Corona macht krank: Linke fordern das Ende der Solidargemeinschaft

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Zwangstests: Solche Bilder machen manche Politiker richtig scharf (Foto: Von diy13/Shutterstock)

In Zeiten, da menschennatürliches Verhalten wie Reisen, Feiern, Geselligkeit als potentiell infektionsbegünstigend und somit als rücksichtslos, wenn nicht gar als asozial kriminalisiert wird, mehren sich die Rufe nach strafbarer Sonderbehandlung für jene, die sich den „Empfehlungen“ eines durchgeknallten Corona-Regiments nicht beugen wollen – wobei überhaupt nicht unterschieden wird zwischen der großen Mehrheit jener, die auch beim Strandbesuch oder beim Urlaub in sogenannten „Risikogebieten“ eigenverantwortlich und vorsichtig auf Hygiene und Abstand halten, und fahrlässigen Ignoranten.

Aus Sicht von populistischen Corona-Panikpolitikern sind sie alle gleich: Der Generalverdacht soll jeden treffen, der – ob als Tourist oder aus zwingenden geschäftlichen Gründen – nach Deutschland reist, weshalb an Zwangstests nichts Verwerfliches mehr gefunden wird. Statt hier wieder einmal die dringende Frage nach der Verhältnismäßigkeit zu stellen, stellen sich einst liberale und linke Medien an die Seite einer autoritären Regierungspolitik und begrüßen die Kompromisslosigkeit. „Kann man Urlauber verpflichten, nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet einen Corona-Test zu machen?“, fragte gestern die einst seriöse „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ), und gab sich selbst die Antwort: „Man muss es sogar – weil es keine Freiheit ohne Verantwortung gibt.“

Das ist also die Marschroute: Hier wird ein politisch gefordertes Verhalten als sozial erwünscht verkauft und seine Einhaltung als „Verantwortung“ beschrieben – und als Belohnung gibt’s dann „Freiheit“. Dieses Freiheitsverständnis jedoch trifft auch für Sklaven zu. Die Peitsche, mit der diesmal hantiert wird, ist die geschürte Angst vor der zweiten Welle, vor „Ausbrüchen“, vor „besorgniserregenden Infektionszahlen“ (wiederum die FAZ).

Kein Wort davon, dass es eben die durch restriktive neue Vorschriften und Zwang in die Höhe getriebenen Testzahlen sind, die in absoluten Zahlen eben auch mehr Neuinfektionen ermitteln. Keine Silbe darüber, dass die hier einzig relevante Schlüsselzahl – die Quote positiver Tests an der Gesamtzahl durchgeführter Tests – eben nicht ansteigt und somit die Virusverbreitung konstant auf niedrigen Niveau verbleibt.

Stigmatisierung für Spielverderber

Doch die bewusste Fehlinterpretation der kumulierten Neuinfektionen zur Herbeiredung einer neuen „Katastrophe“ entfaltet disziplinierende Wirkung – und erlaubt es, all jene, die die Spielregeln nicht einhalten, fortan noch mehr zu stigmatisieren. Ob es Urlauber sind, die an der Gangway zum Test ausgesondert und mit etwas „Glück“ gleich in die Quarantänestation weitergeleitet werden, ob auch nur versehentliche „Maskenverweigerer“ oder Deutsche, deren Autos im eigenen Land demoliert werden, weil sie das falsche Kennzeichen haben: Die innere Spaltung schreitet voran.

Und damit geht die Verkürzung des Solidarbegriffs einher: Zur Kaskogemeinschaft soll nur noch der zählen, der sich zum Wohle aller möglichst konformistisch verhält. Hat sich dieses Denkmuster jedoch erst einmal etabliert, dann werden – auch unabhängig von Corona – früher oder später Risikogruppen aller Art früher oder später stigmatisiert, die sich ebenfalls undiszipliniert und „gemeinschaftsschädigend“ verhalten: Fleischesser, Raucher, Trinker, Übergewichtige, Sportverweigerer oder Extremsportler, Sportwagen- oder Motorradfahrer oder Vielflieger.

Im Fall der Zwangstests für Urlauber legt sich die oben zitierte „FAZ“ schon einmal fest – und fordert die Kostenüberbürdung der Tests auf die Betroffenen: „Der Beschluss vom Freitag sieht vor, dass die Gemeinschaft für die Kosten der Tests aufkommt. Warum eigentlich? Wer sich bewusst für ein Risiko entscheidet, der sollte dafür einstehen – und den Test selbst bezahlen.“ Es ist ein Gedanke, der in ähnlicher Form schon seit längerem in etlichen linken Gazetten und Fernsehkommentaren Anklang fand. Und genau darum geht es hier: Das Verursacher- anstelle des  Kollektivhaftungsprinzips zu setzen. Der nächste Schritt wird dann früher oder später sein, jene für ihr „Fehlverhalten“ haftbar zu machen. Diese Aufsplittung von Lebensrisiken – während das Leben letztlich selbst immer tödlich enden wird – markiert das Ende der Solidargemeinschaft. (DM)

 

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