige Kehrtwende einer wissenschaftlichen Nachkontrolle unterwerfen – und gelangte nun, auf Grundlage einer von ihr selbst in Auftrag gegebenen und im Fachmagazin „The Lancet“ publizierten Metaanalyse, zu eher ernüchternden Schlüssen, die Zweifel an der kollektiv verhängten Zwangsmaßnahme nähren: Zwar stellte das kanadische Forscherteam durchaus fest, dass das Maskentragen „unter bestimmten Umständen“ sinnvoll sei; die Studienbeauftragten hatten mehr als 200 Studien ausgewertet, die das Ansteckungsrisiko durch verschiedene Viren wie MERS, SARS, aber auch SARS-CoV-2 untersuchten –  und zwar bezogen auf die drei gängigen Schutzmaßnahmen Abstand halten, Masken nutzen, Schutzbrille tragen.

WHO-Studie nährt akute Zweifel am Nutzen

Doch was, wie „quarks.de“ schreibt, „auf den ersten Blick eindrucksvoll“ scheint, hat einige Pferdefüße. Zwar ist jemand mit Schutzmaske ist fünf bis sechs Mal weniger gefährdet, sich anzustecken. Allerdings – und hier wird es interessant – stellen die Forscher ausdrücklich fest, dass die Aussagekraft ihrer Ergebnisse „sehr begrenzt“ sei, weil es es Probleme mit „Verzerrungen“ gab – weil sich nämlich die unterschiedlichen Maßnahmen wie Maske tragen und Abstand bei der Auswertung gegenseitig störten und beeinflussten.

Nachweislich und gesichert lässt sich nur feststellen, dass Masken als Ergänzung zum Abstandhalten sinnvoll sind –
also zusätzlich zum Abstand – und nicht als Ersatz zum Abstand, etwa immer dann, wenn es „schwierig ist, Abstand zu halten“, z.B. in der Bahn oder im Flugzeug. Genau das aber wird als Hauptargument für die Maske bis heute gebracht: Dort, wo die berühmten 1,50 Meter nicht einhaltbar sind, soll sie getragen werden. Tatsächlich ist die Virenlast unterhalb der 1,50 aber auch mit Maske so groß, dass – zumal durch die viel zu großporigen Stofflagen der Nicht-FFP-Masken (darunter also auch alle OP- und selbstgebastelten Bedeckungen) – kein Virus abgehalten wird. Ein Effekt ergibt sich nur additiv – durch Abstand UND Gesichtsbedeckung, weil sich die Maske des Ausscheiders erst auf diese Distanz bemerkbar macht, dann allerdings auch schon fast wieder vernachlässigbar ist

Im Zweifel ist also so die von WHO und in der Folge auch vom RKI übernommene trügerische Annahme, Masken halten „einen Teil der Viren ab“ und verhindern möglicherweise einen schwereren Krankheitsverlauf, somit gerade dort, wo die Masken getragen werden, wissenschaftlich unhaltbar. Die ritualisierten Trageregeln und die willkürlichen Unterschiede – am Tisch beim Essengehen ohne, beim Aufstehen mit, Personal immer –  verstärken die Zweifel am Effekt des ganzen Manövers.

Im März, noch bevor er sich fürs Maskentragen aussprach, erklärte RKI-Chef Lothar Wieler: „Das schlimmste, was passieren kann, wenn man sich mit einer Maske in Sicherheit wiegt“. Gerade das aber geschieht: Unterbewusst fühlt sich jeder auch in dichterem Gedränge „geschützt“, der eine Maske trägt – obwohl er es eben gerade dann nicht ist, was die gesamte Pflicht ad absurdum führt. Weitere Aspekte, die in den Wochen vor der Zwangseinführung in der Diskussion waren, anschließend dann jedoch niemanden mehr interessierten, deuten sogar eher auf ein zusätzliches Risiko durchs Maskentragen hin: Die unwillkürliche Neigung, sich unachtsam ins Gesicht zu fassen, führt mindestens zu einer Neutralisierung des scheinbaren Nutzens, wenn nicht gar zu einer zusätzlichen Gefährdung.

WHO- und RKI-Kehrtwenden, die keinen mehr jucken

Seit Beginn der Krise ist dies mehr als naheliegend; das RKI stellte schon im April klar, dass die Maske „nur funktioniert, wenn sie richtig sitzt, eng anliegt“ und „nach Durchfeuchtung gewechselt“ wird. Wieler appellierte: „Beim Tragen einer Maske dürfen Sie sich nicht ständig anfassen oder die Maske zurechtzupfen. Denn, dann fassen Sie sich ins Gesicht.“ Genau dies ist aber pausenlos und ständig zu beobachten – gerade im Hochsommer, immerzu und überall. Doch plötzlich sieht darin niemand mehr ein Problem.

Als Fazit ist festzuhalten: Der praktische Sinn der Masken ist von ihrer ordnungspolitischen Zwangsanwendung längst entkoppelt. Es handelt sich hier um eine Mischform von politischem Selbstbetrug, Ablassritual durch sozial erwünschten Konformismus (Stichwort: „einen Beitrag leisten gegen das Virus“) und Gängelungsattribut – nicht zu vergessen den gewaltigen Markt, der sich für parasitäre Nutznießer und Krisenprofiteure hierdurch aufgetan hat. Ob – und wie – wir je aus dieser Gewohnheit wieder hinausfinden werden, ist mehr als fraglich. Solange die Corona mehr nutzt als sie anderen schadet, wird die Pandemie uns begleiten – und mit ihr die „faziale Zwangsbedeckung“.

Immerhin lässt sich die Maske auch sinnvoll nutzen – etwa zur unfreiwilligen Vermehrung derer, die als heiße Anwärter des Darwin-Awards durchgehen können, was folgender von „Bild“ letzte Woche berichtete Fall nahelegt:

(Screenshot:Bild)

 

– Ende –

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