Die Dauerwelle

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Dauerwelle (Bild: shutterstock-com/Von Everett Collection)

Das angebliche Wiederaufflammen von Covid-19 in den USA ist wohl das Ergebnis massiver politischer Manipulation.

Von F. William Engdahl auf Rubikon

Es darf wohl nicht sein, dass Covid-19 verschwindet. Just in dem Moment, als die meisten Bundesstaaten der USA nach drei Monaten eines Lockdowns, der „die Kurve abflachen“ sollte, mit Lockerungen begannen, haben unter anderem Texas und Florida über mehrere Wochen neue Rekordzahlen von positiv Getesteten gemeldet. Zumindest ist es dies, was man der Welt erzählt. Sorgfältigere Nachforschungen deuten aber auf gewaltige Manipulation von Coronavirustests hin. Das schließt Geheimabsprachen des nationalen Centers for Disease Control and Prevention mit ein. Desselben CDC, das im März die Einführung der Virustests durch die Ausgabe von erheblich fehlerhaften Tests — es stellt sich unter anderem heraus, dass diese Spuren des Virus enthielten — fürchterlich vermasselt hat. Der gegenwärtige Skandal weist Merkmale auf, die über Missmanagement weit hinausgehen. Er sieht nach Geheimabsprachen aus, um die Wahl im November zu beeinflussen und vieles mehr.

Heute scheint etwas sehr, sehr faul zu sein im Staate Texas. Dasselbe gilt für Florida, Kalifornien, Arizona und viele andere Staaten, die unmittelbar nach der Aufhebung des Lockdowns nun erneut einen Lockdown sowie die Pflicht zum närrischen und wirkungslosen Maskentragen und Abstandhalten verhängt haben. Schauen wir jedoch auf die tatsächlichen Daten zur dem Coronavirus zugeschriebenen Sterblichkeit, so zeigt sich, dass seit etwa Mitte April die tägliche Zahl der als COVID-19-Toten geführten, seien sie nun „mit“ oder „an“ COVID-19 verstorben, stetig und bis auf ein Niveau gefallen ist, das gute 90 Prozent unter dem Spitzenwert liegt.

Sogar das zutiefst korrupte CDC musste eingestehen:

„Auf nationaler Ebene sind die Prävalenzen influenzaartiger Erkrankungen (ILI, Anm. d. Übers.: influenza-like illness) allgemein niedrig (…) Die Veränderungen bei den Indikatoren, die COVID-19-artige Erkrankungen (CLI, Anm. d. Übers.: COVID-19-like illness) und laborbestätigte SARS-CoV-2-Infektionen registrieren, waren in der letzten Woche inkonsistent, insofern, als einige anstiegen, andere sanken.“

Dann trifft der am 17. Juli aktualisierte wöchentliche CDC-Bericht folgende Aussage:

„Basierend auf Daten aus Totenscheinen zeigt sich, dass der prozentuale Anteil der Tode, die Pneumonie, Influenza (Anm. d. Übers.: gemeint ist die Gruppe der einer Grippe symptomatisch ähnelnden Viruserkrankungen) oder COVID-19 (PIC) zugeschrieben werden, von 8,1 Prozent in Kalenderwoche 27 auf 6,4 Prozent in Kalenderwoche 28 gefallen ist, womit die zwölfte Woche in Folge der prozentuale Anteil der Tode durch PIC gesunken ist (…) Auf nationaler Ebene bleibt die ILI-Aktivität seit nunmehr dreizehn Wochen unter der Grundlinie, steigt jedoch seit inzwischen 5 Wochen an.“

Achten Sie genau auf die Sprache. Das CDC definiert ILI als „influenzaartige Erkrankung“. Sprechen wir hier also über ein spezifisches Virus, SARS-CoV-2, dem der Ausbruch in Wuhan angelastet wird, der sich seit Anfang 2020 mutmaßlich global ausgebreitet hat? Oder geht es um „influenzaartige“ Erkrankungen, einen Sammelbegriff, der das Coronavirus beinhalten kann oder auch nicht? Die CDC haben äußerst gewieft Tode entweder durch Lungenentzündung, Grippe oder COVID-19 zu einem ordentlichen Päckchen von Todesursachen verschnürt, das sie als PIC — Pneumonie, Influenza oder COVID-19 — bezeichnen.

Alle PIC-Tode werden nun praktischerweise gemäß CDC-Vorgaben auf Totenscheinen COVID-19 zugeschrieben.

Selbst mit diesem raffinierten Taschenspielertrick kann das CDC die Tatsache nicht verbergen, dass die Gesamtzahl der PIC-Tode überall in den USA mittlerweile zwölf Wochen in Folge fällt. Wie soll man die Nation länger in Angst und einem Lockdown halten und wie die Agenda skrupelloser Demokraten erfüllen, die willens zu sein scheinen, mit allen Mitteln die Wirtschaft zu schwächen, um am 3. November eine Niederlage des republikanischen Präsidentschaftskandidaten zu erzwingen?

Eine „Fallpandemie“?
Die Reaktion bestand in einem dramatischen Anstieg der an Bürgern durchgeführten Tests auf das Coronavirus oder genauer indirekter Tests auf Antikörper oder anderer Symptome, die vielleicht anzeigen, dass eine Person mit SARS-CoV-2 infiziert ist, möglicherweise aber auch nicht. Etwa Mitte Juni, als die meisten Staaten zurecht Öffnungen hin zu normaleren Bedingungen vornahmen, drängte das CDC auf eine massive Steigerung der Testaktivität.

Naturgemäß führt ein dramatischer Anstieg der Zahl der Getesteten auch zu einem Anstieg der positiv auf Anzeichen des Coronavirus‘ Getesteten. Genau als Trump und viele Gouverneure vernünftigerweise für Schritte in Richtung Öffnung eintraten, begann das CDC auf eine dramatische Zunahme der Tests zu drängen. Die Testaktivität stieg von rund 150.000 auf mehr als 700.000 Tests pro Tag. Reuters berichtete, dass viele der vom CDC genehmigten Tests außerdem kontaminiert waren.

Nun ist der Fall Texas exemplarisch für das, was da vor sich zu gehen scheint. Nach Angabe von Beamten in Texas, die mit dem ehemaligen US-Kongressmitglied Ron Paul, selbst Arzt, in Kontakt stehen, hat das Texas State Department of Health Services die Definition dafür, was als „COVID-Fall“ zu betrachten ist, Mitte Mai geändert, als die Fallzahlen signifikant fielen. Gemäß der neuen Definition sollten, „während bisher die Bestätigung eines COVID-‚Falls‘ in einem bestätigten Testergebnis bestand, nunmehr ‚wahrscheinliche‘ Fälle als ‚Fälle‘ gezählt werden. Gleichzeitig wurde die Schwelle für die Beurteilung als ‚wahrscheinlich‘ auf ein lächerlich niedriges Niveau gesenkt.“

Letztlich können Sie, wenn Sie Fieber und Kopfschmerzen haben, auch ohne einen Coronatest als „wahrscheinlicher COVID-19-Patient“ geführt werden.

Es kommt noch schlimmer. Auf der Grundlage von möglicherweise nicht im Zusammenhang stehenden, subjektiven Kriterien, wurden bis zu 15 Prozent der Menschen, die möglicherweise Kontakt zu einem „wahrscheinlichen“ Fall hatten, ebenfalls als „wahrscheinliche Fälle“ gelistet. Und „wahrscheinliche Fälle“ wurden als Fälle betrachtet. Punkt! Texas verfällt in Panik und eine Maskenpflicht und andere drakonische Maßnahmen sind verhängt. Des Weiteren leisteten die Gesundheitsbehörden von Texas den Ängsten noch Vorschub, indem sie berichteten, die Krankenhäuser des Bundesstaats würden von Coronapatienten überflutet. Wenn man sie diesbezüglich kontaktierte, erklärten Krankenhausleitungen in Houston selbst, sie befänden sich gegenwärtig nahe an ihrer tatsächlichen Kapazität und lägen dabei eigentlich auf dem selben Niveau wie im letzten Jahr.

Auch Florida…
In Florida, wo der republikanische Gouverneur unter heftigen medialen Beschuss geriet, weil er, angesichts dramatisch niedriger Fallzahlen in „The Sunshine State“ gestattete, die Strände zu öffnen, und wegen anderer Schritte, ist der gegenwärtige Spitzenwert der „coronapositiven“ Fälle gleichermaßen verdächtig.

Ein lokaler Fernsehsender in Florida reagierte alarmiert, als ihm eine Aufschlüsselung der Labortests vorlag, aus der hervorging, dass 100 Prozent aller Tests „positiv“ waren. Der Fernsehsender nahm Kontakt zu testenden Laboren überall im Land auf. Was man fand, war ausgesprochen erhellend.

Der Fernsehreporter Charles Billi stellte fest:

„Wir fanden zahlreiche Labore, die nur positive Testergebnisse melden; sie weisen also eine Positivrate von 100 Prozent aus. Das zog unsere Aufmerksamkeit auf sich.“

Man lokalisierte 22 Labore, die eine Positivrate von 100 Prozent zurückmeldeten. Zwei Labore meldeten Positivraten von 91,18 Prozent. Derartige Ergebnisse deuten darauf hin, dass da irgendwo irgendetwas faul ist. Eine tiefergehende Nachforschung ergab, dass viele Labore negative Ergebnisse gar nicht erst meldeten. Als jedoch die Fernsehjournalisten Kontakt zu den verschiedenen Laboren aufnahmen, um die schockierenden Zahlen in Frage zu stellen, änderten sich die Daten in verdächtiger Weise. Ein Labor, Orlando Health, wies eine Positivrate von 98 Prozent auf.

„Als jedoch FOX 35 News das Krankenhaus kontaktierte, gestand man dort Fehler im Bericht ein. Orlando Healths Positivrate liegt bei nur 9,4 Prozent statt 98 Prozent, wie es im Bericht steht.“

In ähnlicher Weise hatte das Orlando Veteran‘s Medical Center eine Positivrate von 76 Prozent.

„Ein Sprecher des US-Kriegsveteranenministeriums erklärte FOX 35 News am Dienstag, dass dies nicht ihren Zahlen entspreche und dass die Positivrate des Centers tatsächlich bei 6 Prozent liege.“

Das ist ein sehr großer Unterschied.

Es überrascht nicht, dass die COVID-19-„Infektionen“ in Florida in den letzten Wochen in alarmierender Weise anstiegen. Bis zum 14. Juli hatten die Gesundheitsbehörden in Florida zu den Anfragen der Journalisten noch nicht Stellung genommen.

Der demokratische Gouverneur Kaliforniens Gavin Newsom nahm seine Entscheidung, die Wiedereröffnung der Schulen, Büros, öffentlichen Einkaufszentren und Kirchen zu genehmigen, unter Berufung auf einen dramatischen Anstieg der Anzahl positiv auf Corona getesteter Personen am 14. Juli zurück, obwohl Protestmärsche wie die der Antifa oder von BLM erlaubt zu sein scheinen. Diese Entscheidung in einem Staat mit 40 Millionen Einwohnern und mit der größten Wirtschaft unter den Bundesstaaten wird jeder ökonomischen Erholung vor November einen schweren Schlag versetzen. Der demokratische Gouverneur Gavin Newsom befahl letzten Monat Stimmzettel für die Wahl am 3. November an sämtliche 20,6 Millionen Stimmberechtigten Kaliforniens zu versenden.

Verändertes Narrativ
Diese Fälle verweisen auf das riesige, stinkende Miasma, das den gesamten Themenkomplex des von SARS-CoV-2 für die amerikanische Bevölkerung ausgehenden Risikos umgibt, und auf eine politische Agenda, die unheilvolle Folgen für den demokratischen Prozess in Amerika haben könnte.

Die einflussreichen politischen Kräfte, die hinter dem NIH-Guru Tony „Konzernwissenschaft“ Fauci stehen, der mit seinem Rat durchgängig danebenlag, aber stets auf höchst drakonische Lockdowns, mehr Tests und Impfstoffe drängte, versuchen offensichtlich, den zerstörerischen Lockdown bis zu den US-Wahlen im November zu verlängern.

Dafür scheinen sie zu jeder Manipulation und Förderung von Panik bereit zu sein. Nun haben sie einfach das Narrativ geändert. Vor drei Monaten sagten Fauci und andere, das Ziel des Lockdowns und der Abstandsregeln — ein Mittel, zu dem in der modernen öffentlichen Gesundheitsvorsorge niemals zuvor gegriffen wurde — bestehe darin, die „Kurve abzuflachen“, die Kurve der neuen Coronafälle, damit die Krankenhäuser nicht überlastet würden.

Eine solche Überlastung ist kaum je aufgetreten. Nun, da die Krankenhäuser landesweit nahezu leer stehen, ist das Narrativ zur bedeutungslosen Zahl der „neuen Coronafälle“ übergegangen, die in Wahrheit neue Zahlen bedeuten, die mit Tests ermittelt wurden, deren Verlässlichkeit wiederholt als „unbefriedigend“ oder schlimmer bezeichnet worden ist.

Dr. John Ioannidis von der Stanford Universität betont, dass die Sterblichkeitsrate durch COVID-19 für Menschen unter 45 Jahren „beinahe Null“ sei, und im Alter zwischen 45 und 70 liege sie irgendwo zwischen 0,05 Prozent und 0,3 Prozent. Die Tatsache, dass die Tests bei jungen und mittelalten Erwachsenen in großer Zahl positiv ausfielen, ist also kein Warnsignal für eine drohende Welle an Todesopfern, da das Sterberisiko in diesen Altersgruppen minimal ist. Die COVID-19-Kurve ist „abgeflacht“ worden. Die Politik steuert die Geschehnisse um COVID-19 in den USA, aber nicht eine Politik, wie Fauci und der Gouverneur von Kalifornien es behaupten. Dies könnte katastrophale soziale und ökonomische Folgen haben, wenn es sich fortsetzt.

F. William Engdahl ist strategischer Risikoberater und Dozent, er hat einen Abschluss in Politikwissenschaft an der Princeton Universität und ist Best-Seller-Autor zu den Themen Öl und Geopolitik, exklusiv für das Onlinemagazin „New Eastern Outlook“.

Es bringt wenig, nur im eigenen, wenn auch exquisiten Saft zu schmoren. Deshalb sammelt und veröffentlicht die Rubikon-Weltredaktion regelmäßig Stimmen aus aller Welt, vorwiegend aus dem anglo-amerikanischen und arabischen Raum. Wie denken kritische Zeitgenossen dort über geopolitische Ereignisse? Welche Ideen haben sie zur Lösung globaler Probleme? Welche Entwicklungen beobachten sie, die uns in Europa vielleicht auch bald bevorstehen? Der Blick über den Tellerrand ist dabei auch ermutigend, macht er doch deutlich: Wir sind viele, nicht allein!

Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien zuerst unter dem Titel „Is America’s Second Corona Wave a Political Hoax?“. Er wurde von Thorsten Schewe aus dem ehrenamtlichen Rubikon-Übersetzungsteam übersetzt und vom ehrenamtlichen Rubikon-Korrektoratsteam lektoriert und erschien hier. Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert.

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