Pandemie-bedingte Überlastung: Steuerberater schlagen Alarm

0
Coronastress im Büro (Symbolbild:Imago/Panthermedia)

Es wäre nicht mehr als recht und billig: Ebenso wie sich Behörden, Gerichte und öffentlich-rechtliche Körperschaften als Folge der Corona-Krise lange Verzögerungen bei Bearbeitungsfristen herausnehmen, um den shutdownbedingten riesigen Rückstau abzuarbeiten (wenn dies überhaupt jemals gelingen sollte, ohne massenweise Verjährungen in Kauf zu nehmen), so werden auch andere Berufsgruppen mit dem seit Frühjahr aufgelaufenen Arbeitspensum mehr als überlastet. Deshalb fordern nun auch die Steuerberater Aufschub – bei den  Einkommensteuererklärungen. Schlecht für den frisch hyper-neuverschuldeten Corona-Staat.

Besonders glücklich dürfte die Bundesregierung über den Vorstoß der Bundessteuerberaterkammer nicht sein – hat sie doch Steuergelder auf Jahrzehnte verplant und bereits großzügig über den Kontinent verteilt, die noch nicht einmal auf dem Papier erwirtschaftet sind. Bereits im laufenden Jahr wird sich der Fiskus mit einigen Verzögerungen arrangieren müssen – denn die Steuerberater sind überlastet und schlagen Alarm.

Nicht nur als Folge der Überbrückungshilfen, auch der Mehrwertsteuersenkung hätten die Büros so viel zu tun, dass sie bei den normalen Steuererklärungen für 2019 erheblich im Rückstand seien, sagte Hartmut Schwab, Präsident der Bundessteuerberaterkammer, gestern gegenüber dem „Handelsblatt„; er habe deshalb bereits mit dem Bundesfinanzministerium Kontakt aufgenommen. „Wir brauchen jetzt eine Verlängerung für alle Steuererklärungen aus dem Jahr 2019“, verlangt er.

Schwierigkeiten vor allem bei Soforthilfen und KfW-Darlehen

Der Rückstand werde auch dadurch verschärft, dass die Unternehmer unter den Mandanten in der Pandemie mit vielen anderen Dingen beschäftigt seien und die Unterlagen ihren Steuerberatern nicht rechtzeitig lieferten. Vor allem die Kredithilfe-Anträge bei der KfW seien sehr aufwändig. „Viele sagen ja, Steuerberater wären die Profiteure der Krise. Tatsächlich sind wir am Limit“, so Schwab. Fast jeder Mandant brauche Beratung dafür, wie er die Umsatzsteuersenkung umsetzt oder beantragt. „Maximalhonorare kann man dafür ja nicht nehmen“, sagte der Steuerberater laut „dts Nachrichtenagentur“. Und die meisten seiner Berufskollegen wollten dies  auch gar nicht, da es sich zumeist um langjährige Mandanten handelt. „Wir machen da wirklich keinen großen Reibach“, so der Kammerpräsident.

Olaf Scholz und seinen Länderkollegen wird daher wohl nichts anderes übrig bleiben, als die – infolge einer von der Bundesregierung selbst in die „ewige Verlängerung“ getriebenen Krise auch in anderen systemrelevanten Bereichen geübte – Nachsichtigkeit auch den Steuerberatern und damit letztlich den Steuerpflichtigen angedeihen zu lassen. Auch wenn sich die Einnahmen des Staates damit im laufenden Jahr nochmals verringern dürften. Aber was zählen in diesen Tagen schon einige zehn oder hundert Milliarden Euro mehr… (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram