Indoktrinieren und spalten: Rechte können laut EKD-Bischöfin keine Christen sein

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EKD-Chef Heinrich Bedford-Strohm (Foto:Imago/epd)

Die Geisterfahrt, auf die sich die Evangelische Kirche Deutschland (EKD) unter ihrem Vorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm begibt, führt sie immer weiter aufs Glatteis. Der anhaltende Versuch, sich nicht mit Glaubensinhalten, sondern durch tagespolitische Themen zu profilieren (und sich dabei in geistiger Nähe des Linksextremismus zu positionieren), soll dem Mitgliederschwund entgegenwirken. Der politische Eifer verdrängt inzwischen christliche Überzeugungen.

So vollführte die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Beate Hoffmann, eine bemerkenswerte Wiederannäherung an die Ideologie der Deutschen Christen (DC) im Dritten Reich, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen: „Rechtes Gedankengut und christlicher Glaube sind unvereinbar“, erklärte die Bischöfin laut dem Portal „evangelisch.de„, und verkündet die Gründung eines „Runden Tischs gegen Rechts“ – es klingt tatsächlich so abgedroschen, wie es ist -, um so alle, die im Kirchengebiet „gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus arbeiteten, miteinander zu vernetzen“.

Beistand erhält sie dabei von dem Theologen und „Bürgerrechtler“ Frank Richter, der erklärt: „Rechtsextremisten missbrauchen Corona-Proteste“ – worunter natürlich dann auch wieder einmal AfD-Politiker fallen. Ihm sei bewusst, dass es „Menschen mit rechten Überzeugungen auch in den eigenen Reihen“ gebe, sagte Hofmann weiter; mit ihnen müsse man sprechen und ihnen „Erfahrungen ermöglichen, die sie in die Lage versetzten, ihre eigenen Positionen zu überprüfen und Vorurteile fallenzulassen“. Das klingt nach Exorzismus.

Da die Auslegungs- und Deutungshoheit über die diffus einander überlappenden, ihrer ursprünglichen Bedeutung schon längst entledigten Kampfbegriffe „Rechts“, „Rechtsextremismus“ und „Rechtspopulismus“ inzwischen exklusiv beim regierungsamtlichen Establishment des neuen Linksstaats liegt und somit eine definitorische Gummifloskel darstellt, lässt sich darunter praktisch jeder einsortieren, der gerade nicht genehm ist. Zum Beispiel AfD-Mitglieder oder Wähler – die dann offenbar in Kirchen demnächst auch nicht mehr willkommen sind.

Parallelen zu den DC der 1930er lassen grüßen

Diese Gesinnungshygiene unterscheidet sich kaum vom damaligen Irrweg, als das „Tausendjährige Reich“ mit derselben moralischen Unerbittlichkeit erklärte, wer zur Volksgemeinschaft gehört – und wer als Volksschädling außen vor bleibt. Die staatshörigen Protestanten beeilten sich damals mehr noch als die Katholiken, diese Ausgrenzung auch in ihrem Kirchen zu gewährleisten; an dieser geschichtlichen Schuld ändern auch Niemöller, Bonhoeffer und die Märtyrer der Bekennenden Kirche nichts. Gelernt hat man in der EKD anscheinend nichts.

Im Gegenteil: Während Bedford-Strohms Führungsriege der Inbetriebnahme ihres ersten eigenen Schlepperschiffs zur Beteiligung am Migranten-Shuttleservice im Mittelmeer ab August entgegenfiebert, überdenkt die evangelische Kirche ihre „Strategie in politischen Debatten“ grundsätzlich. Wenn sich hier jemand wundert, seit wann Kirchen eine solche „Strategie“ überhaupt verfolgen, da sie ja eigentlich eher für seelsorgerische und religiöse Belange zuständig sein sollten: Im Jahr 2020 ist Kirche Event, Happening, Politik – und alles möglichst linientreu.

In der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ führt der Ratsvorsitzende zum neuen „EKD-Zukunftspapier“ die unter seiner Leitung erarbeiteten elf Punkte für eine „aufgeschlossene Kirche“ aus und erklärt: „Kirche muss mutiger werden und etwas wagen“. Zum Beispiel die Selbstverbiegung bis zur Unkenntlichkeit: Die EKD hinterfragt die Sonntagsgottesdienste und fordert die Abschaffung doppelter Verwaltungsstrukturen. Am besten sollte Bedford-Strohm seine Kirche doch gleich in eine Partei oder einen linksgrünen Thinktank umwandeln – das wäre zumindest ehrlicher. Und leichter für viele evangelische Pfarrer, die ohnehin überwiegend als Aktivisten auftreten. (DM)

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